Katzen-Allergiker

Katzen für Allergiker

Für mich gibt es nichts Schöneres, als wenn ich nach einem anstrengenden Tag im Büro nach Hause komme und mein Kater sich liebevoll an mich schmiegt und seine Streicheleinheiten einfordert. Und auch für viele andere Menschen ist eine Katze das perfekte Haustier: Sie ist sanft, liebevoll, verschmust und kuschelig, gleichzeitig aber selbständig und unabhängig. Katzen sind pflegeleicht und nicht teuer in der Haltung. Kein Wunder, dass die Samtpfoten so beliebt sind.

Leider ist es nicht jedem Tierfreund vergönnt, einen Stubentiger halten zu können. Schuld daran ist die weit verbreitete Katzenallergie. Da kann es bei manchen Betroffenen bereits ausreichen, dass die Katze des Nachbarn über die Terrasse gelaufen ist oder dass Sie in einem Zimmer übernachten, in dem sich vor Wochen oder Monaten einmal eine Katze aufgehalten hat – und schon geht es los mit den Beschwerden: Die Augen tränen, die Nase schwillt zu, Nies- und Hustenanfälle quälen einen. Bei manchen Allergikern führt der Kontakt mit einer Katze sogar zu Hautausschlag.

Müssen Sie also nun auf einen vierbeinigen Mitbewohner verzichten, wenn Sie an einer Allergie leiden? Oder gibt es vielleicht bestimmte Katzenrassen, die für Katzenliebhaber unter den Allergikern geeignet sind? Der folgende Artikel wird es erklären, ob nicht auch für Allergiker die Katzenhaltung möglich ist.

Was ist eine Katzenallergie?

Fälschlicherweise wird häufig das Wort Katzenhaarallergie als Synonym für Katzenallergie verwendet, in der Annahme, dass die Katzenhaare verantwortlich für die allergischen Reaktionen sind. Dies stimmt jedoch nicht. Die wahre Ursache der Katzenallergie ist ein Eiweißstoff, der durch die Haut, den Speichel und den Urin der Tiere ausgeschieden wird. Dieses Protein bzw. Hauptallergen trägt die Abkürzung Fel d 1 – abgeleitet vom lateinischen Begriff für Hauskatze, nämlich Felis domesticus. Diese Allergine sind in der Tränenflüssigkeit, in den Talgdrüsen, in den Hautschuppen und im Speichel der Schmusetiger zu finden.

Katzen widmen sich mehrmals täglich der Fellpflege und putzen sich bekanntlich lange und ausgiebig. Auf diese Weise gelangt das Allergen dann auf das Fell der Katze. Fel d 1 ist sehr klein und hat dadurch die Fähigkeit, lange in der Luft zu schweben, was eine Beseitigung extrem schwer macht. Aus diesem Grund – und weil es zudem noch sehr klebrig ist – setzt sich das Protein überall ab – auf Möbeln, auf Vorhängen, Matratzen und Teppichen. Es ist schier unmöglich, eine Wohnung allein durch Putzen komplett frei von Allergenen zu bekommen. Oft sind diese noch nach Jahren zu spüren.

Symptome einer Katzenallergie

Bei fast allen Allergikern macht sich eine Katzenallergie durch einen allergischen Schnupfen mit starkem Niesen bemerkbar. Häufig ist auch eine allergiebedingte Bindehautentzündung mit geröteten und tränenden Augen. Direkter Hautkontakt mit der Katze kann Juckreiz, Ekzeme und Quaddeln auf der Haut verursachen. Bei ständigem Kontakt mit dem Allergieauslöser können sogar Krankheiten wie chronisches Asthma die Folge sein.

Gibt es Katzenrassen, die für Allergiker geeignet sind?

Auch wenn die vorangegangenen Kapitel entmutigend klingen mögen, so bedeutet eine Katzenallergie dennoch nicht unbedingt ein definitives Nein zum Halten eines Stubentigers. Zwar wird Fel d 1, das für nahezu alle allergischen Reaktionen auf Katzen verantwortlich ist, prinzipiell von jeder Katze produziert. Dennoch gibt es hier beträchtliche Unterschiede. Einige Katzenrassen bilden deutlich weniger Allergene als andere. Wir sprechen hier auch von den sogenannten hypoallergenen oder allergenfreien Katzen.

