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Katze frisst nicht mehr

Was kann man tun?

Den meisten Katzenhaltern dürfte es sicherlich nichts Unbekanntes sein. Sobald man auch nur gewillt ist, das aktuelle Futter der Katze gegen ein neues, richtig gutes und zudem gesundes Futter auszutauschen, streikt das Tier und verweigert die Nahrungsaufnahme. Manchmal bleibt es aber auch nicht aus und die bislang gewohnte Nahrung ist kurzfristig vergriffen, weshalb man gezwungen ist, eine auf eine andere Sorte zurückgreifen zu müssen. Die Umstellung passt den meisten Katzen allerdings gar nicht. Was man ihnen auch anbieten wird, sie interessieren sich nicht mal für das gesündeste Nassfutter.

Weshalb verweigern Katzen ihre Nahrung?

Die Gründe, weshalb eine Katze ihr Futter verweigert, können unglaublich vielfältig sein. Da unterscheiden sich gesunde Katzen keineswegs von einer kranken Katze, denn auch eine kranke Katze ist dafür bekannt, dass sie gerne mal ihr Fressen verweigert und beginnt mäkelig zu werden. Selbst wenn die Krankheit überstanden ist, kann es sein, dass sie noch nicht wieder frisst wie zuvor und wirkt, als wäre sie sehr wählerisch oder hätte keinen Hunger. Es kann durchaus auch sein, dass eine Katze durch Appetitlosigkeit glänzt, wenn sie von ihrem gewohnten Futter auf zum Beispiel rohes Fleisch umgestellt wird. Vor allem Katzen, die bislang noch nie rohes Fleisch wie etwa Rinderbrust, Hühnerherzen oder Hühnerkeule zu fressen bekommen haben, tun sich die Tiere nicht selten schwer damit.

Der Hunger treibt’s schon rein!

Viele Katzenhalter gehen dann in der Annahme, dass die Katze schon irgendwann fressen wird, wenn nur der Hunger irgendwann groß genug ist. Doch mit dieser Annahme können Sie sich verdammt irren, denn schon oft haben Katzen ihre Halter eines Besseren gelehrt. Es gibt sehr viele Katzen, die ausschließlich das Futter fressen möchten, das sie schon immer bekommen, ganz nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt …“.

Selbstverständlich könnten Sie nun Ihre Katze ruhig eine Weile hungern lassen, bis sie sich gierig auf das neue Futter stürzt, weil sie irgendwann feststellt, dass tatsächlich nichts Anderes kommt. Doch damit würden Sie Ihrem Tier mehr Schaden als dass es Ihnen etwas nützt.

Lassen Sie Ihre Katze nie länger als einen Tag hungern. Dies kann schnell zu eine hepatischen Lipidose führen, welche unbehandelt den Tod des Tieres bedeutet. Im Ernstfall muss die Katze zwangsernährt werden.

Das Problem bei dieser Sache ist, dass eine Katze, die über mehr als 24 Stunden hinweg gar nichts zu fressen bekommt, unter Umständen an einer lebensbedrohlichen hepatischen Lipidose erkrankt, die insbesondere bei übergewichtigen Katzen auftreten kann, aber auch bei trächtigen und säugenden Tieren. Die hepatische Lipidose ist eine akute Leberverfettung, die zu Gewichtsverlust, einem Muskelabbau bis hin zur Anorexie führen kann, bis das Tier schließlich in eine Art Starre oder sogar in ein Koma verfällt. Deshalb ist es bei längerem Anhalten der Appetitlosigkeit und Verweigerung der Nahrungsaufnahme erforderlich, einen Tierarzt aufzusuchen und dem Tier durch Zwangsernährung Nahrung zuzuführen.

Nun ist aber auch das Problem, dass Sie Ihre Katze zu einer echten Diva heranziehen, wenn Sie ihr direkt wieder ihr gewohntes Futter geben, sobald Sie ihre Ernährung umstellen möchten, Ihre Katze dabei aber nicht mitspielen möchte. Schließlich ist eine Katze kein dummes Tier. Sie merkt ganz schnell, dass sie Sie damit manipulieren kann und wird dies künftig auch gegen Sie einsetzen.

Die Ursachen, weshalb eine Katze offensichtlich keinen Appetit hat, können nun also sehr vielfältig sein. Es muss nicht zwangsläufig sein, dass das Tier krank ist. Jede Ursache muss daher auf seine eigene Weise angegangen werden.

Die Katze verweigert das Futter, ist aber nicht krank

Ob Ihre Katze krank ist oder bei bester Gesundheit ist, können Sie ganz leicht feststellen, wenn Sie ihr das gewohnte Futter hinstellen und sie sofort beginnt zu fressen. Mit den folgenden Tipps können Sie versuchen Ihre Katze doch noch dazu zu bringen, das neue Futter zu fressen. Sie sollten sich aber einer Sache immer bewusst sein: Sie brauchen viel Geduld und einen langen Atem.

  • Stellen Sie Ihrer Katze niemals während des gesamten Tages ununterbrochen Nahrung zur Verfügung, an dem sie sich jederzeit nach Belieben bedienen kann.
  • Wenn Sie Ihrer Katze das Futter hinstellen und sie nicht beginnt zu fressen, nehmen Sie es ihr zehn Minuten später wieder weg und versuchen Sie es eine Stunde später noch einmal.
  • Wurde Ihrer Katze bislang ausschließlich Trockenfutter angeboten und Sie möchten auf Nassfutter umstellen, dann mischen Sie ein wenig Nassfutter unter das Trockenfutter. Alternativ können Sie auch Trockenfutter mit dem Mörser zerkleinern und über das Nassfutter geben. Wird das Futter ohne Probleme angenommen, erhöhen Sie nach und nach die Menge des neuen und senken Sie die Menge des alten Futters.
  • Wenn Sie auf BARF, also Rohfutter, umstellen möchten, kann es unter Umständen helfen, wenn Sie das Fleisch anfangs komplett durchgaren und mit der Zeit den Gargrad immer weiter zu reduzieren. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie unter keinen Umständen Knochen mitkochen oder braten, da diese dadurch elastisch werden und das Tier sich beim Splittern daran verletzen kann. Rohe Knochen hingegen kann die Katze wesentlich besser zerkleinern und bedenkenlos schlucken.

Was tun, wenn die Katze dockrank ist?

Ist eine Katze krank, führt dies häufig dazu, dass sie ihr Futter verweigert. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sie Fieber hat oder gerade erbrochen hat. Aber auch bei einer chronischen Niereninsuffizienz kann es ab einem gewissen Stadium sein, dass sie an Appetitlosigkeit leidet. In vielen Fällen wird Ihr Stubentiger zwar erst einmal Interesse zeigen, doch sobald das Tier das Futter riecht, wendet es sich in der Regel doch wieder ab. Nicht selten ist eine gewisse Austrocknung daran schuld, oder aber aufgrund eines Magensäureüberschusses wird der Katze schlichtweg übel.

Verweigert Ihre Katze über mehr als 24 Stunden die Nahrungsaufnahme, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen und den Grund herausfinden. Unbedingt sollten Sie die Katze dann auch zwangsernähren, beispielsweise durch Zufütterung von speziellem Päppelfutter, welches Sie in einer Spritze aufziehen und der Katze direkt in ihr Maul verabreichen können. Schließlich muss sich auch die Katze möglicherweise erst langsam wieder an das Fressen gewöhnen. Bevor der Weg zum Tierarzt führt können Sie aber auch erst einmal versuchen, das gewohnte Lieblingsfutter mit einem Pürierstab und etwas Hühnerbrühe zu einem sämigen Brei zu pürieren und dieses mit einer Spritze ins Maul zu geben. Die Spritze darf selbstverständlich keine Nadel haben.

In einem solchen Ernstfall können Sie ruhig alle Mittel versuchen, um Ihre Katze zum Fressen zu bewegen. Hauptsache ist, dass das Tier überhaupt erst mal wieder etwas frisst. Da kann es eventuell auch helfen, den Futterplatz zu verändern oder sie mit einem echten Leckerbissen wie einem Stück frischen Fisch, Quark, Käse oder Sahne zu locken.

Zusammenfassung

Sobald eine Katze nicht mehr frisst, denken ihre Halter sofort, dass sie krank sein muss. Zwar kann durchaus eine Krankheit dahinterstecken, doch häufig ist es einfach nur eine Abwehrhaltung einer neuen Futtersorte gegenüber. In dem Punkt sind Katzen ganz einfach Gewohnheitstiere, denn sind sie auf ein bestimmtes Futter eingefahren, dann verschmähen sie häufig alles andere, das sie bisher nicht kennen. Möchte Ihre Katze aber auch ihr Lieblingsfutter nicht, sollten Sie nach spätestens 24 Stunden einen Tierarzt aufsuchen und der Ursache auf den Grund gehen.

Artikelbild: © Yastremska / Bigstock.com

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