Munchkin-Katze

Sie ist auf kurzen Beinen durch die Welt unterwegs, doch macht die Munchkin-Katze dieses „Defizit“ in vielen Lagen durch ihren Einfallsreichtum wett. In Deutschland kann sich diese einzigartige und außergewöhnliche Katzenrasse jedoch nur schwer durchsetzen. Allgemein kommt sie in Europa sehr selten vor. Munchkin-Katze weiterlesen

Britisch Kurzhaar

Bei der Katzenrasse Britisch Kurzhaar (BKH) ist der Name Programm: Die kräftigen Briten mit kurzem Fell und gemütlicher Besonnenheit sowie katzentypischer Neugierde sind beliebte Haustiere – nicht nur auf der britischen Insel, sondern weltweit. Die Marken Whiskas und Catsan nutzen Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar als werbliche Aushängeschilder. Obwohl es längst einschlägige Britisch-Kurzhaar-Liebhaber gibt, ist die Abgrenzung zu anderen Rassen wie der Europäisch Kurzhaar oder der Chartreux für den Laien nicht immer einfach. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass diese drei Rassen zum Teil bis ins späte 20. Jahrhundert von Zuchtverbänden unter Überbegriffen zusammengefasst worden sind. Welche Stubentiger werden also nach heutigen Standards als Britisch Kurzhaar bezeichnet und welche nicht?

Herkunft

Wie der Name dieser Katzenrasse bereits andeutet, liegen die Wurzeln der Britisch Kurzhaar in Großbritannien, wo bereits die Alten Römer die ersten Katzen hinbrachten. Die Rasse Britisch Kurzhaar nimmt als solche ihren Anfang mit der ersten Katzenausstellung im Crystal Palace in London 1871, wo bereits Briten in mehreren Farben gezeigt wurden. Besonders beliebt waren die blauen Exemplare, während alle andersfarbigen Katzen in der Kategorie „any other variety“ in einen Topf geworfen wurden. Hauskatzen, Russisch Blau, Chartreux und Siamesen gelten als Grundlage der Rasse Britisch Kurzhaar.

Aufgrund der zwei Weltkriege hatten europäische Züchter starke Schwierigkeiten, ihre jeweiligen Rassen durch sinnvollen Austausch am Leben zu halten und zu stärken. Engagierten Züchtern ist es jedoch durch Einkreuzung von Perserkatzen gelungen, das heute typische, stämmige Erscheinungsbild der Britisch Kurzhaar zu festigen sowie eine große Vielfalt an Farben hervorzubringen. Ein Nebeneffekt der Perser-Einkreuzung ist die Vererbung des rezessiven Langhaar-Gens, wodurch auch heutzutage langhaarige Kitten aus einem Wurf hervorgehen können. Diese liebevoll als Highlander, Lowlander oder Britannica bezeichneten Katzen dürfen nach geltendem Zuchtreglement jedoch nicht als Britisch Kurzhaar mit Stammbaum verkauft werden. Mittlerweile sind die langhaarigen Briten allerdings als eigenständige Rasse – Britisch Langhaar (BLH) – bei den meisten Dachverbänden anerkannt.

Aussehen

Die perfekte Britisch Kurzhaar hinterlässt einen runden Eindruck: Kopf, Pfötchen, Augen und die breite Brust – alles wirkt rundlich und etwas gedrungen. BKHs sind muskulöse Katzen mit kräftigem Körperbau und kurzen Beinen. Während die Pfoten groß und rund ausfallen, ist der Schwanz im Vergleich zu anderen Rassen eher klein. Dafür begeistern BKHs mit großen, ausdrucksstarken Augen, die meist orangefarben oder kupfern sind. Bei der Fellfarbe Silber sind die Augen häufig grün, bei den Points fallen sie meist blau aus. Wie bei den Augenfarben zeigen die Britisch-Kurzhaar-Katzen auch bei den Fellfarben große Vielfalt. Über fünfzig Farbvarianten sind heute bekannt. Besonders beliebt sind die Vollfarben Blau, Lilac sowie Katzen in Silber-Tabby.

