Chinchilla-Katze

Chinchilla-Katze

Die Chinchilla-Katze stammt von der Perserkatze ab und ist für ihre weiße Schönheit bekannt. Sie gehört zu den beliebtesten Katzen überhaupt, weil sie mit ihren puppenhaften Gesichtszügen und dem langen, beeindruckenden Fell jedes Herz erobert. Bevor Sie einer Chinchilla-Katze ein Zuhause schenken, sollten Sie sich aber genauer über ihr Wesen, die Haltungsanforderungen, die Besonderheiten in Bezug auf ihre Gesundheit und die Pflege des Fells informieren. So stellen Sie sicher, dass Sie der Chinchilla-Katze ein rundum perfektes Heim und ein glückliches Leben bieten können. Alles, was Sie über die Chinchilla-Perser wissen müssen, erfahren Sie hier bei Smart-Animals.

Herkunft

Da die Chinchilla-Katze schon recht lange existiert, ist nur wenig über ihre Entstehungsgeschichte bekannt. Fest steht, dass sie bei der Zucht der Perser entstand. Diese Katzenrasse gehört zu den ersten Züchtungen innerhalb der Perserkatzen, der es gelang, eine eigenständige Rasse zu erzielen. Offiziell anerkannt wurde sie im Jahre 1894 in Großbritannien. Der Deckkater, der als Vater der Chinchilla-Rasse gilt, trug den Namen Silver Lambkin. Er ist heute noch in einem englischen Museum zu finden. Die Mutter war wahrscheinlich eine fliederfarbene Burma.

Heute ist die Chinchilla-Katze in ganz Europa und auch in Deutschland weit verbreitet. Bei Perserliebhabern und Fans von Langhaarkatzen kommt sie besonders gut an.

Bei dem Kauf einer Chinchilla-Katze ist Vorsicht geboten, da es neben den seriösen Züchtern, die Tiere mit Stammbaum verkaufen, auch einige Hobbyzüchter gibt. Sie bieten die Katzen zu einem besonders günstigen Preis an, verzichten aber auf jegliche Gesundheitstest und verfügen oft nicht über das notwendige Wissen über Genetik.

Infolgedessen sind die Katzen von solchen Hobbyzüchtern nicht selten krank oder erblich vorbelastet.

Aussehen

Die Chinchilla-Katze weist eine typische Optik auf, die der Perserkatze sehr ähnelt:

  • Gewicht:
    • Katze: 3,5 bis 6 Kilogramm
    • Kater: maximal 7 Kilogramm
  • Körperbau:
    • Gedrungene Statur
    • Kräftige Knochen
    • Muskulös
    • Kurze Beine
  • Schwanz:
    • Kurz
    • Buschig
  • Schädel:
    • Breit und rund
    • Kleine Nase mit deutlichem Stop
  • Ohren:
    • Klein und abgerundet
  • Augen:
    • Groß und rund
    • Weit auseinander stehend
    • Smaragd bis blaugrüne Farbe
  • Fell:
    • Langhaar
    • Seidige Textur
    • Dichte, weiße Unterwolle
    • Weißes Deckhaar mit schwarzen Spitzen (Silver Shaded) oder goldbraunen Spitzen (Golden Shaded)

Normalerweise sind Chinchilla-Katzen weiß und haben grüne Augen. Es gibt aber auch Katzen, deren Augen blau gefärbt sind. Zudem sind Abweichungen bei den Fellfarben möglich. Der Kopf der Chinchilla-Katzen ist breit. Er besitzt kleine Ohren, die weit auseinander stehen. Das Gesicht ist ähnlich wie bei Persern offen und kurz. Die Augen einer Chinchilla-Katze sind groß und rund. Sie weisen eine strahlende Farbe auf. Üblicherweise sind die Chinchillas feinknochiger als Perserkatzen. Die Beine sind aber kurz, stark und dick. Typisch für Chinchilla-Katzen ist das lange, üppige und dicke Fell. Es ist mit weicher, dichter Unterwolle ausgestattet.