Hier eine Liste der Katzenrassen, die für Allergiker geeignet sein können:

  • Sibirische Langhaarkatzen
  • Sphynx (Nacktkatze)
  • Balinesen
  • Javanesen
  • German Rex
  • Cornish Rex
  • Selkirk Rex
  • Britisch Kurzhaar (BKH)
  • Orientalische Kurzhaarkatzen
  • Norwegische Waldkatzen
  • Perserkatzen
  • Burma
  • Bengal
  • Ocicat
  • Russisch Blau
  • Siam
  • Ragdoll

Als besonders allergikerfreundlich unter diesen Rassekatzen gelten die Sphynx und die Sibirische Langhaarkatze.

Die Sibirische Katze stammt aus Russland (Sibirien), gehört zu den Waldkatzenrassen und hat ein sehr langes Fell. Das Fell der Javanesen, Balinesen und Orientalischen Kurzhaarkatzen dagegen hat kaum Unterwolle und ist sehr kurz und fein. Diese Rassen haaren nur sehr wenig. Die Sphynx wird auch Nacktkatze genannt und gilt als haarlos. Allerdings wird ihre Haut in Wirklichkeit von einem sehr feinen, kaum sichtbaren Haarflaum bedeckt. Bei der Cornish Rex handelt es sich um eine Mutation, die erstmals in Cornwall aufgetreten ist. Diese Rasse hat ein sehr lockiges Fell.

Vor dem Kauf testen!

Auch bei den genannten hypoallergenen Katzen gibt es keine Garantie, dass diese Katzen keine Allergiesymptome auslösen. Zudem reagiert jeder Betroffene individuell. So kann z.B. der eine auf eine Sibirische Langhaarkatze gar nicht reagieren, auf eine Britisch Kurzhaar dafür umso mehr. Bei einem anderen kann dies genau umgekehrt sein.

Wenn Sie unter einer Katzenallergie leiden, müssen Sie das Tier vor der Anschaffung unbedingt testen!

Und zwar mehr als einmal. Sie sollten mehrfach den Züchter oder das Tierheim besuchen und sich dort auch einige Zeit aufhalten, um zu prüfen, ob die gewünschte Samtpfote bei Ihnen allergische Symptome auslöst oder nicht. Streicheln Sie die Katze, verbringen Sie Zeit mit ihr, und sehen Sie, was passiert bzw. ob etwas passiert.

Viele Züchter haben zudem die Möglichkeit, anhand des Speichels der Katze den Anteil des allergenen Eiweißes festzustellen.

Unkastrierte Kater produzieren das meiste Fel d 1! Daher empfehlen sich für Allergiker Weibchen oder kastrierte männliche.

Wenn Sie beim Test Allergiesymptome an sich feststellen, sollten Sie auf den Kauf der Katze verzichten. Auch wenn Sie ein wahrer Katzenfreund sind und gerne ein Katzenbesitzer wären, Ihre Gesundheit geht trotz allem vor!

Allgemeine Tipps für Katzenallergiker

Sie können die Allergenbelastung in Ihrem Zuhause gering halten, wenn Sie folgende Tipps beachten:

  • Wählen Sie Polstermöbel aus Leder oder Kunstleder anstelle von Stoff.
  • Wählen Sie einen glatten Bodenbelag anstatt Teppich, also Laminat, Parkett oder Fliesen.
  • Wechseln Sie einmal pro Woche die Bettwäsche.
  • Es gibt spezielle Matratzen und Bettwäsche für Tierhaarallergiker.
  • Auch wenn es schwerfällt – lassen Sie die Katze nicht im Schlafzimmer, und schon gar nicht im Bett schlafen. Das Bett sollte eine katzenfreie Zone bleiben. Ein Kratzbaum sollte ebenfalls nicht im Schlafzimmer aufgestellt werden.
  • Benutzen Sie antiallergenen Luftreiniger.
  • Saugen Sie Fußböden und Möbel möglichst täglich mit einem Allergiker-Staubsauger. Ein solcher verfügt über einen HEPA-Filter. Gerade während des Fellwechsels ist das tägliche Saugen besonders wichtig.
  • Ermöglichen Sie Ihrer Katze Freigang und halten Sie sie nicht nur als reine Wohnungskatze.

