Bengalkatze

Bengalkatze

Herkunft

Die heute oftmals als Hauskatze gehaltene Bengalkatze stellt eine Kreuzung aus einer wilden und einer domestizierten Katze dar. Die ursprüngliche Wildkatze ist die asiatische Leopardenkatze, welche besonders im südlichen und im östlichen Asien ihren Ursprung hat. Sie ist inzwischen auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Die andere Hälfte der Kreuzung war eine herkömmliche kurzhaarige Hauskatze.

Die Kreuzung wurde in den Vereinigten Staaten durchgeführt. Zusätzlich wurden aber noch weitere Katzenarten mit den Züchtungen gepaart. Für die ursprüngliche Bengalkatzenzüchtung verantwortlich war Jean Mill, eine Genetikerin aus den USA. In den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts gab es dann erfolgreiche Züchtungsversuche, aus denen die heutige Bengalkatze hervorgegangen ist. Anerkannt ist die Katzenart allerdings erst seit 1999.

Aussehen

Optisch ist die Bengalkatze sehr besonders, da kaum mit anderen Rassekatzen vergleichbar. Das geht besonders auf die Züchtung zurück, da das kurzhaarige Fell mit dem auffälligen Muster der Leopardenkatze, für Katzen dieser Größe sehr einzigartig ist. Daher ist das heutige Aussehen als besonders attraktiv und exotisch zu bezeichnen. Als klare Abgrenzungsmerkmale werden die Rassestandards genommen. Dazu zählt bei der Fellfarbe, dass dieses entweder getupft oder getigert ist.

Farbliche Ausprägungen sind in den Farben Braun, Schwarz, Grau und Silber zu finden, wobei die Fellfarbe oftmals auch in hellbraune bis blonde Bereiche übergeht. In der Regel ist die Bengalkatze kurzhaarig. Das Fell ist dabei insgesamt als samtig und weich zu bezeichnen. Es gibt aber auch gezüchtete Rassen, die zu langhaarigen Varianten übergehen.

Körperlich gibt es auch einige Rassemerkmale, die hervorstechen. Dazu gehört beispielsweise, dass die Hinterbeine meist etwas länger sind, als die Vorderbeine und die Schultern. Dieses Merkmal ist ganz typisch für diese Rasse, weshalb sie sich darüber besonders gut identifizieren lässt. Vorteile in der Beweglichkeit gehen ebenso einher. Das Gesamtgewicht beträgt bei ausgewachsenen Tieren bis zu sechs Kilogramm und unterschreitet bei geregelter Nahrungsversorgung das Gewicht von vier Kilo selten.

Somit kann die Katze als mittelgroß bis groß bezeichnet werden. Auch am typischerweise eher kleinen Kopf sind einige Merkmale zu erkennen. Dazu zählt besonders, dass die Katze recht weit auseinanderliegende Ohren und eine große Nase hat. Aber auch die hochstehenden Wangenknochen dienen zur Identifizierung und sind ein wichtiges Merkmal.

Charakter und Wesen

Der Charakter der Bengalkatzen ist im Grunde genommen als durchweg positiv zu bezeichnen. Das gilt zumindest solange, wie die benötigte Aufmerksamkeit der Katze auch als positiv gewertet wird. Natürlich gibt es auch Halter, die ein eigenständigeres Tier bevorzugen. Als eigenständig ist die Bengalkatze aber nicht zwingend zu bezeichnen. Dafür sorgen mehrere Aspekte. Zum einen verfügt die Katze über eine sehr große Neugierde. Daher kommt es auch öfters vor, dass die Katze sich auf Expeditionen begibt und dabei viel klettert.

Auch darüber hinaus ist viel Aktivität vorhanden. Die Katze verlangt oftmals besondere Aufmerksamkeit vom Halter und möchte gekrault werden oder spielen. Sie kann zwar auch alleine spielen, allerdings bezieht sie gerne Menschen mit ein und spielt sehr oft mit ihnen. Zu den beliebtesten Spielzeugen gehören daher folgende Gegenstände:

  • Fellmäuse
  • Bälle
  • Tropfende Wasserhähne
  • Badewannen und Pools
  • Kratzbaum
  • Klettergeräte
  • Clicker
  • Katzenspielzeug

Insgesamt ist die Bengalkatze gegenüber den Haltern und anderen Menschen sehr aufgeschlossen. Das äußert sich in erster Linie über die gemeinsamen Spiele, zeigt sich aber auch in anderen Aspekten. So werden neue Bekanntschaften schnell akzeptiert und gerne zum Spielen aufgefordert. Der Umgang in der Familie ist auch problemlos. Dabei ist nur immer zu beachten, dass die Katze im Grunde genommen täglich Aufmerksamkeit und Zuneigung braucht und verlangt. Darüber hinaus ist die Katze gegenüber Befehlen des Halters sehr ergiebig und hört auf diese.

