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Katze sterilisieren

Was bei einer Sterilisation beachten?

Wie bei jedem Tier, ist es auch der Instinkt der Katze, für Nachkommen zu sorgen. Bereits im jungen Alter beginnen sich Katzen zu paaren. Wenn sie 5 oder 6 Monate alt sind, haben die Weibchen unter den Stubentigern meist ihr geschlechtsreifes Alter erreicht und das Tier wird zwei- bis dreimal im Jahr rollig. Die männlichen Tiere wiederum beginnen in der Regel um den achten Monat herum zu markieren. Die Geschlechtsreife bzw. der Sexualtrieb ist bei jeder Katze anders und hängt im Normalfall von folgenden 3 Faktoren ab:

  • Von der Jahreszeit,
  • von der Länge des Tageslichtes,
  • von der Kondition der Katze,
  • und zudem ist entscheidend, um welche Rasse es sich handelt.


Um einen unerwünschten Nachwuchs und eine unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden, ist eine Verhinderung der Fortpflanzungsfähigkeit unumgänglich. Die Sterilisation von Katzen ist mittlerweile eine routinierter Eingriff, dennoch wird von den meisten Katzenbesitzern und auch den Tierärzten im Normalfall die Kastration bevorzugt. Die Operation selbst birgt normalerweise keine größeren Risiken. Die Katze übersteht die Sterilisation in der Regel gut und ihr ist nach wenigen Tagen nichts mehr anzumerken.

Sterilisation oder Kastration? Worin liegt der Unterschied

Es muss unterschieden werden zwischen Sterilisation oder Kastration. Denn hierbei handelt es sich um zwei unterschiedliche tierärztliche Eingriffe:

Die Sterilisation: Es werden die Eileiter der Katze sowie die Samenleiter des Katers unterbunden. Eierstöcke und Hoden bleiben aber unversehrt und sind weiter mit der Erzeugung von Hormonen beschäftigt. Der Geschlechtstrieb bleibt somit weiter erhalten, die Katze wird weiterhin rollig. Auch der intensive Geruch, der anhand des Markierverhaltens besteht, verschwindet durch das Sterilisieren nicht. Die Sterilisation ist nur dafür gedacht, dass keine Nachkommen mehr gezeugt werden können. Die Tiere werden nur operativ unfruchtbar gemacht und die Fortpflanzung wird somit unterbunden.

Die Kastration: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen entfernt, sprich die Eierstöcke der Katze und ein Teil oder die ganze Gebärmutter sowie die Hoden (Keimdrüsen) des Katers werden zur Gänze entfernt. Nach einer Kastration gibt es keine keimbildenden Organe mehr, die Hormontätigkeit ist ganz eingestellt, daher gibt es nach diesem Eingriff auch keinen Geschlechtstrieb mehr. Ein kastrierter Kater wird in der Regel auch nicht mehr markieren.

Wann soll eine Sterilisation gemacht werden?

Hierbei gilt folgender Richtwert:

  • Katzen: Sie werden im Alter von ca. 6 -10 Monaten diesem Eingriff unterzogen.
  • Kater: Kater dürfen etwas älter sein, zwischen dem 8. und 10. Monat ist es bei ihnen in der Regel so weit.

Häufig nehmen Tierärzte aber auch Frühsterilisationen durch, solche werden bereits mit 4 Monaten durchgeführt. Das hat damit zu tun, dass Kätzinnen immer früher geschlechtsreif werden und sich rollig zeigen. Wird eine Katze während mehrerer Rolligkeiten nicht gedeckt, kann es zu einer sogenannten Dauerrolligkeit kommen.

Während die Katze zum ersten Mal rollig wird, beginnt der Kater die ganze Wohnung zu markieren. Wurde bereits markiert, wird das der Katzenhalter schnell riechen, denn dieser Geruch ist äußerst markant.

Der Tag der Sterilisation

Am Tag der Sterilisation muss das Tier gesund und fit sein und darf an keinen anderen Erkrankungen leiden. Die Katze muss im nüchternen Zustand zum Tierarzt gebracht werden, damit der Eingriff möglich ist.

