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Katzen, die nicht haaren

Gibt es Katzen, die nicht haaren? Eine Frage, die sich viele Menschen stellen. Häufig sind es Allergiker, die hoffen, dass eine nicht haarende Katze für sie geeignet ist. Das ist jedoch nicht der Fall, da Allergiker nicht auf die Haare allergisch reagieren, sondern Speichel, Urin und andere Dinge.

Nicht haarende Katzen sind nicht für Allergiker geeignet

Die Tierallergie ist die dritthäufigste Allergie nach der Pollen- und Hausstaubmilbenallergie. Etwa jeder zehnte Deutsche reagiert überempfindlich auf Tierhaarprodukte oder Tiere. Entgegen der allgemeinen Annahme sind die Tierhaare nicht die Ursache für die allergische Reaktion, sondern ihr Speichel, Schweiß, Eiweiße in Hautschnuppen, Urin oder Kot sowie Talg. Betroffene leiden unter tränenden oder juckenden Augen, Niesreiz, Husten oder Schnupfen.

Viele Allergiker sind Tierliebhaber und möchten trotz ihrer Allergie nicht auf einen tierischen Bewohner verzichten. Für viele von ihnen bleibt dieser Traum nichts weiter als eine Wunschvorstellung. Zwar haben sie den Eindruck, nicht haarende Katzen wären für sie geeignet. Genau das Gegenteil ist der Fall: Auf Nacktkatzen können Allergiker unter Umständen stärker reagieren. Vor der Anschaffung sollten Allergiker deshalb einen Test machen lassen.

Die Katze – das beliebteste Haustier Deutschland

Der Industrieverband Heimtierbedarf und Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands schätzen, dass in jedem fünften deutschen Haushalt eine Katze wohnt. Daraus resultiert, dass es in der Bundesrepublik fast zwölf Millionen Katzen gibt. Katzen sind folglich die beliebtesten Haustiere, gefolgt von den Hunden.

Die Beliebtheit hat viele Gründe. Kathrin Fichtel vom Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft erklärt, dass für die Katzenhaltung ihre Pflegeleichtigkeit und Reinheit spricht. Katzen seien aber auch Vorbilder für viele Menschen. Das Rheingold Institut hat in einer Studie herausgefunden, dass ein weiterer Grund für den Kauf einer Katze spricht: Die Vierbeiner sind für viele Menschen ein Anker und Ruhepol. Ein wichtiger Faktor in einer hektischen Welt, die von Stress dominiert wird.

Liste mit Katzen, die nicht haaren

Es gibt Menschen, die eine penible Sauberkeit wünschen. Für diese Gruppe sind nicht haarende Katzen bestens geeignet.

Genau betrachtet gibt es keine nicht haarenden Katzen, weil selbst die Sphynx einen Flaum besitzt. Deshalb sollte man eher sagen, dass die Katzen kaum haaren.

Ein Überblick über (fast) nicht haarende Katzen folgt im Anschluss.

Kanadische Sphynx

Die Sphynx ist eine Nacktkatze, deren Züchtung seit Jahren umstritten ist. Das mittelgroße Exemplar besitzt kein Fell, sondern nur Flaum. Ihre Entstehung ist auf eine Mutation zurückzuführen, die in Kanada entstand. Aufgrund ihrer Erscheinung wurde ihr der Name der altägyptischen Statuen verliehen.

Wann genau die erste Nacktkatze gezüchtet wurde, kann nicht genau gesagt werden. Das älteste Foto datiert auf das Jahr 1902 in Mexiko. Experten zufolge gab es haarlose Katzen bereits im Altertum. Die erste Spyhnx kam allerdings erst 1966 zur Welt.

Eine Alternative zur Kanadischen Spyhnx ist die Don Sphynx aus Russland.

Da die Sphynx keine Körperhaare besitzt, gibt sie ihre Körperwärme über die Haut ab. Sie besitzt aus diesem Grund einen hohen Energiebedarf und benötigt mehr Futter als andere Katzen. Auf der Sphynxhaut bilden sich regelmäßig Körperfette, die ihr Besitzer (häufig) abwaschen muss. Ein wöchentliches Bad ist zu empfehlen.

Durch die fehlenden Körperhaare unterliegt die Sphynx im Sommer denselben Problemen wie ein Mensch: Sie kann einen Sonnenbrand erleiden. Deshalb sollten Besitzer darauf achten, sie nicht zu lange der Sonne auszusetzen.

Vorteile:

  • hinterlässt keine Haare in der Wohnung
  • aktiv, anhänglich und intelligent
  • bestens als reine Wohnungskatze geeignet
  • mögen einen aktiven Partner im Haus

Nachteile:

  • hoher Energiebedarf; braucht deshalb mehr Futter
  • wöchentliches Bad, um Körperfett zu entfernen
  • Gefahr eines Sonnenbrandes im Sommer
  • schnelle Unterkühlung des Körpers bei kalten Temperaturen

Cornish Rex

Die Cornish Rex ist eine mittelgroße, relativ leichte Katze, deren Gewicht fünf Kilogramm nicht überschreitet. Ihr Markenzeichen ist das sich kräuselnde Fell, welches aus Unterwolle besteht. Die Frisur der Katze ist aufgrund einer Genmutation entstanden.