Für Verwirrung sorgen Rassebezeichnungen wie „Britisch blau/Kartäuser“, wie sie heute nur noch in alten Stammbäumen zu finden sind. Bis 1977 wurden aber blaue Exemplare der Briten sowie der kurzhaarigen Europäer, die bis 1982 ebenfalls schlicht als „Europäisch“ zu einer Rasse zusammengefasst wurden, auch als Kartäuser weitergegeben. Erst mit 1991 untersagte die FIFe die irreführende Zusammenfassung der verschiedenen Katzenrassen mit blauem Fell. Heute dürfen nur noch echte Chartreux-Katzen als „Kartäuser“ bezeichnet werden.

Charakter

Nicht nur aufgrund ihres drolligen Aussehens, sondern vor allem wegen ihres wohlwollenden Wesens sind Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar als Haustiere beliebt. Das eher ruhige, aber zuweilen divahafte Auftreten haben die Katzen zu einem Großteil der Einkreuzung von Perserkatzen zu verdanken. Britisch-Kurzhaar-Katzen sind anpassungsfähig und umgänglich mit anderen Tieren sowie mit Kindern. Obwohl sie eher ruhig und unaufdringlich auftreten, können sich BKH-Katzen gegenüber anderen Katzen durchaus durchsetzen. Sie lassen sich trotz ansonsten stoischer Ruhe keineswegs alles gefallen.

BKH-Katzen sind wie die meisten Katzen clever, aufgeweckt und gute Jäger, die vor allem in jungen Jahren gerne spielen. Die zumeist recht anhänglichen BKH-Katzen sind nicht gerne länger allein und entgegen sich immer noch haltender Gerüchte durchaus keine Einzelkatzen per se. Kitten wissen einen Artgenossen als Spielpartner durchaus zu schätzen. Britisch-Kurzhaar-Katzen fordern regelmäßig Streicheleinheiten von ihrem Besitzer ein. Wenn sie nicht die nötige Zuwendung erhalten, können sie seelisch verkümmern. Im Gegensatz zu anderen Kleinkatzen sind BKHs für gewöhnlich nicht wasserscheu.

Haltung

Die Britisch Kurzhaar kann ohne Probleme als reine Wohnungskatze gehalten werden, sofern ihr genügend Kratzgelegenheiten und kuschelige Liegeflächen zur Verfügung gestellt werden. Über einen Panoramaausblick auf dem Fensterbrett oder auf dem gesicherten Balkon freut sie sich natürlich auch immer.

Grundsätzlich ist die Britisch Kurzhaar eine pflegeleichte Katzenrasse. Aufgrund der dichten Unterwolle ist jedoch menschliche Unterstützung beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst empfehlenswert. Um das Fell der Britisch-Kurzhaar-Katzen zum Glänzen zu bringen, kann sie einmal wöchentlich mit einer sanften Bürste gebürstet werden, was zudem das Entstehen filziger Knoten im Fell verhindert. Darüber hinaus hat vor allem die Ernährung Einfluss auf das Aussehen des Fells.

Gesundheit

Britisch-Kurzhaar-Katzen sind nicht nur vom Wesen eher ruhig, sie entwickeln sich auch nur gemächlich. Das Wachstum ist erst mit etwa zwei Jahren oder später abgeschlossen. Britisch-Kurzhaar-Katzen gelten als Genießer. Das bedeutet jedoch leider umgekehrt auch, dass sie vor allem im Alter zu Übergewicht neigen. Damit die gemütlichen Briten nicht zu viel Pfunde auf die Waage bringen, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Eine ausgewachsene BKH-Katze wiegt bis zu sechs Kilogramm, ein Kater bis zu acht. Im Allgemeinen gilt die Rasse der Britisch Kurzhaar als langlebig und eher robust.

Doch vor allem in letzter Zeit ist eine autosomal dominant erbliche Krankheit namens hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) vermehrt aufgetaucht. Diese Herzkrankheit manifestiert sich häufig bereits im jungen Alter und kann mithilfe von Ultraschalluntersuchungen sowie DNA-Test frühzeitig erkannt werden. Regelmäßige Screenings werden mit fortschreitendem Alter empfohlen.

Eine andere Krankheitsneigung, die womöglich durch Einkreuzung der eher krankheitsanfälligen Perserkatzen entstanden ist, trägt das Kürzel PKD, welches für „Polycystic Kidney Disease“ steht. Bis sich bei dieser Erkrankung klinische Symptome aufgrund von Nierenversagen zeigen, vergehen meist Jahre. Erfahrene Bilddiagnostiker können mittels Ultraschall jedoch bereits ab etwa der achten Lebenswoche Zysten auf der Niere erkennen. Durch frühzeitiges Erkennen können die betroffenen Tiere zuverlässig von der Zucht ausgeschlossen werden. Für einen gesunden Stammbaum ist dies wichtig, da diese Nierenerkrankung dominant vererbt wird.