Charakter

Auch das Wesen der Chinchilla-Katzen ähnelt dem Charakter der Perser sehr. Sie sind:

  • Freundlich
  • Eigenwillig
  • Sozial
  • Verspielt
  • Sanftmütig
  • Liebevoll
  • Anhänglich

Allerdings gelten Chinchilla-Katzen als verspielter als die meisten Perserkatzen. Insbesondere die Kitten sind sehr lebhaft und benötigen viel Abwechslung durch entsprechende Spielangebote. Auch aufgeschlossener und extrovertierter als Perser sind die Chinchillas in der Regel. Sie mögen Hunde, Menschen und andere Katzen gerne, denn sie sind sehr sozial. Allerdings ist die Chinchilla-Katze auch in der Lage, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Nur wenn sie regelmäßig längere Zeit allein gelassen wird, lässt sie ihre Besitzer ihren Unmut spüren.

Sobald sie einmal ihre Bezugsperson ausgewählt hat, zeigt sie sich als liebevoll und treu. Oft weicht sie ihrem Besitzer nicht von der Seite und folgt ihm durch die Wohnung. Schmuseeinheiten fordert sie regelmäßig und mit dem für sie so typischen Starrsinn ein. Bekommt sie nicht, was sie möchte, kann sie durchaus für längere Zeit beleidigt sein.

Fremde in ihrem Zuhause beäugt die Chinchilla-Katze erst einmal misstrauisch. Mitunter zieht sie sich bei zu viel Trubel auch gerne an einen ruhigen Ort zurück. Grundsätzlich eignet sich diese Rasse für Familien mit Kindern. Nur für Kleinkinder ist sie – ebenso wie alle anderen Perser – nicht ideal.

Haltung

Wenn Sie vorhaben, eine Chinchilla-Katze zu adoptieren, sollten Sie sich zunächst über die speziellen Haltungsanforderungen informieren, die diese Rasse hat. Gerade die Fellpflege wird von vielen Perser-Anfängern unterschätzt, sodass sie später überfordert sind. Das lange Fell neigt zum Verknoten und Verfilzen. Es sollte daher täglich ein- bis zweimal am Tag gebürstet werden.

Zudem ist es ratsam, einen Entfilzungskamm parat zu haben, um eventuelle Knötchen schnell und schmerzfrei zu lösen.

Darüber hinaus muss der Halter einer Chinchilla-Katze – anders, als das bei den meisten Katzenrassen üblich ist – bei der Krallenpflege eingreifen. Sie nutzen sich trotz Kratzbaum oft kaum ab, weshalb sie regelmäßig gekürzt werden sollten. Üben Sie diese Prozedur am besten schon im Kitten-Alter, damit sie die Katze später problemlos über sich ergehen lässt. Da die Augen der Chinchilla-Katze häufig tränen, müssen Sie die Augenwinkel und die Seiten der Nase regelmäßig reinigen. Aufgrund der Felllänge neigen die Schwanzunterseite und das Hinterteil des Tiers dazu, mit Kot zu verkleben. Achten Sie darauf, diesen Bereich immer sauber zu halten, um Flecken in der Wohnung und vor allem schmerzhafte Fellverklumpungen zu vermeiden.

Das lange, seidige Fell verfilzt im Freien noch leichter als in der Wohnung. Schnell verfangen sich Blätter, Zweige und Schmutz darin. Deshalb eignet sich diese Katzenrasse nicht für den Freigang. Sie können aber, wenn Sie Ihrer Katze trotzdem die Möglichkeit bieten möchten, etwas frische Luft zu schnuppern, bei schönem Wetter Zugang zu einem vernetzten Balkon bieten. Das wird von den meisten Chinchilla-Katzen sehr gern angenommen.

Damit es der Chinchilla-Katze in der reinen Wohnungshaltung nicht langweilig wird, empfiehlt es sich, mindestens zwei Katzen zusammen zu halten. Als Wohnungskatze bleibt ihr ansonsten der Kontakt zu Artgenossen vollkommen verwehrt, was zu einer Vereinsamung führen kann. Das äußerst sich in ein paar Jahren oftmals in unerwünschtem Verhalten wie Kratzen an den Möbeln oder Wänden, Unsauberkeit oder Apathie. Es muss sich bei der Zweitkatze nicht unbedingt ebenfalls um eine Chinchilla- oder Perserkatze handeln. Wichtig ist, dass die Tiere charakterlich zusammenpassen. Die zweite Katze sollte also von eher ruhiger Natur sein. Ein sehr lebhaftes Tier wie eine Bengalkatze eignet sich als Gesellschaft für die Chinchilla-Katze nicht.