8 bis 12 Stunden vor der Operation sollte die Katze keine Nahrung zu sich genommen haben. Aber jeder Tierarzt weist darauf ausdrücklich hin.

Sterilisation beim Kater

Die Sterilisation beim Kater ist sehr einfach durchzuführen. Das Tier wird in Vollnarkose gelegt, dann werden die Hodensäcke mit einem Schnitt offen gelegt und die Samenstränge unterbunden. Was bleibt, ist eine sehr kleine Wunde, die nicht einmal genäht werden muss. Für keinen Kater ist diese Operation ein Problem, jeder Kater steckt sie sehr gut weg und ist am darauffolgenden Tag wieder voller Leben.

Sterilisation der Katze

Bei der Sterilisation der Katze handelt es sich um einen ähnlichen Eingriff, die Eilleiter des Tieres werden getrennt. Dafür muss aber die Bauchdecke der Kätzin geöffnet werden. Bei dieser Operation entsteht eine größere Wunde, diese muss auch vernäht werden. Da die Gefahr einer Infektion vorhanden ist, erhalten die Tiere in der Regel noch eine Antibiotika-Depotspritze in der Tierarztpraxis. So kann die Infektionsgefahr meist im Vorfeld bereits gebannt werden. Die darauffolgenden Tage nach der Sterilisation sind Schmerzen der ständige Begleiter der Katze und sie sollte sich soweit wie möglich schonen. Auch Schmerzmittel können verabreicht werden, damit es dem Tier besser geht. Nach 2 bis 3 Tagen stellt sich eine Besserung des Gesundheitszustandes ein.

Der Tag nach der Sterilisation

In der Regel bekommt jedes Tier nach einem solchen Eingriff eine Aufwachspritze verabreicht, damit es noch in der Tierarztpraxis betreut werden kann. Sollte die Katze dennoch schlafen, ist es sinnvoll, sie ausschlafen zu lassen. Zu Hause ist es dann wichtig, das Tier nicht alleine zu lassen. Da es von der Narkose noch immer betäubt und doch recht „tapsig“ ist. Die Katze sollte in einem solchen Zustand nicht klettern, damit Unfälle und Stürze jeglicher Art vermieden werden.

Es gilt zu beachten: Die Narkose verursacht, dass die Katze ausgekühlt ist. Darum ist es jetzt wichtig, sie warm zu halten. Futter, Wasser und das Katzenklo sollten in unmittelbarer Nähe der Katze aufgebaut werden. Denn die Tiere dürfen essen und trinken. Es macht daher durchaus Sinn einen halbvollen Napf aufzubauen, falls der kleine Hunger kommt.

Die Nacht nach der Sterilisation

Die Nacht nach der Sterilisation sollte auf keinen Fall im Freien verbracht werden. Auch Freigänger sollten diese eine Nacht aus Sicherheitsgründen im Haus verbringen.

Die Vorteile einer Sterilisation

Ist die Katze erstmal sterilisiert, ist eine erfolgreiche Befruchtung beim Deckakt nicht mehr möglich. Die Gefahr der Trächtigkeit und die eines unerwünschten Wurfes ist somit gebannt.

Die Folgen und mögliche Nachteile einer Sterilisation

Viele Katzen entdecken nun das Fressen als willkommenen Zeitvertreib. Sie führen dann mehr Kalorien zu sich, als sie tatsächlich benötigen und nehmen nach der Sterilisation kräftig an Gewicht zu. Jedoch ist es wichtig, die Futtermengen nicht zu erhöhen.

Mehrere kleine Portionen über den ganzen Tag verteilt, reichen aus, um den Hunger der Katze zu stillen. Auch mit diversen Leckerlis für die Samtpfoten sollte sparsam umgegangen werden.

Bewegung ist auch nach der Sterilisation ganz wichtig, kann sein, dass das Tier nun dazu animiert werden muss, weil es durch den Eingriff träger und bequemer wurde.