Zusammenfassung

Die umgänglichen, liebevollen Britisch-Kurzhaar-Katzen sind beliebte Haustiere, die sich auch für Familien mit Kindern anbieten. BKH-Katzen fordern Zuneigung aktiv ein und sollten daher nur von Katzenliebhabern mit ausreichend Zeit angeschafft werden. Die grundsätzlich sehr robusten Tiere sind wunderbare, tierische Mitbewohner bis ins hohe Alter.

Artikelbild: serkucher / Bigstock.com

Birma-Katze

Herkunft

Das Zuchtprogramm der Birma-Katze nahm seinen Ursprung zum Beginn des 20. Jhr. in Frankreich. Zwar lassen sich erste Zuchtbücher auf das Jahr 1915 zurückdatieren und doch wurde die Birma-Katze erst 1967 als eigenständige Katzenrasse anerkannt.

Wo die eigentlichen Ursprünge der Birmakatze liegen, ist unter Wissenschaftlern nach wie vor umstritten. Eine gängige Theorie besagt, dass der amerikanische Industrielle Vanderbilt 1919 ein Birmapärchen aus dem Orient mit in die Vereinigten Staaten brachte. Birma-Katze weiterlesen

Maine-Coon Katze

Der sanfte Riese

Die zur Familie der Halblanghaarkatzen gehörende Maine Coon gilt als die größte domestizierte Katzenrasse. Ein Kater kann es schon mal auf über 10 kg Gewicht bringen! Sie gehört – wie die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze – zu den Waldkatzen. Diese drei Rassen sind zwischen dem nördlichen Wendekreis und dem Polarkreis beheimatet. Aufgrund ihrer Größe und ihres liebenswerten Charakters wird sie auch als Sanfter Riese (engl. Gentle Giant) oder Hundekatze bezeichnet. Maine-Coon Katze weiterlesen

Katze putzt sich nicht

Was ist die Ursache?

Die umgangssprachliche Katzenwäsche bezeichnet eine schnelle, oberflächliche Reinigung und wird damit der tatsächlichen Katzenwäsche nicht gerecht. Denn Katzen sind sehr reinliche Tiere, die sich gerne und viel putzen. Großkatzen wie Löwen betreiben tatsächlich meist nur Katzenwäsche, während ihre kleineren Verwandten geradezu als Reinlichkeitspedanten durchgehen könnten. Katzen putzen sich ca. drei bis vier Stunden täglich und verwenden so etwa dreißig Prozent ihres Lebens im Wachzustand mit der Schönheitspflege. Dabei dient das Putzen nicht nur der Fellpflege, sondern hat noch viele weitere Funktionen. Doch was kann man tun, wenn sich die Katze nicht putzt? Katze putzt sich nicht weiterlesen

Ragdoll-Katze

Eine sanftmütige „Puppe“

Die Ragdoll-Katze macht ihrem Namen alle Ehre, denn „rag doll“ ist das englische Wort für „Stoffpuppe“. Mit ihrem langen seidigen Fell hat sie tatsächlich etwas von einer Schmusepuppe. Und sie lässt sich gern herumtragen – so wie eine Puppe. Die anhängliche familienfreundliche Katze wird seit den 1960er Jahren in den USA gezüchtet. Zusammen mit der Main Coone und der Norwegischen Waldkatze gehört die Ragdoll zu den größten Katzenrassen der Welt. Ragdoll-Katze weiterlesen

Chartreux-Katze

Herkunft und Ursprung

Es wird angenommen, dass die Chartreux-Katze ursprünglich in Syrien, dem Iran oder der Türkei beheimatet war. Über Handelsrouten des 19. Jahrhunderts gelang die Katzenrasse zunächst in den vorderen Orient und schließlich nach Frankreich. Zum damaligen Zeitpunkt wurde die Chartreux-Katze vorwiegend im Rahmen der Pelzindustrie genutzt. Man geht davon aus, dass der Name der Chartreux-Katze von der blaugrauen Wollsorte Pile des Chartreux abgeleitet wurde. Chartreux-Katze weiterlesen

Siamkatze

Herkunft

Forscher gehen davon aus, dass die Siamkatze ursprünglich im südostasiatischen Raum beheimatet war. Ob in der Vergangenheit gezielte Zuchtversuche unternommen wurden, oder ob die Siamkatze eher zufällig entstand, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Eine in breiten Kreisen verbreitete Hypothese lautet jedoch, dass arabische und indische Seefahrer Hauskatzen aus dem Mittelmeerraum in die südostasiatischen Länder brachten, wo sich diese mit den einheimischen Katzen paarten und dadurch entstand schließlich die uns heute bekannte Siamkatze.