Wenn Sie selbst nicht mit einer Katze zusammenleben, aber hin und wieder mit Tieren von Freunden oder Verwandten konfrontiert werden, helfen kurzzeitig Medikamente, die den Wirkstoff Cetirizin enthalten.

Wenn Sie sich eine Katze wünschen, aber aufgrund Ihrer Tierhaarallergie keine halten können, gibt es noch die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung oder auch Desensibilisierung beim Allergologen. Dabei bekommen Sie über Jahre hinweg unter ärztlicher Aufsicht kleine Dosen des Allergens verabreicht. Wenn diese Therapie anschlägt, wird Ihr Körper sich daran gewöhnen, und das Eiweiß nicht mehr als „Feind“ betrachten und mit allergischen Symptomen bekämpfen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob eine Hyposensibilisierung für Sie in Frage kommt.

Zusammenfassung

Eine Katzenallergie bedeutet nicht unbedingt das Ende vom Traum eines eigenen Stubentigers. Es gibt Katzenrassen, die deutlich weniger Allergene produzieren und daher für Allergiker geeignet sein können. Ein vorheriger Allergietest beim Züchter ist jedoch unbedingt erforderlich!

FAQ

Welche Katzen eignen sich für Allergiker?

Es gibt Katzen, die weniger Allergene produzieren als andere. Jedoch ist auch das kein Garant, dass die Haltung einer solchen Katze bei einem Allergiker keine Reaktionen auslöst. Vielmehr ist es so, dass mancher Allergiker auf eine bestimmte Rasse nicht reagiert, während diese bei einem anderen Menschen mit Katzenallergie wiederum Reaktionen auslöst. Deswegen ist hier unbedingt zu empfehlen, vor der Anschaffung den Kontakt mit den verschiedenen Rassen zu suchen, um so festzustellen, auf welche Rasse der eigene Körper gar nicht oder am wenigsten reagiert.

Weiterhin kann es möglicherweise besser sein, sich eine weibliche Katze anzuschaffen. Statistisch gesehen sind weibliche Kätzchen hypoallergener als männliche Katzen und lösen somit seltener Allergien aus. Im Folgenden finden Sie eine kleine Übersicht über Katzenrassen, denen eine Verträglichkeit mit Allergikern nachgesagt wird:

  • Sibirische Langhaarkatze
  • Sphynx (Nacktkatze)
  • Balinesen
  • Javanesen
  • German Rex
  • Cornish Rex
  • Selkirk Rex
  • Britisch Kurzhaar
  • Orientalische Kurzhaarkatzen
  • Norwegische Waldkatzen
  • Perserkatzen
  • Burma
  • Bengal
  • Ocicat
  • Russisch Blau
  • Siam
  • Ragdoll

Bei diesen Katzenrassen kann durchaus die Möglichkeit bestehen, dass auch ein Allergiker diese Rassen halten kann. Sie sollen weniger Allergene produzieren als andere. Jedoch ist eine Katzenallergie von Mensch zu Mensch verschieden und jeder reagiert anders auf verschiedene Rassen. Eine Garantie, dass keine Allergie auftritt, gibt es auch bei oben genannten Rassen nicht.

Gibt es hypoallergene Katzen?

Wie oben beschrieben, gibt es Katzenrassen, die weniger Allergene produzieren als andere. Weibliche Katzen und auch kastrierte Kater produzieren ebenfalls weniger Allergene als unkastrierte Kater. Komplett allergiefreie Katzen gibt es in der Regel nicht, jeder Allergiker reagiert individuell auf bestimmte Rassen. Jede Katze produziert je nach Rasse, Alter und Geschlecht unterschiedliche Mengen an Fel d 1.