Haltung

Die Fellpflege der Bengalkatze ist insgesamt sehr einfach und kaum nötig. Begünstigt wird das durch die kurzen Haare des Tieres. Die Katze ist in der Regel in der Lage das Fell selbst sauber zu halten. Aus Pflegegründen besteht daher in der Regel kein Bedarf für eine umfassende Halterpflege. Durch das Bürsten kann allerdings die Verbindung zwischen Halter und Katze gestärkt werden. Besonders als Belohnung kann das Bürsten genutzt werden.

Gehalten werden kann die Katze im Haus oder der Wohnung sowie in Außenbereichen. Die reine Haltung im Haus ist aber nur dann möglich und sinnvoll, wenn es ausreichende Möglichkeiten für die Katze gibt sich auszutoben. Auch Kletter- und Spielmöglichkeiten sollten ausreichend vorhanden sein. Wenn diese Möglichkeiten nicht bereitgestellt werden können, sollte der Zugang zur Außenwelt hergestellt werden.

Die Bengalkatze ist zwar sehr intelligent, allerdings gibt es dennoch große Gefahren die für alle Katzenarten gleichermaßen gelten. Besonders große Schnellstraßen und Autobahnen in der Nähe sollten beachtet werden. Generell sind auch Innenstädte nicht gefahrenfrei. Es sollte aber in jedem Fall ausreichend Platz vorhanden sein, da es der Katze sonst nicht gut geht.

Die Nahrung sollte bei Kitten mit dem Züchter der Katze abgesprochen werden. Das liegt daran, dass die Katze eine starke Futterumstellung nicht besonders gut verträgt. Für die Anfangszeit wird daher zu dem Futter des Züchters sowie zu spezieller Nahrung für junge Katzen geraten. Im Anschluss wird die Nahrung dann langsam auf herkömmliche Katzennahrung umgestellt, die zu etwa einem Viertel aus tierischem Eiweiß bestehen sollte. Wichtig ist dabei, dass nicht nur reines Muskelfleisch verfüttert wird, sondern auch Gedärme und andere eiweißhaltige Produkte von Tieren.

Die Katze mag es besonders, wenn sie einen hohen Standort in der Wohnung oder im Haus nutzen kann, um damit das Zimmer zu überblicken. Dabei sollte auch ausreichend Platz zum Hinlegen sein, da die Katze an diesem Standort gerne viel Zeit verbringt.

Gesundheit

Die Betrachtung der Gesundheit ist für Mensch und für Katze gleichermaßen wichtig. Die Allergie gegenüber Katzenhaaren ist eine der häufigsten Ursachen, die gegen die Vierbeiner sprechen. Einige gezüchtete Bengalkatzen sind aber so ausgestattet, dass ihr Haarverlust etwas eingedämmt wird, wodurch Allergiker unter Umständen bessere Chancen haben. Allerdings ist das pauschal nicht ohne Weiteres zu sagen, weshalb es getestet werden sollte.

Die Bengalkatze ist selbst auch nicht frei von Krankheiten und gegenüber einigen Leiden besonders anfällig. Probleme kommen bei Bengalkatzen beispielsweise bei den Kniescheiben vor, da diese oftmals rausspringen. Das ist dann mit häufigen Besuchen beim Tierarzt verbunden. Allerdings kann die Katze frühzeitig darauf getestet werden. Auch einige Nierenerkrankungen werden vererbt und können auf lange Sicht zu Nierenversagen führen.

Weitere Probleme können im Bereich der Retina auftreten, was zu Blindheit führen kann. Allerdings sind das nur einige Krankheiten, die vererbt werden können, allerdings nicht zwingend vorkommen müssen. Daher liegt die Lebenserwartung im Durchschnitt auch bei ungefähr 15 Jahren.

Zusammenfassung

Die in Amerika gezüchtet Bengalkatze gilt als äußerst pflegeleichtes und zutrauliches Tier. Besonders die Spiellust ist ein Merkmal, das sie auszeichnet, wobei auch ihr Aussehen für Einzigartigkeit sorgt. Zum Spielen werden besonders Menschen eingebunden.

Artikelbild: © Seregraff / Bigstock.com

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