Rollige-Katze

Rollige Katze

Was passiert bei einer rolligen Katze?

Jeder hat sie bereits schon einmal gehört, wenn nachts alles schläft, schleichen sie um die Häuser und ihr Miauen ist eindringlich und intensiv. Die Rede ist von den rolligen Katzen, die reif sind für die große Liebe und sich nun auf Partnersuche begeben. Wäre ja alles recht schön und gut, wäre da nicht das laute Miauen mitten in der Nacht.

Wenn sich die ersten warmen Nächte nach dem Winter auftun, sind Jungkatzen (die vergangenes Jahr auf die Welt gekommen sind) paarungsbereit und suchen durch gezielte Lautgebung den geeigneten Sexualpartner.

Wann wird die Katze rollig?

Sobald sie ihre Geschlechtsreife erreicht hat. Das ist meist vom 6 bis zum 9 Monat. Natürlich gibt es auch Katzen die diese Regel durchbrechen und bereits früher geschlechtsreif sind oder auch „Spätzünder“ sind unter ihnen anzutreffen, aber spätestens mit einem Jahr haben alle weiblichen Katzen ihre Geschlechtsreife erreicht und sie werden rollig.

Gibt es Anzeichen für die Rolligkeit?

Ja, die gibt es. Sie gestalten sich wie folgt:

  • Das Tier miaut kläglich vor sich hin und lässt sich von ihrem Besitzer kaum noch beruhigen.
  • Die Katze wälzt sich am Boden und bekommt dabei einen seltsamen Gesichtsausdruck.
  • Das Köpfchen wird an alles gerieben, was der Katze gerade unterkommt. Das hat zur Folge, dass sie ihre eigene Duftmarke setzt.
  • Ihre Haltung ist anders, das Kreuz ist durchgedrückt, der Schwanz seitlich gehalten, damit das Hinterteil voll zur Geltung kommen kann.
  • Die Katze rollt sich am Boden ständig hin und her, deshalb auch die Bezeichnung: rollige Katzen.

Die Rolligkeit der Katze teilt sich in eine Vorbrunst und einer Brunstphase auf. Das weibliche Sexualhormon Östrogen spielt dabei eine wichtige Rolle, sie wird ins Blut des Tieres geleitet. Beim Hund sind bei einer anstehenden Rolligkeit Veränderungen der äußeren Geschlechtsteile zu erkennen, bei der Katze jedoch nicht. Dennoch versucht die Katze Kater aus der näheren Umgebung anzulocken um den Akt des Deckens zu vollziehen.

Was passiert bei der rolligen Katze?

Der Follikelsprung des Tieres löst den Akt endgültig aus. Die Rezeptoren in der Scheidenwand werden stimuliert, in der Hirnanhangdrüse wird ein bestimmtes Hormon freigesetzt, das Luteinisierungshormon, die Eizelle reift heran. Es ist wichtig, dass das Tier mehrmals folgend gedeckt wird, sonst ist die Konzentration der Hormone nicht ausreichend hoch, damit das Ei für die Befruchtung reifen kann. Wurde die Katze mehrmals hintereinander gedeckt und ist die Konzentration der Hormone erreicht, tritt nach 24 bis 36 Stunden später der Eisprung ein. Steht in diesem Zeitraum eine weitere Befruchtung an, kann das zur Folge haben, dass die Kätzchen aus dem Wurf verschiedene Väter haben.

Wie viele befruchtete Eier es tatsächlich gibt, hängt davon ab, wie aktiv sich der Akt des Deckens gestaltet hat. Die Dauer und die Häufigkeit des Deckaktes sind ausschlaggebend dafür, wie viele junge Kätzchen geboren werden. Ein durchschnittlicher Wurf bringt 4 kleine Katzen mit sich. Nachdem die Katze geworfen hat, kann sie nach 1 bis 4 Wochen wieder paarungsbereit sein. Wechseljahre treten bei der Katze keine auf, sie sind bis ins hohe Alter geschlechtsreif und können Junge gebären.

Der dritte Tag der Rolligkeit gilt als der optimale Zeitpunkt zum Decken, gerade bei der Zucht ist das wichtig zu wissen.