Welche Symptome können auftreten bei einer Katzenallergie?

Es gibt viele Symptome, die bei einer Katzenallergie auftreten können. Meist äußert sich eine Katzenallergie durch einen allergischen Schnupfen, Niesen oder eine laufende Nase. Auch ein Kratzen im Hals, Hustenreiz und Hustenanfälle können auftreten. Im Extremfall kann es sogar zu Atemnot kommen. Tränende und gerötete Augen bis hin zu einer allergischen Bindehautentzündung sind möglich.  Bei dem direkten Hautkontakt mit dem Fell der Katze kann es bei einem Allergiker zu Rötungen und Schwellungen mit starkem Juckreiz kommen. Es können sich bei starker Allergie auch Quaddeln auf der Haut bilden. Wenn ein Allergiker auf Dauer den Allergenen einer Katze ausgesetzt ist, kann es auch zu chronischem Asthma kommen.

Worauf genau ist jemand mit einer Katzenallergie allergisch?

Meist wird davon ausgegangen, dass jemand mit einer Katzenhaarallergie auf die Haare einer Katze allergisch ist. Das ist aber nicht so. Ursache der Allergie ist ein bestimmter Eiweißstoff, den die Katze produziert und durch Haut, Speichel und Urin ausscheidet. Allergieauslöser sind also nicht die Haare der Katze, sondern diese Proteine. Da sich Katzen regelmäßig putzen, wird somit das Protein auf dem Fell des Tieres verteilt. Fel d 1, so heißt das Protein, ist winzig klein und leicht und kann somit in der Luft schweben und sich ganz einfach verteilen. So gelangt das Allergen überallhin und setzt sich dann auf Möbeln, Vorhängen, Matratzen und Teppichen ab. Durch häufiges Staubsaugen und Putzen kann die Ausbreitung von diesem Protein in Grenzen gehalten werden. Eine komplette Beseitigung des Allergens ist jedoch schlichtweg unmöglich.

Wie kann eine Katzenallergie behandelt werden?

Eine Katzenallergie kann durchaus behandelt werden, hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. In erster Linie wird von den behandelnden Ärzten jedoch meist empfohlen, den Kontakt zum Allergieauslöser komplett zu vermeiden. Akute Symptome der Allergie können beispielsweise mit Antihistaminika behandelt werden. Weiterhin kann auch eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden, diese Behandlung kann jedoch einige Monate bis Jahre dauern.

Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung?

Bei einer Hyposensibilisierung versucht man, den Körper langsam an das allergieauslösende Allergen zu gewöhnen. Hierfür werden Injektionen mit geringen Allergenmengen verabreicht. Die Dosis der Allergenmenge wird ständig erhöht, sodass die Abwehrzellen des Allergikers sich langsam daran gewöhnen und nicht mehr darauf reagieren. Im Durchschnitt dauert eine Hyposensibilisierung bei einer Katzenhaarallergie ungefähr 3 Jahre. Diese Behandlung wird auch Katzen-SIT oder spezifische Immuntherapie genannt. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine solche Behandlung, andere wiederum tragen die Kosten hierfür nicht und die Hyposensibilisierung muss selbst gezahlt werden.

Was ist eine Allerca-Katze?

Schon vor vielen Jahren geriet eine amerikanische Firma in die Schlagzeilen, als sie bekanntgaben, eine allergiefreie Katze, die sogenannte Allerca-Katze, gezüchtet zu haben. Da bislang keine Studien zu diesen Katzen existieren, kann also nicht sicher gesagt werden, ob diese Katzenrasse tatsächlich existiert und tatsächlich keine Allergien auslöst. Derzeit versuchen zwei weitere amerikanische Firmen, mithilfe von Genomeditierung Katzen zu züchten, die keine Allergien mehr auslösen sollen.

Artikelbild: © stokkete / Bigstock.com

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.