Zusammenfassung

Handelt es sich um eine Sterilisation, so ist das ein ganz einfacher Eingriff, der in jeder Tierarztpraxis vorgenommen wird. Die Eileiter der Katze, sowie die Samenleiter des Katers werden bei dieser Operation unterbunden. Bei Katzen wird die Sterilisation im Alter von 6 Monaten vorgenommen. Bei einem Kater in der Regel im 8. bzw. 9. Lebensmonat. Kater stecken eine Sterilisation besser weg, als Katzen, da sich ihr Eingriff nicht so umfangreich gestaltet. Aber in wenigen Tagen sind beide Geschlechter wieder fit und lebendig und sorgen fortan für keinen Nachwuchs mehr.

FAQ

Warum eine Katze sterilisieren lassen?

Laut der Welttierschutzgesellschaft e.V. leben in Deutschland mehr als 13 Millionen Hauskatzen und geschätzt 2 Millionen Streunerkatzen. Jede fünfte Hauskatze mit Freilauf ist nicht sterilisiert oder kastriert, was die unkontrollierte Vermehrung der Katzen erklärt. Um diese Paarungsbereitschaft etwas anschaulicher zu verdeutlichen: Eine unkastrierte bzw. unsterilisierte Katze vermehrt sich in ihrem Katzenleben jährlich ungefähr zweimal pro Jahr. Wenn hierbei pro Wurf nur 3 Kätzchen überleben und sich ebenfalls vermehren, ergibt das nach 7 Jahren ca. 420.000 weitere Katzen. Deswegen sind die Tierheime und Tierschutz-Organisationen total überfüllt und die streunenden Katzen werden immer mehr.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass streunende Katzen Krankheiten an ihre Artgenossen weitergeben und sich somit auch Infektionen verbreiten. Aus dem Grunde sollte man eine Katze sterilisieren oder kastrieren lassen, um so eine unkontrollierte Vermehrung und das immer größer werdende Katzenelend einzudämmen.

Was ist der Unterschied zwischen sterilisieren und kastrieren?

Beim Sterilisieren werden bei der Katze die Eileiter und beim Kater die Samenleiter verschlossen, durchtrennt oder entfernt. Eierstöcke und Hoden bleiben jedoch unversehrt, die Geschlechtshormone werden weiterhin produziert und auch der Geschlechtstrieb bleibt nach einer Sterilisation erhalten. Eine weibliche Katze wird also nach wie vor rollig, während ein Kater weiterhin sein Revier markiert und auch Revierkämpfen nicht aus dem Weg geht, da die Organe noch hormonell aktiv sind. Eine Sterilisation dient dem Zweck, dass die Tiere sozusagen operativ unfruchtbar gemacht werden und somit keine Nachkommen mehr zeugen können. Am Paarungsverhalten der Katzen ändert sich jedoch nichts.

Bei einer Kastration werden die Eierstöcke und ein Teil oder die ganze Gebärmutter der Katze entfernt, während beim Kater die Hoden komplett entfernt werden. Nach der Entfernung dieser Keimdrüsen bzw. keimbildenden Organe ist die Hormontätigkeit der Tiere vollständig eingestellt. Es können keine Eizellen bzw. Samenzellen mehr produziert werden und somit zeigen kastrierte Katzen nach diesem Eingriff auch keinen Geschlechtstrieb mehr. Die weibliche Katze zeigt keine Rolligkeit mehr, ein Kater markiert nicht mehr.

Was ist besser: Sterilisation oder Kastration?

Eine Sterilisation verhindert nur die ungewollte Vermehrung, am Paarungsverhalten der Tiere ändert sich jedoch nichts. Das heißt, dass ein Deckakt immer noch stattfindet, nur die Befruchtung wird mit einer Sterilisation unmöglich gemacht. Somit können auch nach einer Sterilisation noch Krankheiten übertragen werden und auch das Risiko von hormonellen Erkrankungen wie zum Beispiel Gebärmutterentzündungen, Gesäugetumoren, Zysten an den Eierstöcken usw. besteht weiterhin. Auch das Revierverhalten der Katzen ändert sich nicht.

