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Katze frisst nicht

Wenn Katzen ihr geliebtes Futter plötzlich nicht mehr fressen, machen sich aufmerksame Tierhalter natürlich sofort Sorgen. Ist die Katze krank? Hat sie sich bereits beim Nachbar satt gefressen und einfach keinen Appetit? Oder schmeckt ihr das Futter plötzlich nicht mehr? Die Antworten auf diese Fragen hängen von der konkreten Situation und vom Allgemeinzustand der Katze ab. Es kommen viele Gründe in Frage, wenn Katzen plötzlich keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Anders als bei Hunden dient der Magen der Katze nicht als Vorratsspeicher. Deshalb sollten Sie immer versuchen, dem Problem schnellstmöglich auf den Grund zu gehen. Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie die Ursachen für die Nahrungsverweigerung Ihrer Katze schnell herausfinden.

Nicht immer steckt eine Krankheit hinter der Appetitlosigkeit

Zum Glück sind unsere Tiere nicht immer krank, wenn sie die Nahrung verweigern. Manchmal erfreuen sie sich bester Gesundheit und haben aus anderen Gründen keinen Appetit. Bei Freigängern ist es häufig der Fall, dass das Futter unangetastet bleibt, wenn sie sich zuvor beim Nachbarn bedient haben oder erfolgreich bei der Mäusejagd waren. Auch bei Futterumstellungen ist es nicht selten, dass Katzen das neue Futter verweigern. Zudem können Veränderungen in der gewohnten Umgebung zu Appetitlosigkeit führen.

Futterumstellungen langsam angehen

Während junge Kätzchen meist sehr unkompliziert sind, was die Ernährung anbelangt, und oftmals jede Futtersorte fressen, die wir Menschen für sie kaufen, sieht das bei Katzen im höheren Alter anders aus. Als Gewohnheitstiere reagieren sie überaus empfindlich, wenn Sie ihnen plötzlich ein anderes Essen servieren als sonst. Oftmals verweigern sie die Nahrungsaufnahme sogar komplett.

Katzen, die ein Leben lang Trockenfutter bekommen haben, lassen sich nicht abrupt auf Nassfutter umstellen. Stattdessen muss eine langsame Futterumstellung erfolgen.

Sofern Sie die Ernährung Ihrer Katze verändern möchten und Ihre Katze das neue Futter nicht annimmt, müssen Sie deshalb immer Schritt für Schritt vorgehen:

  1. Geben Sie zunächst nur einen Teelöffel des neuen Futters zu dem alten Futter hinzu.
  2. Behalten Sie das Mischverhältnis ein paar Tage lang bei.
  3. Mischen Sie nun schrittweise einen höheren Anteil des neuen Futters unter das bisherige Futter.
  4. Bei der Umstellung von Trocken- auf Nassfutter kann es auch helfen, weiterhin ein paar Bröckchen Trockenfutter über das Nassfutter zu streuen, um der Katze das Futter schmackhaft zu machen.

Sie sollten Ihre Katze aber auf keinen Fall hungern lassen. Anders als beim Hund kann der Katzenmagen Futter nicht speichern. Hungert die Katze über einen längeren Zeitraum, können die inneren Organe irreparable Schäden davontragen.

Freigänger fressen oft nicht nur zu Hause

Katzen, die nicht nur in der Wohnung leben, nehmen auf ihren Streifzügen viel zusätzliche Nahrung zu sich. Fragen Sie einfach mal in Ihrer Nachbarschaft nach, ob sich die Katze hin und wieder an fremden Futternäpfen bedient. Insbesondere im Frühjahr fressen viele Freigängerkatzen weniger, weil sie wieder erfolgreicher bei der Jagd nach Mäusen sind. Solange Ihre Katze keine weiteren Auffälligkeiten zeigt, können Sie deshalb ziemlich sicher davon ausgehen, dass sie gesund ist.

Katzen sind Gewohnheitstiere

Katzen sind sehr sensibel und reagieren empfindlich auf Veränderungen. Schon ein neues Sofa im Wohnzimmer kann das Tier aus der Bahn werfen. Noch schlimmer ist es, wenn die Katze wegen einer Reise oder aufgrund eines Umzugs in eine völlig neue Umgebung gebracht wird. Aber auch wenn die Katze um eine Bezugsperson oder einen Artgenossen trauert, treten häufig Futterprobleme auf. In diesen Fällen ist es am besten, der Katze viel Ruhe und Liebe zu gönnen, damit sie sich schnell an die neue Situation gewöhnt.

Im Zweifelsfall Krankheiten immer beim Tierarzt ausschließen lassen

Leider ist spontane Fressunlust nicht immer harmlos. Sie kann auch ein erstes Symptom dafür sein, dass Ihre Katze krank ist. Das gilt insbesondere dann, wenn Wohnungskatzen plötzlich das gewohnte und geliebte Futter verweigern. Dann ist es wichtig, schnell zu handeln, um ernsthafte Krankheiten in einem frühen Stadium zu erkennen und gute Therapiechancen zu haben.

Falls die Katze länger als 24 Stunden überhaupt nichts frisst und auch die Leckerlis ablehnt, die sie sonst liebt, ist ein Gang zum Tierarzt unbedingt erforderlich.

Beobachten Sie Ihre Katze immer genau, wenn sie plötzlich weniger frisst oder das Fressen komplett einstellt. Können Sie weitere Verhaltensauffälligkeiten registrieren? Katzen sind wahre Meister darin, Krankheiten möglichst lange zu verbergen. Sie zeigen erst Symptome, wenn die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist. Umso wichtiger ist es, auch bei kleinen Verhaltensänderungen aufmerksam zu werden. Mögliche Begleiterscheinungen von Erkrankungen, die oft mit einer Nahrungsverweigerung zusammenhängen, sind zum Beispiel:

  • Durchfall
  • Zurückgezogenheit
  • Apathie
  • Erbrechen
  • Probleme beim Kotabsetzen
  • Schmerzen
  • Klägliches Miauen

In derartigen Fällen sollte noch am selben Tag ein Tierarztbesuch erfolgen.

Magenverstimmungen und Infektionskrankheiten

Auch Katzen können sich einen Infekt zuziehen oder sich den Magen verstimmen. Infolgedessen haben sie weniger Appetit. Der Tierarzt wird Ihre Katze genau untersuchen, um die Art der Krankheit zu bestimmen und geeignete Therapiemaßnahmen festlegen.

Vergiftungen

Freigängerkatzen ziehen sich hin und wieder Vergiftungen zu. Sie fressen zum Beispiel Mäuse oder Ratten, welche zuvor Rattengift aufgenommen haben. Auch gezielte Giftköder sind in einigen Regionen ein Problem für Hunde und Katzen. Zudem sollten Katzenhalter wissen, welche Lebensmittel und Zimmerpflanzen für Katzen giftig sind.

Zahnprobleme

Sofern eine Katze die Nahrung komplett verweigert, wird sich der Tierarzt bei der Untersuchung die Zähne genau anschauen. Viele Katzen leiden unter Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Aber auch Zahnfehlstellungen oder Entzündungen der Mundschleimhaut verursachen Schmerzen beim Fressen, sodass die Katzen die Futteraufnahme verweigern. In solchen Fällen sollte eine Zahnsanierung erfolgen. Gegebenenfalls muss auch das Futter angepasst werden.

Wurmbefall

Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen sind oftmals auch Symptome für einen Wurmbefall. Er tritt gerade bei Freigängern häufig auf. Sie können eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen lassen, wenn Sie genau wissen möchten, ob sich die Katze mit Würmern infiziert hat. Das Problem lässt sich durch eine geeignete Wurmkur leicht in den Griff bekommen.

Tipps gegen Appetitlosigkeit bei Katzen

Ganz egal, ob Ihre Katze krank ist und deshalb weniger frisst oder ob sie aus harmlosen Gründen das Futter verweigert, Sie sollten immer versuchen, Ihre Katze zum Fressen zu bewegen.

Bieten Sie der Katze immer wieder kleine Futterportionen an und halten Sie ihr den Napf direkt unter die Nase.

Erwärmen Sie das Futter leicht in der Mikrowelle, denn dann ist die Akzeptanz oft höher. Streuen Sie ein wenig Trockenfutter oder Bierhefe über das Nassfutter, damit es schmackhafter riecht. Manchmal nehmen die Tiere das Futter auch besser an, wenn sie es direkt von Ihrem Finger schlecken können. Sofern die Katze durch eine Krankheit gar nichts fressen möchte, kann es auch notwendig sein, ihr verdünntes Nassfutter direkt mit der Spritze ins Mäulchen zu verabreichen.

Zusammenfassung

Wenn Ihr Stubentiger plötzlich sein Futter verweigert, kommen viele Ursachen als Auslöser für die Appetitlosigkeit in Frage. Futterumstellungen, zusätzliche Nahrungsaufnahme beim Nachbarn oder Veränderungen in der Umgebung der Katze sind häufige harmlose Gründe. Trotzdem sollten Sie das Tier genau beobachten, um weitere Anzeichen für eine schwerwiegende Krankheit rechtzeitig zu erkennen.

Artikelbild: © mik ulyannikov / Shutterstock

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