Auch die Nahrungsanforderungen sind bei Chinchilla-Katzen genauso wie bei Persern speziell. Die meisten Chinchillas können wegen der kurzen Nase und der Form ihres Kiefers das Futter nur mit der Zunge aufnehmen. Deshalb sollten Sie immer Nassfutter anbieten, das eine weiche Konsistenz hat. Eine Gabe von Trockenfutter, Trockenfleisch oder Rohfleisch ist bei den meisten Chinchilla-Katzen nicht möglich. Damit Ihre Katze trotz des eingeschränkten Futterangebots lange gesund und munter bleibt, sollten Sie mehrere hochwertige Nassfuttersorten auswählen. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte:

  • Hoher Fleischanteil
  • Nur etwa 5 Prozent Gemüse
  • Kein Getreide
  • Kein Zucker

Sie können dafür sorgen, dass das Futter weicher wird, indem Sie vor dem Servieren etwas lauwarmes Wasser hinzufügen und gut umrühren. Dann kann es von der Chinchilla-Katze besser aufgenommen werden.

Gesundheit

Die Lebenserwartung einer Chinchilla-Katze liegt bei ungefähr 15 Jahren. Leider treten viele gesundheitliche Probleme, unter denen auch die Perser leiden, bei Chinchillas ebenfalls oft auf. Häufig sind zum Beispiel Kieferfehlstellungen, weil der Kopf sehr kurz und das Gesicht abgeflacht ist. Sie können Zahnerkrankungen hervorrufen und Probleme beim Fressen verursachen. Durch die kleinen Nasenlöcher und das lange Gaumensegel treten zuchtbedingt oft leichte bis schwerwiegende Atemprobleme auf. Bei einigen Tieren sind die Tränenkanäle im Verlauf verschoben, wodurch das Gesicht dauerhaft nass wird. Daraus können wunde Stellen und Hautausschläge resultieren. Das abgeflachte Gesicht kann auch die Entstehung von Augenerkrankungen begünstigen.

Zudem tragen Chinchillas genauso wie Perser ein Gen in sich, das zur sogenannten autosomal-dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (PKD) und im weiteren Verlauf zu Nierenversagen führen kann. Seit den 1990er-Jahren gibt es Tests, die das Vorhandensein dieses Gens nachweisen können. Es wurde bei Chinchillas zwar seltener gefunden als bei Persern, ist aber dennoch vorhanden.

Seriöse Züchter versuchen nun mit diesem Test, die Erbkrankheit aus der Welt zu schaffen, indem betroffene Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden. Fragen Sie vor dem Kauf also immer nach, ob die PKD-Zertifikate für die Elterntiere vorhanden sind.

Die beste Voraussetzung dafür, dass sich eine Chinchilla-Katze einer guten Gesundheit erfreut, ist gegeben, wenn Sie sie bei einem seriösen Züchter kaufen. Die Kitten sollten mindestens drei Monate alt sein, bevor sie von der Mutter getrennt werden. Zudem sollten Sie nur Kätzchen aufnehmen, die bereits geimpft und entwurmt sind. Leider gibt es in den einschlägigen Online-Kleinanzeigen-Portalen einige Menschen, die Katzenbabys der Chinchilla-Rasse besonders günstig verkaufen, weil sie keinem Zuchtverein angehören und somit auf die entsprechenden Gesundheitstests verzichten können. Bei einem solchen Kätzchen ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Krankheiten vererbt wurden, viel höher. Bei Ihrer Suche nach einer Chinchilla-Katze sollten Sie sich daher immer an professionelle Züchter wenden.

Unabhängig davon besteht bei einer Chinchilla-Katze natürlich das Risiko, an einer katzentypischen Infektionskrankheit zu erkranken. Dazu gehören insbesondere Katzenseuche und Katzenschnupfen. Gegen beide Krankheiten kann geimpft werden. Auch bei Wohnungskatzen sind die Impfungen, die jährlich wiederholt werden müssen, sinnvoll, da Sie die Erreger mit in die Wohnung bringen könnten. Gegen Leukose und Tollwut muss hingegen nur geimpft werden, wenn Ihre Katze auch Freilauf erhält. Davon ist aber bei Chinchilla-Katzen wegen der Felllänge generell abzuraten.

Zusammenfassung

Chinchilla-Katzen ähneln in ihrem Wesen und dem Aussehen sehr den Persern. Auch die meisten Erberkrankungen, die bei Perserkatzen auftreten, gibt es bei den Chinchillas ebenso. Allerdings gelten Vertreter dieser Rasse als etwas lebhafter und verspielter als die ruheliebenden Perser.

Artikelbild: © PrimePhoto / Bigstock.com

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