Javanese-Katze

Javanese-Katze

Javanesen sind unter verschiedenen Namen bekannt: Sie werden beispielsweise auch als Javakatzen oder Orientalisch Langhaar (OLH) bezeichnet. Die Geschichte dieser Rasse ist untrennbar mit der Entstehung der Balinese und der Siam verbunden. Sie entstand aus der Orientalisch Kurzhaar und der Balinese, weshalb die Vertreter dieser Katzenrasse ähnlich lebhaft, neugierig und verspielt sind. Wir haben umfangreiche Informationen über die Javanesen zusammengestellt, sodass Sie weiterlesen sollten, wenn Sie mehr über die Pflege, den Charakter und die Haltung dieser Rassekatzen erfahren möchten.

Herkunft

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Javanese ihren Ursprung in Japan hat. Das ist aber ein Irrtum, denn eigentlich kommt sie aus den USA. Ihre Geschichte hängt untrennbar mit der Siamkatze und den Balinesen zusammen. Entstanden ist sie aus der Orientalisch Kurzhaar und der Balinese: In den USA versuchte ein amerikanische Züchter von Siamkatzen, die Balinese zu züchten. Sie sollte der Siam ähneln, aber schlanker sein. Als zufälliges Nebenprodukt entstand dabei die Javanese. Bis heute ist nicht klar, woher die Rasse das Langhaar-Gen erhalten hat.

Die Javanese gehört zu den jungen Katzenrassen. Während die Siamkatzen schon Ende des 19. Jahrhunderts bekannt waren, wurde sie erstmals 1928 als „Siamese Longhaired“ auf einer Ausstellung gezeigt. Es dauerte noch bis 1979, bis sie von der Cat Fanciers Association (CFA) als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Bis heute ist die Javanese daher nur wenig verbreitet.

Doch kurz nachdem die Javanese als neue Rasse auf den Zuchtausstellungen auftauchte, gab es bei der Namensgebung schon Verwirrungen. Die Dachorganisation FIFé legte den Namen Javanese für die neue Rassekatze fest. In einigen Verbänden oder Vereinen bezeichnet man sie jedoch als Mandarin oder auch als Orientalische Langhaar. International heißt sie oft Oriental Longhair und in den USA gelten Javanesen überhaupt nicht als eigenständige Rasse. Hier werden sie als eine Variante der Balinesen gesehen, die andere Farben aufweisen als die zwei Hauptfarben.

Aussehen

Die Javanese ist durch folgende äußere Merkmale gekennzeichnet:

  • Mittelgroß
  • Gewicht der weiblichen Katzen: drei bis vier Kilogramm
  • Gewicht der Kater: vier bis fünf Kilogramm
  • Felllänge: Halblanghaar
  • Farben: Schokoladenbraun, Blue, Schwarz, Weiß, Zimt, Fawn, Creme
  • Augenfarbe: Grün

Javanesen sind mittelgroße Katzen mit einem schlanken, fast grazilen Körper. Laut Rassestandard muss er geschmeidig wirken, aber doch muskulös sein. Die Hinterbeine der Tiere sind ein bisschen länger als die Vorderbeine. Deshalb weist der Rücken der Orientalisch Langhaar nach hinten einen leichten Anstieg auf. Der Schwanz ist lang und dünn. Am Ende zeigt er ein Haarbüschel. Insgesamt erweckt die Javanese einen exotischen und eleganten Eindruck – ebenso wie ihre anderen orientalischen Verwandten.

Die mandelförmigen Augen der Javanese sind leuchtend grün, wodurch die asiatische Wirkung noch verstärkt wird. Sie dürfen keinen bräunlichen oder gelben Stich aufweisen. Auch das Gesicht der Javanese ist eine Besonderheit: Es ist geradlinig und sehr keilförmig. Die Nase darf konvex gebogen sein, allerdings keinen Knick aufweisen. Die Ohren dieser Rassekatzen sind groß und spitz. Sie runden die keilförmige Form des Gesichts zu einem perfekten Dreieck ab.

Javanesen haben ein halblanges Fell, das seidig und fein ist. Es hat keine Unterwolle und liegt eng am Körper des Tiers an. Abstehen sollte das Fell nicht. Es ist am Schwanz und am Hals ein wenig länger. An der Schwanzspitze der Javanese befinden sich die längsten Haare, denn dort bilden sie einen Busch.

