Homöopathie-Katzen

Homöopathie für Katzen

Alternativmedizin auch für den Stubentiger?

„Ist die Katze gesund – freut sich der Mensch“, dieser Slogan ist nicht nur werbewirksam, sondern wahr. Jeder liebende Tierbesitzer erkennt sofort, wenn mit seiner Katze etwas nicht stimmt. Nicht immer muss und kann der Tierarzt helfen. Bei Verhaltungsproblemen und vor allem körperlichen Auswirkungen aufgrund von seelischen Problemen kann auch die Homöopathie helfen. Diese alternative Heilmethode hat sich auch bei Katzen bewährt.

Das steckt hinter der Homöopathie

Die Arzneitherapie geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurück, der sie Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte. Die Homöopathie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Ähnliches heilt Ähnliches. Dahinter steckt der Gedanke, dass ein Kranker mit einem Mittel behandelt wird, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorruft. Eine Pflanze, die also Grippesymptome bei gesunden Menschen und Tieren hervorruft, wird daher gegen eben die Grippe eingesetzt. Ein weiteres Prinzip der humanen Homöopathie ist die Arzneimittelprüfung an gesunden Menschen, die sogenannte Arzneimittelbilder entstehen lässt. Das letzte Prinzip der Homöopathie ist die individuelle Mittelwahl – das passende Arzneimittel wird bei jedem Fall individuell gewählt. Über 1400 verschiedene Wirkstoffe stehen hier zur Verfügung.

Zahlreiche Mediziner und Naturwissenschaftler bezeichnen die Homöopathie als Pseudowissenschaft, da die Wirkung bisher nicht umfangreich wissenschaftlich belegt werden konnte. Sie erklären die Wirkung mit Placebo-Effekten.

Die Wirkung der Homöopathie wird seit Jahrzehnten auch bei Tieren zunutze gemacht. Immer mehr Tierärzte tragen die Zusatzbezeichnung „Homöopath“ in ihren Titeln. Maßgeblich vorangetrieben wurde die tierische Homöopathie durch den deutschen Tierarzt Dr. Hans Wolter. Er prägte die klinische Homöopathie bei Tieren: erstens eine gründliche klinische Untersuchung, zweitens die Diagnose und drittens die Anwendung der passenden Arzneimittelbilder.

Katzen reagieren besonders gut auf homöopathische Mittel, da sie sehr feinsinnig sind. Doch daher muss gerade bei der Samtpfote auch auf charakteristische Eigenschaften bei der Anwendung vor allem im Verhaltensbereich beachtet werden. Aber auch Krankheiten können gut homöopathisch bei den Stubentigern behandelt werden.

Homöopathische Mittel für die Katze

Es gibt zahlreiche verschiedene Wirkstoffe, die in der Homöopathie auch für die Katze geeignet sind. Zu den grundlegenden Basismedikamenten dieser alternativen Medizin gehören:

  • Arnica
  • Bachblüten (Rescue Remedy)
  • Bärlapp
  • Brechwurzel
  • Eisenhut
  • Johanniskraut
  • Schafgabe
  • Schüssler-Salze
  • Tollkirsche
  • Wiesenküchenschelle
  • Zaunrübe

Arnica ist eines der wichtigsten Mittel in der homöopathischen Therapie. Es kann bei kleinen Verletzungen wie Stauchungen und Quetschungen helfen – egal ob aktuell oder auch Jahre später. Häufig wird Arnica in Salben angeboten, sodass sie auf die entsprechenden Stellen geschmiert werden kann. Aber auch als Kräftigungsmittel und Traumamittel wird Arnica bei Katzen eingesetzt.

Bachblüten sind nach Dr. Edward Bach benannt. Sie gibt es in unterschiedlichen Mischungen und Zusammensetzungen. Sie helfen Katzen bei Angstzuständen, Stress und Trauer. Auch Schockzustände können mit Bachblüten oft gut behandelt werden. Daher sind sie in zahlreichen Notfalltropfen (Rescue Remedy) vorhanden.

Bärlapp (Lycopodium) wird bei Beschwerden rund um die Nieren, Harnwege und dem Verdauungstrakt eingesetzt. Gerade bei chronischen Fällen wird Bärlapp oft mit Diätfutter kombiniert. Aber auch bei Erkrankungen von Blutgefäßen, Geschwüren und Hautausschlägen kann Bärlapp Linderung bringen.

Die Brechwurzel (Uragoga ipecacuanha) hilft vorrangig gegen Übelkeit und Erbrechen. Hat die Katze starken Speichelfluss, würgt und erbricht sie, kann hier die Wurzel aus den Urwäldern Brasiliens helfen. Sie wirkt auch auf die Magenschleimhaut ein, aber auch andere Schleimhauterkrankungen, wie beispielsweise Bronchitis, können mit der Brechwurzel behandelt werden.

Eisenhut (Aconitum napellus) ist eigentlich hochgiftig. In der Homöopathie wird dieses Mittel verdünnt angewendet. Es kann Fieber und kurzzeitigen Schnupfen bei Katzen heilen, Abhilfe bei Bindehautentzündungen schaffen, aber auch im seelischen Bereich bei „Gefühlskälte“ helfen.

Johanniskraut (Hypericum Perforatum) ist eine uralte Heilpflanze, die schon seit dem Mittelalter in Europa in der Heilung eingesetzt wird. Es wirkt wie ein Antidepressivum und findet vor allem in der Verhaltenstherapie bei Katzen Anwendung. Die desinfizierende und krampflösende Wirkung hilft aber auch, wenn der Stubentiger unter Hautausschlägen und Wunden leidet.

Schafgarbe ist eine Wiesenkrautpflanze, die eine blutstillende Wirkung aufweist. Sie kann, ähnlich wie Arnica, in Folge von Verletzungen und Co eingesetzt werden. Schafgarbe hilft vor allem älteren, weiblichen Katzen bei diesen Symptomen.

Schüssler-Salze wurden von Dr. Schüßler entwickelt, die nur verdünnt in homöopathischen Potenzen verabreicht werden. Es gibt 23 verschiedene Salze, die unterschiedliche Krankheiten der Katze lindern können: Zahnkaries, Zellverfall, Schwäche und Erschöpfung, Stoffwechselstörungen, Knochenbrüche und vieles mehr.

Die Tollkirsche (Belladonna) ist besonders bekannt und oft in der Homöopathie verordnet. Für den Menschen ist dieses Gewächs hochgiftig, Tiere sind jedoch unempfindlicher. Die Tollkirsche kann bei Epilepsie, Schlaganfällen, Arthritis und Muskelrheuma helfen. Aber auch bei einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung wird sie oft eingesetzt. In der Tierpsychologie wirkt sie gegen aggressive Verhaltensweisen.

Die Wiesenküchenschelle (Pulsatilla) wird bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Auch bei Rolligkeitsbeschwerden kann dieses Mittel Linderung bringen. Ebenso sind Erschöpfung und Migräne, aber auch Angst- und Depressionszustände mit ihr behandelbar.

Die Zaunrübe (Bryonia) hilft bei Gelenkproblemen und Muskelentzündungen ebenso wie bei trockenem Husten und rheumatischen Beschwerden. Auch Sehnenscheidenentzündungen lassen sich mit der Zaunrübe therapieren.

Es ist ratsam, eine Notfallapotheke mit homöopathischen Mitteln zu Hause zu haben. Jedoch ersetzt die Verabreichung in fast allen Fällen nicht den Besuch beim Tierarzt. Stattdessen sollte eine homöopathische Behandlung mit ihm oder einem Tierheilpraktiker abgestimmt werden.

Verabreichung homöopathischer Mittel

Die alternativen Arzneimittel stehen in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung. Dazu zählen:

  • Globuli
  • alkoholische Lösungen
  • Tabletten
  • Injektionen
  • Salben
  • Cremes
  • Gele

Bei vielen homöopathischen Mitteln wird die Arznei in Potenzen dosiert. Das bedeutet: Die Produkte werden mit Wasser oder Alkohol verschüttelt. Auch Reibeformen gibt es – mit Milchzucker. Dies garantiert die Verdünnung der teilweise starken Wirkstoffe. Ebenso werden auch unerwünschte Nebenwirkungen größtmöglich reduziert.

Während Menschen ihre Medizin meist freiwillig nehmen, ist die Behandlung von Tieren schwieriger. Eine Katze riecht schnell, dass etwas Unbekanntes in ihrem Futter ist und verweigert das Fressen. Dennoch ist die Verabreichung der homöopathischen Mittel innerhalb von Snacks eine erfolgreiche Methode. Bei Schockzuständen können Lösungen auch einfach auf die Lefzen geträufelt werden. Ebenso gibt es die Spritze. Aber auch ins Trinkwasser können Mittel gestreut werden.

Ein guter Trick ist bei Katzen das Pulverisieren der Produkte. Dieses Pulver kann dann auf die Pfote gestreut werden, die die Katze zur Reinigung mit Sicherheit ablecken wird.

Die Homöopathie hat inzwischen auch eine Weiterentwicklung. Die Antihomotoxische Medizin verwendet Kombinationsmittel aus mehreren homöopathischen Produkten. Darin sind mehr Wirkstoffe enthalten – der kranke Körper kann den „passenden“ heraussuchen. Beispiel eines antihomotoxischen Präparates ist Traumeel, das sowohl bei Verletzungen, aber auch bei psychischen Schocks helfen kann.

Zusammenfassung

Homöopathie ist als Alternativmedizin auch für Katzen geeignet, da sie besonders feinsinnige Tiere sind. Heilkräuter und andere pflanzliche Produkte können nicht nur Verhaltensstörungen verbessern, sondern auch bei körperlichen Beschwerden Linderung verschaffen. Wichtig ist jedoch, eine Diagnose zu haben – daher sollte gerade bei schwerwiegenden Symptomen nur gemeinsam mit dem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker homöopathisch behandelt werden.

Artikelbild: © ChamilleWhite / Bigstock.com

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