Nach einer Kastration werden keine Geschlechtshormone mehr produziert, die Hormonproduktion ist somit komplett eingestellt und der Geschlechtstrieb verschwindet. Freigängerkatzen streunern nicht mehr in dem Maße wie vorher, halten sich eher in der Nähe des Hauses auf und machen keine kilometerweiten Streifzüge mehr, wodurch das Risiko einer Verletzung sinkt. Kastrierte Kater sind nach diesem Eingriff weniger aggressiv, wodurch sich Verletzungen durch Revierkämpfe enorm reduzieren. Da keine Deckakte mehr stattfinden ist auch das Risiko einer Infektion wie beispielsweise FIV oder FeLV geringer. Nach einer Kastration der Katze steigt ihre Lebenserwartung um ein Vielfaches.

Tierschutz und Tierärzte raten überwiegend zu einer Kastration anstatt zu einer Sterilisation, da die Kastration erheblich mehr Vorteile bringt als eine Sterilisation. Weiterhin sollten auch Wohnungskatzen kastriert werden, da auch diese möglicherweise einmal entwischen.

Was kostet eine Sterilisation?

Eine Sterilisation kostet je nach Region und Tierarzt unterschiedlich viel. Bei einer Katze liegen die Kosten etwas höher, da der Eingriff etwas aufwendiger ist als bei einem Kater. Durchschnittlich kann man davon ausgehen, dass für einen Kater ca. 50 – 80 Euro und für eine Katze ca. 90 – 140 Euro an Kosten anfallen. Die Gebühren sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) festgelegt. Der Tierarzt kann jedoch selbst entscheiden, ob er den einfachen, den zweifachen oder den dreifachen Satz der Gebühren berechnet.

Wann lässt man eine Katze sterilisieren?

Weibliche Katzen werden ab dem ca. 6. – 10. Lebensmonat dem Eingriff unterzogen, Kater in der Regel zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat. Weiterhin kann auch wie bei der Frühkastration eine Frühsterilisation erfolgen, diese wird meist mit ca. 4 Monaten durchgeführt.

Was ist nach einer Sterilisation zu beachten?

Bei einem männlichen Tier ist dieser Eingriff einfach durchzuführen und erfordert keinen großen Aufwand, meist muss die Wunde nicht einmal genäht werden. Meist ist ihnen schon am nächsten Tag nichts mehr anzumerken. Da bei der weiblichen Katze die Bauchdecke geöffnet werden muss, ist ein Vernähen in der Regel erforderlich. Hier gilt es, darauf zu achten, dass die Katze nach dem Eingriff nicht an den Fäden knabbert. In diesem Fall ist eine Halskrause für einige Tage empfehlenswert. Weiterhin sollte das Tier die ersten Stunden zuhause nicht alleingelassen werden, da es von der Narkose noch immer betäubt und doch recht „tapsig“ ist. Klettern und Toben sollte auf alle Fälle verhindert werden.

Artikelbild: © simazoran / Bigstock.com

4 Kommentare zu „Katze sterilisieren“

  1. Im Abschnitt:
    „Die Vorteile einer Sterilisation“
    wird das Verhalten der Kastration beschieben.

    „Sterilisation der Katze“
    Aussage: „… Bei der Sterilisation der Katze handelt es sich um eine umfangreichere Operation, daher dauert es auch länger, ….“
    handelt es sich ebenfalls um die Kastration.

    1. Hallo Mizi,
      wir haben den Artikel entsprechend korrigiert und einmal komplett überarbeitet!
      Danke für dein Feedback. 🙂
      Die Redaktion!

      1. Raten die Aerzte nun zu einer Kastration (wie oben geschrieben) oder nicht doch zu einer Sterilisation, wie argumentiert?
        Ich meine es wurde im Text verwechselt, oder?

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