Erst um 1870 kamen die ersten Siamkatzen nach Europa und in die Vereinigten Staaten von Amerika. Da sich die Katzenrasse jedoch nicht an die klimatischen Umstände anpassen konnte, machten sich vermehrt Todesfälle breit. Anschließend wurde ein Zuchtprogramm aufgenommen, um die Siamkatzen auch im europäischen Raum domestizieren zu können. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten die ersten erfolgreichen Kreuzungen, was dazu führte, dass die uns heute bekannte Siamkatze sich immer häufiger in Europa verbreitete.

Aussehen

Die Siamkatze zeichnet sich insbesondere durch einen schlanken, grazilen und vor allem anmutigen Körper aus. Besonders auffällig sind dabei die langen und zugleich schmalen Beine, die der Siamkatze zum bekannten grazilen Erscheinungsbild verhelfen. Das Fell der Katzenrasse ist für gewöhnlich glatt und dicht anliegend.

Durchschnittlich erreicht die Siamkatze ein Gewicht zwischen 3,0 und 5,0kg, wobei die Kater für gewöhnlich immer etwas schwerer sind. Ein weiteres besonderes Merkmal der Katze sind die blauen Augen und die meist schwarze Pointierung an Schwanz, Ohren, Gesicht, Kopf und Pfoten.

Auffällig ist zudem, dass die Hinterbeine oftmals länger als die Vorderbeine sind. Dieser Umstand trägt ebenfalls zum anmutigen Erscheinungsbild der Katzenrasse bei. Die schwarz pointierten Pfoten sind eher klein und oval. Der Schwanz ist im Verhältnis zum restlichen Körper ungewöhnlich lang und läuft zum Ende hin spitz zu.

Der Kopf der Siamkatze ist eher keilförmig und in einigen Fällen sogar ziemlich rund. Die Augen der Katzenrasse sind mandelförmig, wachsam und wirken stets interessiert. Die Nase erscheint ziemlich lang, da das Kinn der Katze kaum hervorsticht.

Charakter

Siamkatzen zeichnen sich durch ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten aus. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass eine Siamkatze in der Regel 4 bis 6 Kitten wirft und diese dann bereits früh lernen, wie Gruppendynamiken funktionieren. Das Sozialverhalten der Katzen äußert sich insbesondere in ständigen Jagd- und Fangspielen.

Diese Verhaltensweise überträgt die Siamkatze auch auf Ihren Besitzer. In diesem sieht die Katze nicht nur das nächst höhere Säugetier in der Hierarchie, sondern auch einen netten Spielkameraden. Aufgrund des stark ausgeprägten Sozialverhaltens ist die Siamkatze daher sehr menschenbezogen.

Darüber hinaus verfügt die Siamkatze über eine ausgeprägte Intelligenz. Teilweise kann die Katze sogar Befehle lernen. Weiterhin ist die Katzenrasse sehr kommunikativ. Mit ihrer äußerst lauten Stimme macht Sie regelmäßig auf sich aufmerksam und sucht dabei den Kontakt zu seinem Besitzer.

Haltung

Wie bereits erwähnt, verfügt die Siamkatze über ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten. Aus diesem Grund sollten Besitzer eine Siam nie als Einzelkatze halten. Ist die Katze nämlich oft alleine, kann sie an Depressionen erkranken. Aus diesem Grund sollten sich Besitzer für einen Spielkameraden entscheiden. Im besten Fall eine weitere Siamkatze.

Da die Siamkatze sehr menschenbezogen ist und ständig den Kontakt zu ihrem Besitzer sucht, sollten diese täglich genügend Zeit einräumen, um mit der Siamkatze zu spielen. Kinder, die ihre Zeit der Katze widmen können, sind daher im Haushalt sehr gerne gesehen.

Weiterhin ist die Siamkatze sehr neugierig und erkundet gerne ihre Umgebung. Besitzer, die über einen Balkon oder Garten verfügen, sollten diesen ordnungsgemäß absichern, damit die Katze nicht unerwartet ausbuchst. Es ist darüber hinaus sinnvoll, die Katze zu chippen, da sich die Siamkatze hin und wieder sehr weit von dem eigenen Haus entfernen kann.

Da die Katzenrasse aber auch sehr gelehrig ist, lassen sich einige Siamkatzen auch an der Leine führen. Auf diese Weise können Besitzer zusammen mit der Katze die Gegend erkunden, ohne Gefahr zu laufen, dass die Katze ausbuchst oder nicht mehr den Weg nach Hause findet.

Gesundheit

Neben den herkömmlichen Krankheiten, kann die Siamkatze auch von unterschiedlichen Gendefekten befallen sein. Darunter dem sogenannten Knickschwanz. Dabei ist der Schwanz der Siamkatze an einer oder mehreren Stellen eingeknickt. Aufgrund guter Zuchtprogramme ist dieser Gendefekt mittlerweile sehr selten.

Ein weiterer Gendefekt bei Siamkatzen ist der sogenannte Hydrocephalus. Dieser wird auch Wasserkopf genannt. Leidet eine Siamkatze unter diesem Gendefekt ist ein früher Tod bereits vorprogrammiert. Aus diesem Grund sollten angehende Siambesitzer immer darauf achten, dass sie sich für einen renommierten Züchter entscheiden, der bereits seit mehreren Generationen Siamkatzen ohne Genfehler züchtet.

Ungeachtet der zwei genannten Genfehler, erfreut sich die Siamkatze einer guten Gesundheit. Bei guter Haltung kann die Katze ein mittelhohes Alter von 12 bis 13 Jahren erreichen.

Fazit

Bei der Siamkatze handelt es sich um eine optisch ansprechende, hochintelligente und lebenslustige Katzenrasse. Sie ist insbesondere für Menschen geeignet, die viel Zeit in ihr Haustier investieren und eine enge Beziehung zu diesem führen möchten.

Da die Siamkatze ein sehr geselliges Tier ist und ständig nach Aufmerksamkeit buhlt, ist es ratsam, wenn sich Besitzer ein zusätzliches Haustier anschaffen. Das ist vor allem deshalb wichtig, da die Siamkatze unter Umständen an Depressionen erkranken kann, wenn man ihr nicht genügend Aufmerksamkeit entgegenbringt.

Besitzer, die jedoch selbst sehr aktiv sind, werden kein besser Haustier als die Siamkatze finden. Mit einer Siamkatze ist jederzeit für Action gesorgt. Am Abend ist die Siamkatze jedoch sehr schmusebedürftig und kriecht dabei gerne in das Bett seines Besitzers.

Artikelbild: Poravute Siriphiroon / Bigstock.com

Die Russisch Blau

eine Schönheit aus dem hohen Norden

Diese besondere Katzenrasse stammt aus den nördlichen Regionen Russlands und Skandinaviens und war schon am Hof der Zaren sehr beliebt. In Europa fand sie Verbreitung, weil sie von dort gern als Geschenk an andere Königshäuser weitergegeben wurde. Erfahren Sie hier alles über Wesen, Charakter und Besonderheiten dieser schönen und majestätischen Rasse.

Herkunft und Geschichte der Russisch Blau

Die Russisch Blau ist eine natürliche Katzenrasse, das heißt, sie wurde nicht gezielt gezüchtet. Sie gehört zu den ältesten und verbreitetsten Katzenrassen der Welt. Diese Tiere stammen ursprünglich aus den nördlichen Regionen Russlands und Skandinaviens. Die Russisch Blau zeichnet sich durch ein sogenanntes „Doppelfell“ aus – zweifellos ein Attribut, das Tiere in diesen kalten Gegenden benötigen.

Bereits im 8. Jahrhundert waren Katzen mit einem blausilber schimmernden Fell im Norden Russlands und Skandinaviens bekannt. Einige nordische Legenden berichten davon. Möglicherweise gelangten die ersten Blaukatzen mit den Schiffen der Wikinger schon damals in andere Teile Europas, belegt ist dies jedoch nicht.

