Russisch-Blau

Die Russisch Blau

Diese besondere Katzenrasse stammt aus den nördlichen Regionen Russlands und Skandinaviens und war schon am Hof der Zaren sehr beliebt. In Europa fand sie Verbreitung, weil sie von dort gern als Geschenk an andere Königshäuser weitergegeben wurde. Erfahren Sie hier alles über Wesen, Charakter und Besonderheiten dieser schönen und majestätischen Rasse.

Herkunft und Geschichte der Russisch Blau

Die Russisch Blau ist eine natürliche Katzenrasse, das heißt, sie wurde nicht gezielt gezüchtet. Sie gehört zu den ältesten und verbreitetsten Katzenrassen der Welt. Diese Tiere stammen ursprünglich aus den nördlichen Regionen Russlands und Skandinaviens. Die Russisch Blau zeichnet sich durch ein sogenanntes „Doppelfell“ aus – zweifellos ein Attribut, das Tiere in diesen kalten Gegenden benötigen.

Bereits im 8. Jahrhundert waren Katzen mit einem blausilber schimmernden Fell im Norden Russlands und Skandinaviens bekannt. Einige nordische Legenden berichten davon. Möglicherweise gelangten die ersten Blaukatzen mit den Schiffen der Wikinger schon damals in andere Teile Europas, belegt ist dies jedoch nicht.

Mit Recht können Russisch Blau Katzen als Aristokraten bezeichnet werden, denn sie waren viele Jahre vom Zarenhof Russlands nicht wegzudenken. Der erste prominente Kater dieser Art war Vaska, der Liebling des russischen Zaren Peter I. Auch dessen Tochter Elisabeth war begeistert von den blauschimmernden Schönheiten. Katharina die Große verschenkte viele Blaukatzen an andere europäische Königs- oder Kaiserhöfe. Damit wurden die hübschen Russinnen auch in anderen Ländern Europas bekannt.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Rasse im Jahr 1875 bei einer Katzenausstellung im Crystal Palace in London. Wenige Jahre später, nämlich 1900, bekamen Queen Victoria und ihr Sohn Edward VII. ein Pärchen der schönen Rasse von Zar Nikolaus geschenkt. Schnell eroberten die Russian Blue die Herzen der englischen Aristokratie.

Nach dem 2. Weltkrieg reduzierte sich der Bestand der Russisch Blau Katzen dramatisch. Aus Angst, die Rasse könnte ganz aussterben, kreuzten einige Züchter Siamkatzen ein, worunter aber leider die einzigartige Statur und die Beschaffenheit des Fells der Katze litten. Heute versuchen Züchter, via Selektion den leichten Siam-Touch wieder herauszuzüchten.
Es gibt drei verschiedene Typen der Russisch Blau Katze, die sibirisch-skandinavische, die englische und die amerikanische. Die sibirisch-skandinavische ist kleiner als die anderen und hat ein dunkleres Fell. Außerdem gilt sie als schüchtern. Die englische ist dagegen etwas kräftiger, und die amerikanische gilt von allen als die lebhafteste und kontaktfreudigste. In Europa werden alle drei Varianten dieser Rasse miteinander gekreuzt, daher ist die mitteleuropäische Russisch Blau eine Mischung als allen drei Zuchtformen.

Wie sieht eine Russisch Blau Katze aus?

Die Russisch Blau ist eine Katze von faszinierender Schönheit. Sie hat eine schlanke anmutige Silhouette, und ihre Bewegungen wirken graziös und würdevoll. Die tolle Kombination des blau-silber schimmernden Fells und der leuchtend smaragdgrünen Augen verleiht dieser Katze einen ganz besonderen Charme.

Der Körper einer Russisch Blau Katze ist schlank. Ihre Besonderheit ist das Doppelfell, das bedeutet, dass Deckhaar und Unterwolle ungefähr gleich lang sind. Dadurch entsteht das kurze plüschige Haarkleid, das sich beim Streicheln wunderbar weich anfühlt. Die Fellfarbe ist blau mit einem Silberschimmer. Es werden auch weiße und schwarze Varianten der Russisch Blau gezüchtet, diese sind von der FiFe jedoch nicht anerkannt. Auch Flecken oder Tabby-Zeichnungen sind auf dem Fell nicht erwünscht.

Die leuchtend grünen Augen sind mandelförmig und stehen relativ weit auseinander. Die Ohren der schönen Russin sind groß und spitz, haben einen breiten Ansatz und stehen senkrecht zum Kopf. Besonders ausgeprägt ist bei dieser Rasse das Schnurrhaarkissen, welches ihr einen ganz speziellen charakteristischen Gesichtsausdruck verleiht.

Besonders ist auch, dass die Innenseite der Pfoten nicht wie bei fast allen Katzen grau bis schwarz, sondern lavendelfarben ist.

Es kommt vor, dass die Russisch Blau mit anderen Rassen verwechselt wird. Dies sind die blaue Variante der Britisch Kurzhaar sowie die Kartäuserkatze. Die Britisch Kurzhaar ist jedoch stämmiger gebaut, und die Kartäuser hat bernsteinfarbene und keine grünen Augen.