Was kann die Geschlechtsreife der Katze beeinflussen?

  • Zum einen ist es die Tageslichtdauer und die Jahreszeit. Wohnungskatzen, die sich nur am künstlichen Licht orientieren, können unabhängig von der Jahreszeit rollig werden.
  • Zum anderen ist das Gewicht der Katze ausschlaggebend für die Rolligkeit. Die Katze muss mindestens 80 Prozent von ihrem erwartenden Körpergewicht erreicht haben. Dieses Gewicht liegt ca. bei 2,5 Kilo.

Wie oft wird die Katze rollig?

Die Katze wird gewöhnlich zwei Mal im Jahr rollig. Es gilt aber zu beachten, dass es auch immer wieder Ausnahmen gibt. Von Oktober bis Dezember legt die Geschlechtsbereitschaft des Tieres eine kurze Pause ein. Ist die Katze aber rollig, so dauert das Paarungsverhalten 8 bis 10 Tage an. Wird die Katze in diesen 8 bis 10 Tagen nicht gedeckt, folgt eine weitere Rolligkeit, die nach 2 Wochen erneut stattfindet. Auch eine Rolligkeit, die von Dauer ist, kann vorkommen, das kommt aber sehr selten vor.

Markante Duftnoten versprühen

Die Katze setzt ihre eigene Duftnote, diese duftende Nachricht animiert die männlichen Katzen und lockt sie gekonnt an. Kater markieren auch, sie hingegen sorgen mit ihrem Duft für klare Besitzverhältnisse und Besitzansprüche, wenn es sein muss, auch beim Zuhause der rolligen Katze. Es ist keine Seltenheit, dass sich mehrere Männchen um ein Weibchen bemühen.

Wenn der Kater einmal mehrere Tage hintereinander nicht heimkommt, dann braucht sein Besitzer deswegen nicht in Sorge sein, das Balzverhalten der Katze dauert. Jeder Kater will sein Imponiergehabe ausleben.

Die rollige Katze hat die Qual der Wahl

Sie darf sich aus den unterschiedlichen Katern einen Favoriten wählen. Wurden im Vorfeld um die Katze bereits Kämpfe ausgefochten, heißt es aber nicht, dass sich die Katze für den Sieger entscheidet. Auch der unterlegene Kater hat bei ihr noch Chancen.

Rollige Katzen sind nicht nur ein Segen

Eine Katze gehört zu den fruchtbarsten Tieren überhaupt. Wer edle Rassentiere züchten möchte, kann das als großen Vorteil ansehen. Ansonsten sollten die Tiere sterilisiert und kastriert werden, um einen ungewünschten Katzen-Nachwuchs entgegenzuwirken. Der beste Zeitpunkt für einen solchen Eingriff ist, sobald die Geschlechtsreife des Tieres eintritt. Bei der Sterilisation bzw. bei der Kastration sollte darauf geachtet werden, dass die Katze bereits ausgewachsen ist.

Zusammenfassung

Sobald die Katze die Geschlechtsreife erreicht hat, zeigt sie sich rollig. Im Alter von 6 bis 9 Monaten muss damit gerecht werden. Die Katze sendet eindeutige Signale aus, wenn es soweit ist. Ihr lautes Miauen ist nicht zu überhören, sie reibt sich ihr Köpfchen an allem und versprüht somit ihre Duftmarke. Die Haltung ist eindeutig, das Kreuz ist durchgedrückt, der Schwanz hochgehoben, das Hinterteil wird präsentiert. Je intensiver der Deckakt vollzogen wurde, umso mehr Eier wurden befruchtet und umso mehr Jungtiere gibt es dann. Ein durchschnittlicher Wurf bringt 4 kleine Katzen mit sich. Das mag nicht viel klingen, es gilt aber zu bedenken, dass eine Katze 2x im Jahr rollig wird und für schnurrenden Nachwuchs sorgt. Deshalb ist eine Sterilisation bzw. Kastration des Tieres früher oder später Pflicht.

Artikelbild: © kozorog / Bigstock.com

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