Charakter

Javanesen sind ebenso wie Balinesen sehr menschenbezogen und oftmals äußerst anhänglich. Sobald sie sich eine Bezugsperson ausgesucht haben, bleiben sie ihr treu. Am liebsten würden sie ihrem Menschen den ganzen Tag folgen und ihn bei all seinen Tätigkeiten beobachten. Die Katzen sind gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sehr gesellig, sozial und kontaktfreudig. Bekommt eine Javanese zu wenig Aufmerksamkeit, zeigt sie das deutlich in ihrem Missfallen und ist beleidigt. Gerade Kitten mögen es nicht, allein zu sein. Das äußert sich schnell in Zerstörungswut wie Kratzen an den Möbeln oder den Tapeten. Aber auch erwachsene Javanesen, die vernachlässigt werden, zeigen unliebsame Verhaltensmuster wie Unsauberkeit.

Javanesen lieben es zu kuscheln und zu schmusen. Sie sind sehr umgänglich und liebevoll, weshalb sie sich perfekt als Familienkatze eignen. Auch mit kleinen Kindern haben die meisten Katzen dieser Rasse kein Problem. Eine Besonderheit ist, dass sie gerne kommunizieren – sowohl mit Artgenossen als auch mit ihrem Menschen. Dafür nutzen sie ihre melodische Stimme. Mit ihrem eindringlichen Miauen bekommen die Javakatzen fast immer, was sie möchten.

Die Rassekatzen haben ein sehr temperamentvolles Wesen und sind voller Energie. Deshalb toben sie nicht nur gerne, sondern benötigen auch psychische Anreize, um geistig ausgelastet zu sein. Am besten eignet sich hierfür das Clicker-Training, denn diese Katzen sind sehr lernfähig und erlernen spielend leicht neue Tricks. Die Neugierde ist bei Javanesen extrem groß. Offene Schränke, Tüten, Kisten und Waschmaschinentrommeln sind vor ihnen meist nicht sicher. Da sie sehr intelligent und listig sind, gelten sie zudem als wahre Ausbruchskünstler.

Haltung

Die Haltung der Javanesen sollte an ihren besonderen Charakter angepasst werden. In erster Linie ist wichtig, dass die Katzen viel Liebe und Aufmerksamkeit bekommen. Im Idealfall sollten Sie die Katze nicht allein halten, sondern am besten gleich zwei Tiere derselben Rasse kaufen. Das gilt speziell für berufstätige Singles. Eine Javanese möchte nicht täglich mehrere Stunden allein sein. Im Haushalt lebende Hunde sind kein adäquater Ersatz für einen Artgenossen. Am besten eignet sich eine weitere Javanese oder eine Balinese als Zweitkatze. Sie haben einen ähnlichen Spiel- und Kuscheltrieb, sodass sie sich hervorragend ergänzen. Aber auch andere Rassen kommen in Frage, sofern die Tiere charakterlich zueinander passen. Wichtig ist vor allem, dass die Katzen sich miteinander beschäftigen können, wenn Sie nicht da sind.

In einer Familie kann die Javanese unter Umständen auch allein gehalten werden, wenn sie viel Aufmerksamkeit bekommt. Dann sollte sie aber auf jeden Fall Freilauf erhalten, damit sie sich draußen austoben und Kontakt zu anderen Katzen knüpfen kann. Generell bietet sich der Freigang für alle Javanesen gut an. Die temperamentvollen und energiegeladenen Katzen lieben es, auf Bäume zu klettern, zu jagen und zu toben. Wenn ein ungesicherter Freilauf nicht möglich ist, können Sie einen vernetzten Balkon anbieten.

Eine reine Wohnungshaltung sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn Sie bereit sind, zwei Katzen aufzunehmen. Außerdem muss die Wohnung dann katzengerecht gestaltet werden. Das bedeutet: Ein einzelner Kratzbaum reicht nicht aus! Javanesen in Wohnungshaltung benötigen mehrere Kratz- und Klettermöglichkeiten. Gut geeignet sind beispielsweise auch:

  • Catwalks an der Wand
  • Kratzbretter
  • Höhlen
  • Kisten
  • Rascheltunnel

Wichtig ist, dass Sie die Gestaltung des Reviers regelmäßig verändern. Tauschen Sie die Kratzbäume aus, bringen Sie neue Spielzeuge mit oder basteln Sie eine neue Versteckmöglichkeit. Dadurch haben die Katzen immer wieder etwas Neues zu entdecken, wodurch ihre Neugierde befriedigt wird. Gerade in Wohnungshaltung brauchen die Javanesen sehr viel Aufmerksamkeit, weshalb eine zusätzliche Auslastung wie etwa durch regelmäßiges Clicker-Training oder feste Spieleinheiten empfehlenswert ist.

Das Fell der Javanese ist weich und bedarf nicht viel Pflege durch ihren Halter. Es bildet keine Unterwolle und verfilzt daher nicht. Es genügt, wenn Sie die reinliche Katze einmal pro Woche bürsten. So entfernen Sie lose Haare, die andernfalls in den Magen der Katze gelangen und dort gefährliche Verklumpungen bilden könnten. Unter Umständen führen diese zu einem gefährlichen Darmverschluss.

Damit die Javanese bis ins Seniorenalter fit und gesund bleibt, benötigt sie eine ausgewogene Ernährung. Als Hauptfutter eignet sich ein hochwertiges Nassfutter. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es kein Getreide und keinen Zucker enthält. Die pflanzlichen Bestandteile sollten nur sehr gering sein. Ein hoher Fleischanteil ist ebenso wichtig wie eine genaue Deklaration der Inhaltsstoffe. Nur so wissen Sie, welche Bestandteile das Futter wirklich enthält. Trockenfutter sollte nur sparsam und am besten nur als Leckerli zur Belohnung gefüttert werden. Javanesen decken ihren Flüssigkeitsbedarf ebenso wie alle anderen Katzenrassen fast ausschließlich über die Nahrung. Trockenfutter als Hauptnahrung kann daher auf lange Sicht zu Gesundheitsschäden führen. Wenn Sie möchten, können Sie der Javanese auch BARF füttern, also rohes Fleisch, Knochen und die entsprechenden Supplemente. Hierfür sollten Sie sich genau in die Materie einlesen, damit Mangelerscheinungen vermieden werden können.

Gesundheit

Javanesen sind robust und widerstandsfähig. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei bis zu 20 Jahren. Es sind keine Krankheiten bekannt, die erblich bedingt sind. Das liegt aber vor allem daran, dass die Rasse noch recht neu ist. Einige Züchter gehen davon aus, dass Javanesen zu ähnlichen gesundheitlichen Problemen neigen wie ihre nächsten Verwandten, die Balinesen:

  • Schielen
  • Mehrzehigkeit
  • Erkrankungen des Herzens
  • Augenentzündungen

Möglicherweise kann es auch zu einer erhöhten Neigung zu Mammatumoren und zu Defekten der Blutzellen kommen. Sie minimieren das Risiko, eine Katze mit einer hohen Krankheitsanfälligkeit zu bekommen, indem Sie das Tier bei einem seriösen Züchter kaufen. Er kann eine Vereinszugehörigkeit nachweisen. Sogenannte „Vermehrer“ oder „Hobbyzüchter“, die keinem Zuchtverband angehören, müssen keine Gesundheitstests mit den Elterntieren durchführen, sodass hier das Risiko höher ist, dass Sie sich für eine kranke Katze entscheiden.

Darüber hinaus kann auch eine Javanese-Katze – wie jede andere Katze auch – an Infektionskrankheiten erkranken. Deshalb sollte sie einmal im Jahr gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft werden. Das gilt auch für Wohnungskatzen, denn Sie könnten die Erreger in die Wohnung tragen. Bei Javanesen mit Freilauf empfiehlt sich zusätzlich eine Impfung gegen Leukose und Tollwut. Da die Javakatzen sehr lebhaft und verspielt sind, können sie sich mitunter Verletzungen durch Unfälle zuziehen. Gerade Wohnungskatzen kommen häufig auf dumme Gedanken, weshalb Sie alle gefährlichen Haushaltsgegenstände sichern sollten.

Zusammenfassung

Javanesen sind verschmust, anhänglich und liebesbedürftig. Sie eignen sich perfekt für Familien, sollten aber nicht allein gehalten werden. Am glücklichsten werden zwei Katzen derselben Rasse, weil sie ähnliche Bedürfnisse haben.

Artikelbild: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported / Фотограф:Анна Утехина @ Wikipedia.org

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