Wie ist das Wesen der Russisch Blau?

Russisch Blau Katzen sind intelligent, freundlich und ruhig. Ihr Wesen gilt als sanft und anhänglich, allerdings berichten Liebhaber dieser Rasse auch von einem anderen Gesicht – nämlich dem einer ungezähmten Wildkatze, der man ungebeten lieber nicht zu nahe kommen sollte. Fremden gegenüber ist sie scheu und oft ängstlich. Hat man das Herz einer Russisch Blau Katze jedoch einmal erobert, hat man einen treuen, anhänglichen Freund für’s Leben. Sie kuschelt sehr gern und liebt Schmusestunden, ist aber auch zurückhaltend und nicht aufdringlich, wenn Frauchen oder Herrchen gerade keine Zeit haben. Gerade diese Mischung aus Anschmiegsamkeit und Unaufdringlichkeit macht für viele Katzenfreunde den ganz besonderen Reiz dieser Rasse aus.

Was ist bei der Haltung einer Russisch Blau zu beachten?

Diese Samtpfoten haben einen eher ruhigen Charakter und ein angenehmes Temperament. Sie passen sich eigentlich jeder Wohnsituation an. Sie schätzen Freigang, sind aber auch mit reiner Wohnungshaltung zufrieden, sofern sie ausreichend Platz zum Spielen und einen großen Kratzbaum zur Verfügung haben. Ideal ist ein begrenzter Freigang – etwa in einem abgeschlossenen Garten oder einem Freigehege. Die Russisch Blau gehört zu den Rassen, die sogar mit einem Halsband „Gassi“ geführt werden können, sofern man sie von Anfang an daran gewöhnt.

Zwar sind sie anhänglich und verschmust und fühlen sich wohl im Kreise der Familie, aber sie kommen auch mit einem berufstätigen Halter zurecht, der tagsüber nicht zu Hause ist. Ist letzteres der Fall, sollten zwei Russisch Blau Katzen gemeinsam gehalten werden. Diese Samtpfoten kommen gut mit anderen Haustieren zurecht und mögen auch Kinder.

Was die Fellpflege betrifft, ist die schöne Russin ebenfalls unkompliziert. Ihr kurzes flauschiges Fell benötigt kaum Pflege. Wenn Sie sie einmal pro Woche ausgiebig bürsten und dabei die abgestorbenen Haare entfernen, ist dies völlig ausreichend.

Ist die Russisch Blau besonders anfällig für Krankheiten?

Da es sich bei der Russisch Blau um eine natürliche Rasse handelt, ist sie sehr robust und kaum anfällig für Krankheiten. Rassespezifische Gendefekte gibt es nicht. Sie benötigt wie alle Katzen einen Impfschutz gegen Katzenseuche und –schnupfen, Freigänger auch gegen Leukose und Tollwut. Eine Russisch Blau erreicht im Durchschnitt ein Alter von 15 Jahren, wobei es auch nicht einmal so selten ist, dass diese Katze ihren 20. Geburtstag feiern kann.

Was ist bei Allergien zu beachten?

Immer mehr Menschen leiden an einer Katzenallergie, was bedeutet, dass immer mehr Tierliebhaber auf das Halten eines Stubentigers verzichten. Für diese gibt es jetzt eine gute Nachricht – denn die Russisch Blau Katze ist aufgrund ihres einzigartigen Doppelfells als sogenannte hypoallergene Rasse registriert. Das bedeutet, dass sie für Menschen mit einer leichten oder auch mittelschweren Katzenallergie besser verträglich ist als andere Katzenrassen. Der Grund ist zum einen, dass die Russisch Blau weniger des Allergens Fel d1 produziert und zum anderen, dass das dicke Doppelfell einen Großteil der allergieauslösenden Substanzen in der Nähe der Haut zurückhält.

Hätten Sie’s gewusst?

Lange Zeit galten die Russisch Blau Katzen als Glücksbringer. So gab es zum Beispiel am Hof der russischen Zaren folgenden Brauch: Wurde ein Kind erwartet, richtete man diesem ein Zimmer ein. Kurz vor der Geburt wurde die Katze in das zukünftige Kinderzimmer geschickt, um böse Geister zu vertreiben. Ein Grund dafür war ganz sicher der sanfte und warme Charakter der Tiere und die Tatsache, dass man glaubte, sie könnten die Gedanken und Gefühle ihrer Menschen lesen.

Zusammenfassung

Bei der Russisch Blau handelt es sich um eine außergewöhnlich schöne Katzenrasse. Auffällig ist ihr dichtes blausilbernes Fell und ihre smaragdgrünen Augen. Russisch Blau Katzen waren im 18. und 19. Jahrhundert am Zarenhof Russlands und auch an anderen europäischen Königs- und Kaiserhöfen sehr beliebt. Die Russisch Blau ist ihrem Menschen treu ergeben und passt gut in eine Familie, aber auch in einen Einzel- oder Paarhaushalt. Selbst für Allergiker kann eine solche Katze eine Option sei, da sie weniger Allergen produziert als andere Rassen.

Artikelbild: Stephen Jingel / Bigstock.com

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert