Katzen: Warum sie keine Milch bekommen sollten

Katzen und Milch

Sollten sie welche bekommen oder nicht?

Eine Katze schlabbert genüsslich ein Schälchen Milch – dieses idyllische Bild findet sich in zahlreichen Kinderbüchern, Märchen und Co. Doch das verbreitet einen Trugschluss. Denn die Samtpfoten vertragen in Wirklichkeit gar keine Milch und sollte sie in vielen Fällen nicht zu trinken bekommen. Ausnahmen bestätigen diese Regel, Milch kann auch als Heilmittel eingesetzt werden. Doch allgemein sollte bei Katzen und Milch Vorsicht gelten.

Der Mythos: Katzen lieben Milch

Um das malerische Bild ranken sich zahlreiche Fehleinschätzungen. Katzen und Milch gehören längst nicht so zusammen, wie vielen glauben. Für die meisten Menschen ist es ein trügerischer Mythos, dass alle Katzen dieses Getränk lieben. Denn es gibt zahlreiche Tiere, die Milch gar nicht mögen. Auch ist es ein Irrglaube, dass Katzen ohne Milch krank werden. Bei erwachsenen Katzen ist eher das Gegenteil der Fall, Milch kann sie krankmachen. Aber das trifft auch nicht auf jedes Tier zu. Manche Artgenossen können das Kuherzeugnis trotzdem vertragen. Dennoch werden sie nicht von Milch fett, wie ein anderer Mythos wiederum behauptet. Auch ist Milch in keinem Fall als Getränk anzusehen, sondern eher als Futter.

Katzen können nur drei Geschmacksrichtungen unterscheiden: süß, sauer und salzig. Dass sie süße Speisen bevorzugen, ist nicht bewiesen.

Die Regel: Katzen vertragen keine Kuhmilch

Katzen verfügen nicht über das Verdauungsenzym Laktase. Somit kann ihr Körper nicht den Laktose-Zucker spalten, der in Kuhmilch vorhanden ist. Katzen sind daher laktoseintolerant. Die Milch endet unverdaut im Magen, wo sie zu verschiedenen Störungen und Erkrankungen führen kann. Dieser Tatsache ist es geschuldet, dass die Tiere in der Regel keine Kuhmilch trinken sollten. So manche Katze rührt das weiße Getränk von sich aus schon nicht an. Milch gehört somit nicht zur natürlichen Ernährung von erwachsenen Katzen.

Die Folgen: Durchfall

Die fehlende Fähigkeit der Verdauung kann bei den Tieren zu den unterschiedlichsten Problemen führen. Katzen können nach dem Genuss von Kuhmilch Durchfall bekommen. Aber auch andere Verdauungsbeschwerden sind möglich, die zu dauerhaften Darmerkrankungen führen können. Zu den Folgen gehören unter anderem:

  • Diarrhö
  • Blähungen
  • Verdauungsstörungen
  • Erbrechen

Doch nicht jede Katze reagiert mit diesen Störungen auf Milch. Bei manchen kann das Getränk auch zu keinerlei Folgen führen. Dennoch ist es nicht ratsam, den Tieren das Kuhprodukt zu geben.

Die Ausnahmen: Junge Katzen

Jede Regel hat jedoch aus Ausnahmen. Hier betrifft es die jungen Katzen. Die fehlende Fähigkeit, Laktose zu verdauen, ist nur bei erwachsenen Katzen vorhanden. Im Welpenalter ist das Enzym Laktase sehr wohl im Körper der Kitten vorhanden. Denn sie benötigen die Milch der Mutter sogar zum Aufwachsen. In dieser Zeit liefert diese wertvolle Stoffe wie Proteine und Kalzium. Der enthaltene Milchzucker wird als wertvoller Energielieferant benötigt, denn Laktose ist eine Form von Kohlenhydraten. Erst nach und nach sorgt Mutter Natur dafür, dass der Körper der Katzenjungen die Laktase-Produktion einstellt. Je größer sie werden, je selbstständiger sie sich unabhängig von der Mutter versorgen können, desto weniger wird die Milch benötigt. Katzen werden somit quasi von ihr entwöhnt. Die Laktase-Produktion hat sich bis zum Erwachsenenalter vollständig eingestellt.

Das Gegenteil: Milch als Heilmittel

Doch das Trinken von Milch und deren Folgen kann auch positiv eingesetzt werden. Reagiert der Katzenmagen mit Durchfall auf den Genuss, kann dies bei Verstopfung nützlich sein. Denn so kann die Milch den Darm wieder anregen. Die unverdaute Laktose kann den Darm zu mehr Bewegung animieren. Damit ist Milch ein natürliches Mittel, um diese Probleme zu bewältigen – die chemische Keule kann vermieden werden. Jedoch sollte immer ein Tierarzt um Rat gefragt werden. Denn handelt es sich nicht um Verstopfungen, sondern Geschwülste und anderen krankhafte Veränderungen im Verdauungstrakt, so kann Milch die Beschwerden jedoch auch verschlimmern. Daher sollten anderen Ursachen tierärztlich abgeklärt werden.

Die Alternativen: Katzenmilch und Milchprodukte

Wer dennoch nicht auf das malerische Bild der Katze mit dem Milchschälchen verzichten will, kann einige Alternativen nutzen. Eine Möglichkeit ist laktosereduzierte Milch, die es in jedem Supermarkt inzwischen zu kaufen gibt. Der Tierfachmarkt bietet auch spezielle Katzenmilch an. Diese ist vollständig frei von Laktose. Auch Kondensmilch mögen manche Tiere sehr gerne. Diese ist jedoch sehr stark verarbeitet und konserviert, dass hier keinerlei Nährstoffe oder Vitamine mehr übrig bleiben. Daher eignet sich Kondensmilch nicht zur Mineralstoffergänzung. Milchformen können auch wunderbar mit Wasser verdünnt werden. Weitere Alternativen sind Joghurt, Hüttenkäse und Quark. Diese Milchprodukte liefern Eiweiß, aber verursachen keine Verdauungsprobleme.

Katzenmilch kann auch sehr fetthaltig sein. Daher sollte sie nur als Leckerli und in Maßen gegeben werden und ist keineswegs ein Teil der täglichen Fütterung.

Zusammenfassung

Dass Katzen Milch lieben, ist ein weitverbreiteter Mythos und entspricht nicht der Realität. Erwachsene Katzen vertragen in der Regel keine Kuhmilch, da ihr Körper nicht über das Verdauungsenzym Laktase verfügt. Diese Produktion wird mit dem Auswachsen eingestellt und Katzen werden laktoseintolerant In der Regel führt der Genuss von Kuhmilch zu Durchfall und anderen Verdauungsstörungen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.

Artikelbild: © Dmitri Ma / Shutterstock

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