Die Kanaani-Katze

Steckbrief + weitere Namen

  • Herkunftsland: Israel
  • Größe: mittelgroß bis groß
  • Gewicht: 3 – 5 kg
  • Farbe/Fellfarben: beige- bis zimtfarbener Untergrund mit Tupfen in den Farben seal (schwarz), cinnamon (zimtfarben) oder chocolate (schokoladenbraun)
  • Zeichnung: seal-spotted tabby, chocolate-spotted tabby, cinnamon-spotted tabby
  • Fell/Felllänge: kurz, wenig Unterwolle
  • Augen: mandelförmig und grün

Herkunft & Geschichte

Die Kanaani kommt ursprünglich aus Israel. Dort fand die deutsche Künstlerin und Bildhauerin Doris Pollatschek eines Tages eine verletzte Wildkatze bei einem Spaziergang. Sie fand heraus, dass es sich bei dieser Katze um eine Hybridkreuzung einer in Israel wildlebenden Falbkatze (Felis silvestris lybica) und einer domestizierten Hauskatze (Felis silvestris catus) handelt. Die Künstlerin pflegte die Wildkatze gesund, verliebte sich in die anmutige Schönheit und begann in den 1990er-Jahren in Jerusalem mit den ersten Zuchtversuchen.

Die Rasse entstand durch weitere Kreuzungen von wilden Falbkatzen (mit Hauskatzen. Später wurden auch noch weitere Rassen eingekreuzt, wie z.B. Bengalen, Orientalisch Kurzhaar und Abessinier. Die Abessinier ist eine der ältesten Katzenrasse der Welt. In der heutigen Zeit wird die Rasse der Kanaani nur noch ohne die Verpaarung mit Wildkatzen gezüchtet. Seit dem Jahr 2000 ist die Kanaani eine von der World Cat Federation (WSF) anerkannte Katzenrasse.

Wesen & Charakter

Kanaanis sind äußerst aktive Katzen und gelten als sehr menschenbezogen, sanft und verschmust. Sie genießen die Nähe zum Menschen und bestehen auf regelmäßige Kuschel- und Streicheleinheiten. Die anmutigen Katzen fühlen sich auch in einer großen Familie wohl. Die Kanaani ist eine sehr selbstbewusste und aufgeschlossene Rasse und hat ein neugieriges und offenes Wesen.

Weiterhin ist die Kanaani-Katze sehr intelligent und gelehrig, der lernwillige Schmusetiger beschäftigt sich auch gerne mit Intelligenzspielzeug.  Die Katzenrasse ist sehr freundlich und verspielt und freut sich, wenn ihre Dosenöffner sich ausgiebig mit ihr beschäftigen.

Haltung & Pflege

Die Kanaani kann durchaus als Wohnungskatze gehalten werden. Jedoch sollte hier in einer Wohnung auch ausreichend Platz zum Spielen vorhanden sein. Da die Kanaani-Katze einen ausgesprochenen Bewegungsdrang hat und sehr sprunggewaltig ist, führen sie ihre Erkundungen möglicherweise auch auf Schränke oder Regale. Wie ihre wilden Vorfahren klettert die muskulöse und sportliche Kanaani sehr gerne und fühlt sich am wohlsten mit jeder Menge Möglichkeiten zum Klettern und Toben.

Ein oder mehrere Kratzbäume sind hier auf jeden Fall von Vorteil, damit der aktiven Kanaani nicht langweilig wird. Die Kanaani freut sich auch über einen gesicherten Balkon oder Garten, hier kann sie ihrem Erkundungsdrang nachgehen und immer wieder Neues entdecken.

Die Pflege dieser Rasse ist recht unkompliziert: Dank ihres kurzen Fells mit nur wenig Unterwolle benötigt die Kanaani keine besondere Fellpflege. In regelmäßigen Abständen sollte das Fell der Katze, wie bei anderen Katzenrassen auch, mit einer weichen Bürste gebürstet werden.

Erziehung

Katzen lassen sich natürlich nicht so gut erziehen wie Hunde. Dennoch kann man Katzen, gerade bei so einer lernwilligen Katzenrasse wie der Kanaani, unerwünschte Verhaltensweisen durchaus abgewöhnen. Ein klares und deutliches „Nein“ verstehen Katzen sehr schnell, trotzdem ist bei der Katzenerziehung jede Menge Geduld gefragt. Beachten Sie hierbei jedoch unbedingt: Niemals laut schreien, Gewalt anwenden oder grob werden.

Versuchen Sie, Ihrer Katze möglichst klar zu machen, was Sie von ihr erwarten. Wenn sie beispielsweise an Ihrem Sofa zu kratzen beginnt, sagen Sie laut „Nein“, nehmen die Katze und setzen sie an ihren Kratzbaum. Dort zeigen Sie ihr, wie sie hier kratzen und ihre Krallen schärfen kann. Wenn Ihre Katze das dann macht, loben Sie sie ganz ausgiebig. So wird sie verstehen, was Sie möchten und mit positiver Bestärkung erreichen Sie bei Ihrer Kanaani viel mehr als mit Bestrafungen.

Gesundheit & rassetypische Krankheiten

Die Rasse der Kanaani ist noch eine sehr neue und junge Rasse, aufgrund dessen sind hier noch keine Erbkrankheiten oder rassetypische Krankheiten bekannt. Erkranken kann die Kanaani an ganz katzentypischen Krankheiten wie z.B. Katzenschnupfen oder Katzenseuche. Auch ein Parasitenbefall, wie beispielsweise Zecken, Flöhe oder Ohrmilben, kann bei Ihrer Kanaani vorkommen. Bei Wohnungskatzen wird ein Parasitenbefall jedoch nur selten auftreten. Ältere Katzen neigen manchmal zu Nieren- und Blasenerkrankungen.

Wenn Sie bei Ihrer Katze Symptome erkennen, die darauf hindeuten, dass es Ihrem Vierbeiner nicht so gut geht, gehen Sie am Besten zum Tierarzt und lassen diese Symptome abklären.

Lebenserwartung

Aufgrund der noch kurzen Zuchterfahrung dieser Katzenrasse liegen noch keine verlässlichen Daten vor, was die genaue Lebenserwartung der Kanaani betrifft. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Katze liegt durchschnittlich zwischen 15 und 20 Jahren. Die älteste Katze der Welt wurde laut Guinness-Buch der Rekorde sogar 38 Jahre alt. Umgerechnet in „Menschenjahre“ wäre diese amerikanische Hauskatze 196 Jahre alt geworden.

Ernährung & Futter

Ein spezielles Futter oder eine besondere Ernährung benötigt die Kanaani nicht. Sie kann, wie alle anderen Katzen auch, mit Nass- oder Trockenfutter oder mit Barfen ernährt werden. Bei der Fütterung mit Nass- oder Trockenfutter sollte darauf geachtet werden, dass das Futter als Alleinfuttermittel deklariert ist. Beim Trockenfutter ist es außerdem sehr wichtig, dass Ihre Katze auch genügend trinkt und somit genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Trinkt die Katze zu wenig Wasser, kann hier möglicherweise die Gefahr einer Harnwegserkrankung bestehen. Wenn Sie barfen möchten, sollten Sie sich hier unbedingt die erforderlichen Kenntnisse und das nötige Wissen aneignen, damit Ihre Katze auch alle lebensnotwendigen Nährstoffe und Vitamine bekommt, die sie braucht.

Zucht & Rassestandards

Die Kanaani wurde im Jahr 2000 von der World Cat Federation offiziell als neue Katzenrasse anerkannt, seitdem gibt es auch gewisse Rassestandards, die bei der Zucht eingehalten werden müssen. Es gibt weltweit nur sehr wenige Kanaani-Züchter, bekannt sind hier weniger als 10 Züchter dieser Katzenrasse. Bis im Jahre 2005 waren noch einige Einkreuzungen erlaubt: Kanaani, getupfte Varianten der Felis lybica, getupfte Bengal-Katzen und getupfte Orientalisch Kurzhaar-Katzen. Seit dem Jahre 2010 wurden die Zucht-Richtlinien verschärft und es dürfen nur noch Kanaani mit Kanaani verpaart werden. Weitere Einkreuzungen sind verboten.

Körperteil Merkmale / Beschreibung
Kopf schlanker, relativ langer Hals; Kopf sollte ein breites Dreieck bilden; sichtbare Wangenknochen; leicht gewölbte Stirn; ausgeprägte gerade Nase; kräftiges Kinn; leicht abgeflachte Schnauze; die Stirn geht sanft zur Nase über
Ohren Ohrpinsel sind erwünscht; große, weit gesetzte Ohren; spitz zulaufend, offen, transparent und innen leicht behaart; der Zwischenraum zwischen den beiden Ohren sollte mindestens die untere Ohrbreite haben; die Ohren sollten aufmerksam aufgerichtet sein
Augen weit auseinander stehende große und offene Augen; leicht schräg gestellt zu den Ohren; mandelförmig, aber nicht orientalisch; Augenfarbe: grün, bevorzugt Stachelbeergrün oder Apfelgrün, gelbgrün wird akzeptiert
Körper groß und schlank; muskulöser Körper; hohe schlanke Beine mit etwas höherer Hinterhand; bei Katern Schultern und Nacken etwas muskulöser; ovale schlanke Pfoten
Schwanz sehr lang und dünn; am Ansatz etwas kräftiger und spitz zulaufend an der Schwanzspitze
Fell kurzes anliegendes Fell mit wenig Unterwolle; eher derbe Struktur, nicht siamesisch weich; die Haare müssen lang genug sein, um in de Grundfarbe und Zeichnung ein deutliches Ticking (Bänderung der Katzenhaare) zu zeigen; das Ticking ist unverzichtbar, aber nicht so ausgeprägt, dass die Tupfen verschwinden
Farbe beige- bis zimtfarbener Untergrund mit Tupfen in den Farben seal (schwarz), cinnamon (zimtfarben) oder chocolate (schokoladenbraun), können durch das Ticking weicher gezeichnet sein; Schwanzspitze und mindestens 3 Ringe sowie Fußballen und Sohlenstreifen sind bevorzugt schwarz (wie bei Felils Lybica); die genetische Farbe ist an der Schwanzspitze erkennbar
Muster/Zeichnung Tupfen in waagerechter oder diagonaler Reihung; nicht erlaubt ist eine senkrechte Reihung über den ganzen Körper; Beine getupft oder geringt; zwei bis drei Halsringe, von denen einer geöffnet sein sollte; charakteristisches „M“ auf der Stirn, idealerweise in drei bis fünf Linien fortgesetzt über den ganzen Schädel und das Genick bis auf die Schulter; auf den Schultern können sich die Linien fortsetzen und sich in kreisförmige Muster mit einem Tupfen in der Mitte verwandeln; Aalstrich sollte in Tupfen aufgelöst sein; Bauch weiß bis hellbeige und getupft; Kinn und Kehle hellbeige; ziegelroter Nasenspiegel, in der Zeichnungsfarbe umrandet

Kosten

Zusammenfassung

Die Kanaani ist eine menschenbezogene und sanfte Katze, die die Nähe zu ihren Menschen sehr genießt. Sie ist äußerst lernwillig und geht gerne auf Entdeckungstour. Wie ihre wilden Ahnen klettert sie sehr gerne. Die Zucht dieser Rasse ist weltweit nicht sehr verbreitet, die Kanaani gibt es also nur ziemlich selten. Dank den außergewöhnlichen Tupfen auf ihrem Fell und ihren Ohrpinseln an den aufmerksam aufgerichteten Ohren sieht die Kanaani wie eine kleine anmutige Wildkatze aus.

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