Mit Recht können Russisch Blau Katzen als Aristokraten bezeichnet werden, denn sie waren viele Jahre vom Zarenhof Russlands nicht wegzudenken. Der erste prominente Kater dieser Art war Vaska, der Liebling des russischen Zaren Peter I. Auch dessen Tochter Elisabeth war begeistert von den blauschimmernden Schönheiten. Katharina die Große verschenkte viele Blaukatzen an andere europäische Königs- oder Kaiserhöfe. Damit wurden die hübschen Russinnen auch in anderen Ländern Europas bekannt.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Rasse im Jahr 1875 bei einer Katzenausstellung im Crystal Palace in London. Wenige Jahre später, nämlich 1900, bekamen Queen Victoria und ihr Sohn Edward VII. ein Pärchen der schönen Rasse von Zar Nikolaus geschenkt. Schnell eroberten die Russian Blue die Herzen der englischen Aristokratie.

Nach dem 2. Weltkrieg reduzierte sich der Bestand der Russisch Blau Katzen dramatisch. Aus Angst, die Rasse könnte ganz aussterben, kreuzten einige Züchter Siamkatzen ein, worunter aber leider die einzigartige Statur und die Beschaffenheit des Fells der Katze litten. Heute versuchen Züchter, via Selektion den leichten Siam-Touch wieder herauszuzüchten.
Es gibt drei verschiedene Typen der Russisch Blau Katze, die sibirisch-skandinavische, die englische und die amerikanische. Die sibirisch-skandinavische ist kleiner als die anderen und hat ein dunkleres Fell. Außerdem gilt sie als schüchtern. Die englische ist dagegen etwas kräftiger, und die amerikanische gilt von allen als die lebhafteste und kontaktfreudigste. In Europa werden alle drei Varianten dieser Rasse miteinander gekreuzt, daher ist die mitteleuropäische Russisch Blau eine Mischung als allen drei Zuchtformen.

Wie sieht eine Russisch Blau Katze aus?

Die Russisch Blau ist eine Katze von faszinierender Schönheit. Sie hat eine schlanke anmutige Silhouette, und ihre Bewegungen wirken graziös und würdevoll. Die tolle Kombination des blau-silber schimmernden Fells und der leuchtend smaragdgrünen Augen verleiht dieser Katze einen ganz besonderen Charme.

Der Körper einer Russisch Blau Katze ist schlank. Ihre Besonderheit ist das Doppelfell, das bedeutet, dass Deckhaar und Unterwolle ungefähr gleich lang sind. Dadurch entsteht das kurze plüschige Haarkleid, das sich beim Streicheln wunderbar weich anfühlt. Die Fellfarbe ist blau mit einem Silberschimmer. Es werden auch weiße und schwarze Varianten der Russisch Blau gezüchtet, diese sind von der FiFe jedoch nicht anerkannt. Auch Flecken oder Tabby-Zeichnungen sind auf dem Fell nicht erwünscht.

Die leuchtend grünen Augen sind mandelförmig und stehen relativ weit auseinander. Die Ohren der schönen Russin sind groß und spitz, haben einen breiten Ansatz und stehen senkrecht zum Kopf. Besonders ausgeprägt ist bei dieser Rasse das Schnurrhaarkissen, welches ihr einen ganz speziellen charakteristischen Gesichtsausdruck verleiht.

Besonders ist auch, dass die Innenseite der Pfoten nicht wie bei fast allen Katzen grau bis schwarz, sondern lavendelfarben ist.

Es kommt vor, dass die Russisch Blau mit anderen Rassen verwechselt wird. Dies sind die blaue Variante der Britisch Kurzhaar sowie die Kartäuserkatze. Die Britisch Kurzhaar ist jedoch stämmiger gebaut, und die Kartäuser hat bernsteinfarbene und keine grünen Augen.

Wie ist das Wesen der Russisch Blau?

Russisch Blau Katzen sind intelligent, freundlich und ruhig. Ihr Wesen gilt als sanft und anhänglich, allerdings berichten Liebhaber dieser Rasse auch von einem anderen Gesicht – nämlich dem einer ungezähmten Wildkatze, der man ungebeten lieber nicht zu nahe kommen sollte. Fremden gegenüber ist sie scheu und oft ängstlich. Hat man das Herz einer Russisch Blau Katze jedoch einmal erobert, hat man einen treuen, anhänglichen Freund für’s Leben. Sie kuschelt sehr gern und liebt Schmusestunden, ist aber auch zurückhaltend und nicht aufdringlich, wenn Frauchen oder Herrchen gerade keine Zeit haben. Gerade diese Mischung aus Anschmiegsamkeit und Unaufdringlichkeit macht für viele Katzenfreunde den ganz besonderen Reiz dieser Rasse aus.

Was ist bei der Haltung einer Russisch Blau zu beachten?

Diese Samtpfoten haben einen eher ruhigen Charakter und ein angenehmes Temperament. Sie passen sich eigentlich jeder Wohnsituation an. Sie schätzen Freigang, sind aber auch mit reiner Wohnungshaltung zufrieden, sofern sie ausreichend Platz zum Spielen und einen großen Kratzbaum zur Verfügung haben. Ideal ist ein begrenzter Freigang – etwa in einem abgeschlossenen Garten oder einem Freigehege. Die Russisch Blau gehört zu den Rassen, die sogar mit einem Halsband „Gassi“ geführt werden können, sofern man sie von Anfang an daran gewöhnt.

Zwar sind sie anhänglich und verschmust und fühlen sich wohl im Kreise der Familie, aber sie kommen auch mit einem berufstätigen Halter zurecht, der tagsüber nicht zu Hause ist. Ist letzteres der Fall, sollten zwei Russisch Blau Katzen gemeinsam gehalten werden. Diese Samtpfoten kommen gut mit anderen Haustieren zurecht und mögen auch Kinder.

Was die Fellpflege betrifft, ist die schöne Russin ebenfalls unkompliziert. Ihr kurzes flauschiges Fell benötigt kaum Pflege. Wenn Sie sie einmal pro Woche ausgiebig bürsten und dabei die abgestorbenen Haare entfernen, ist dies völlig ausreichend.

Ist die Russisch Blau besonders anfällig für Krankheiten?

Da es sich bei der Russisch Blau um eine natürliche Rasse handelt, ist sie sehr robust und kaum anfällig für Krankheiten. Rassespezifische Gendefekte gibt es nicht. Sie benötigt wie alle Katzen einen Impfschutz gegen Katzenseuche und –schnupfen, Freigänger auch gegen Leukose und Tollwut. Eine Russisch Blau erreicht im Durchschnitt ein Alter von 15 Jahren, wobei es auch nicht einmal so selten ist, dass diese Katze ihren 20. Geburtstag feiern kann.

Was ist bei Allergien zu beachten?

Immer mehr Menschen leiden an einer Katzenallergie, was bedeutet, dass immer mehr Tierliebhaber auf das Halten eines Stubentigers verzichten. Für diese gibt es jetzt eine gute Nachricht – denn die Russisch Blau Katze ist aufgrund ihres einzigartigen Doppelfells als sogenannte hypoallergene Rasse registriert. Das bedeutet, dass sie für Menschen mit einer leichten oder auch mittelschweren Katzenallergie besser verträglich ist als andere Katzenrassen. Der Grund ist zum einen, dass die Russisch Blau weniger des Allergens Fel d1 produziert und zum anderen, dass das dicke Doppelfell einen Großteil der allergieauslösenden Substanzen in der Nähe der Haut zurückhält.

Hätten Sie’s gewusst?

Lange Zeit galten die Russisch Blau Katzen als Glücksbringer. So gab es zum Beispiel am Hof der russischen Zaren folgenden Brauch: Wurde ein Kind erwartet, richtete man diesem ein Zimmer ein. Kurz vor der Geburt wurde die Katze in das zukünftige Kinderzimmer geschickt, um böse Geister zu vertreiben. Ein Grund dafür war ganz sicher der sanfte und warme Charakter der Tiere und die Tatsache, dass man glaubte, sie könnten die Gedanken und Gefühle ihrer Menschen lesen.

Zusammenfassung

Bei der Russisch Blau handelt es sich um eine außergewöhnlich schöne Katzenrasse. Auffällig ist ihr dichtes blausilbernes Fell und ihre smaragdgrünen Augen. Russisch Blau Katzen waren im 18. und 19. Jahrhundert am Zarenhof Russlands und auch an anderen europäischen Königs- und Kaiserhöfen sehr beliebt. Die Russisch Blau ist ihrem Menschen treu ergeben und passt gut in eine Familie, aber auch in einen Einzel- oder Paarhaushalt. Selbst für Allergiker kann eine solche Katze eine Option sei, da sie weniger Allergen produziert als andere Rassen.

Artikelbild: Stephen Jingel / Bigstock.com