Eine Katze mit einer ähnlichen Fellmutation ist die German Rex.

Wie der Name vermuten lässt, stammt diese Katze aus dem englischen Cornwall. Wie auch die Sphynx ist die Cornish Rex eine intelligente, freundliche Katze, mit der Besitzer den ganzen Tag schmusen können. Sie ist äußerst anhänglich und verträgt sich gut mit anderen Haustieren.

Wie bereits erwähnt, besteht das Fell dieser Rasse aus Unterwolle. Dadurch ergibt sich dasselbe Problem wie bei der Sphynx: Diese Katze ist ausschließlich für eine Wohnungshaltung geeignet.

Vorteile:

  • verträgt sich mit anderen Haustieren
  • ist für die Wohnungshaltung geeignet
  • benötigt viel Aufmerksamkeit und viele Spielmöglichkeiten

Nachteile:

  • alleine unglücklich, braucht einen Spielpartner
  • emittiert einen käsigen Geruch durch die Duftdrüsen an den Pfoten

Siam

Die Siam ist eine anspruchsvolle, energiegeladene Katzenrasse, die nicht für Anfänger geeignet ist. Über den Ursprung der Katze ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass sie aus Thailand stammt. Die ersten Siamesen, wie sie noch genannt werden, kamen im 19. Jahrhundert über Großbritannien nach Europa.

Der Grund, warum Siamesen eine erfahrene Hand benötigen, ist ihre Eigenwilligkeit. Sie sind äußerst intelligent, gleichzeitig aber anspruchsvoll. Sie verlieren nie ihren verspielten Charakter, sondern behalten ihn bis an ihr Lebensende. Das muss nicht zwingend ein Problem sein, wenn ihre Besitzer Zeit haben, sich mit ihnen stundenlang zu befassen. Wer die Katzen alleine zu Hause lässt, riskiert, dass sich die Samtpfoten selbst beschäftigen.

Als Kurzhaarkatze verliert sie fast kein Haar. Lose Haare können Besitzer wöchentlich mit einem Kamm entfernen.

Vorteile:

  • sehr aktiv verspielt
  • intelligent und anhänglich

Nachteile:

  • benötigt viel Aufmerksamkeit, sehr dominant
  • kann bei falscher Züchtung viele Erbkrankheiten aufweisen
  • möglicherweise erblich bedingte Verhaltensstörungen
  • bedingt mit anderen Katzen verträglich

Orientalisch Kurzhaar

Diese Katzensorte ist der Bruder der Siam, was wenig verwunderlich ist. Sie wurde aus der Russisch Blau und Siam gekreuzt. Die erste Orientalisch Kurzhaar wurde 1972 in England anerkannt.

Aufgrund ihrer Charakterzüge ist sie nur erfahrenen Katzenhaltern zu empfehlen. Sie ist neugierig, intelligent, aber auch anspruchsvoll. Ihren Drang nach Aufmerksamkeit macht sie lautstark bemerkbar.

Katzenhalter müssen das Fell dieser Rasse einmal pro Woche bürsten. Der Haarausfall hält sich in Grenzen.

Vorteile

  • sehr intelligent und freundlich
  • Lebensdauer von bis zu 20 Jahren

Nachteile:

  • kann an Erbkrankheiten der Siam leiden
  • benötigt viel Aufmerksamkeit
  • nur für erfahrene Katzenhalter geeignet

Peterbald

Ein Mitglied der Familie der Nacktkatzen, zu der die Kanadische Sphynx zählt. Die Rasse stammt aus Russland, wo sie 1996 von der Russian Selectional Feline Federation anerkannt wurde. Sie besitzt kein Fell, sondern einen Flaum, der sich Besitzern zufolge wie eine Pferdeschnauze anfühlt.

Durch die Verpaarung einer Don Spyhnx mit einer Orientalisch Kurzhaarkatze entstand die russische Peterbald.

Diese geduldige Katze ist für Familien mit Kindern geeignet. Einzige Voraussetzung: Man wird ihrem Spieltrieb gerecht. In der Wohnung sollten ausreichende Klettermöglichkeiten zu finden sein. Eltern und Kinder können diese Katzen trainieren, da die Vierbeiner daran große Freude zeigen.

Vorteile:

  • familien- und kinderfreundlich
  • verspielt, lernt Kunststücke
  • eignet sich als Hauskatze

Nachteile:

  • mag keine Einsamkeit
  • benötigt unter Umständen einen Partner (Zweitkatze)

Zusammenfassung

Es gibt Katzen, die nicht oder kaum haaren. Das beliebteste Beispiel ist die Nacktkatze Sphynx, die einen Flaum anstelle von Haaren besitzt. Für Allergiker sind diese Katzen dennoch nicht geeignet, da sie nicht auf die Katzenhaare allergisch reagieren. Nicht oder kaum haarende Katzen sind eine gute Wahl für Menschen, die keine Haare in der Wohnung haben möchten.

Artikelbild: © Asichka / Shutterstock

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