Katze-Fieber

Hat meine Katze Fieber?

Selten tritt Fieber bei Katzen ohne weitere Begleiterscheinungen auf. Oft geht es einher mit Zittern, Schlappheit und Müdigkeit. In vielen Fällen, vor allem wenn die Temperatur höher steigt, sollte das Tier zum Arzt gebracht werden. Denn eine zu hohe Temperatur weist meist auf eine ernsthafte Erkrankung hin und kann unbehandelt zu schlimmen Folgen führen.

Fieber ist eine Immunreaktion des Körpers

Prinzipiell ist Fieber nichts Schlechtes für die Gesundheit. Denn die Erhöhung der Temperatur ist, wie beim Menschen auch, eine natürliche Reaktion des Immunsystems. Es zeigt meist an, dass der Körper mit Viren und Bakterien oder gegen eine Entzündung kämpft. Die Hitze, die die Erhöhung der Körpertemperatur verursacht, erhöht den Blutfluss. So kann beispielsweise verletztes Gewerbe nach einer Bissverletzung o.ä. schneller heilen. Auch Stoffwechselvorgänge und Abwehrvorgänge werden beschleunigt. Die hohe Temperatur verhindert zudem die Vermehrung von Bakterien und Viren.

Daher ist Fieber selbst keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die natürliche Körpertemperatur von Katzen liegt zwischen 38,1 und 39,2 Grad Celsius. Ist die Temperatur höher, spricht man von Fieber. Wenn dies zu lange andauert, kann der Katzenkörper zu stark belastet werden. Daher kann Fieber unbehandelt auch zum Tod führen. Deswegen sollte dieses Krankheitsanzeichen niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Die Behandlung und der Besuch beim Tierarzt sollten zeitnah erfolgen.

Fieber erkennen und messen

Die hohe Temperatur geht meist mit anderen Anzeichen einher und tritt nicht alleine auf. Zu diesen Symptomen zählen unter anderen:

  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Schwäche
  • Antriebslosigkeit
  • Zittern bis Schüttelfrost
  • schnelle Atmung
  • schwache Atmung
  • Rückzug
  • Fellverlust

In den meisten Fällen wirkt die Katze alles andere als gesund, sondern eher schwach und schlapp. Auch Erbrechen, Niesen und Husten sowie Durchfall können einhergehen. Fiebrige Tiere trinken häufig viel, der Flüssigkeitsbedarf ist bei Fieber höher als sonst. Meist tränen die Augen und die Nase ist trocken. Manche Stubentiger haben auch auffällig heiße Pfoten, wenn sie eine erhöhte Temperatur haben. Verweigert die Katze das Fressen oder sogar die geliebten Leckerlis und liegt teilnahmslos in ihrem Körbchen herum, sollte das als ernstes Warnzeichen genommen werden, um die Temperatur zu überprüfen. Die Messung ist rektal ratsam, da hier das Messergebnis genau und präzise ist.

Denn die Messung der Temperatur im Ohr mit einem Infrarot-Thermometer bzw. Ohrthermometer ist nicht allzu zuverlässig und zeigt meist niedrigere Werte an. Zudem finden das die meisten Katzen die Messung im Ohr noch unangenehmer als rektal. Zur Messung reicht ein handelsübliches Digitalthermometer, aber auch ein Quecksilbermessgerät ist hierfür geeignet. Am besten ist hier ein Helfer dabei, der die Katze fixiert, während das Thermometer in den After eingeführt wird.

Das Fiebermessen ist Stress für die Samtpfote. Daher sollte es so unkompliziert wie möglich durchgeführt werden. Das Thermometer gleitfähig zu machen, kann helfen. Hier kann beispielsweise ein Gleitmittel wie Vaseline verwendet werden. Das Thermometer sollte etwa zweieinhalb Zentimeter rektal eingeführt werden. Quecksilberthermometer müssen zwei Minuten lang messen können, ein Digitales Thermometer zeigt schon nach kürzerer Zeit die Ergebnisse.

Mögliche Ursachen für Fieber

Wie bereits erwähnt, ist Fieber selbst ein Symptom und weist darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dahinter können zum einen Krankheiten stecken, aber auch kurzfristige Ursachen sind möglich. Dazu zählen unter anderem:

  • Stress
  • Sommerhitze
  • körperliche Anstrengung

Bei diesen Ursachen klingt die hohe Temperatur meist schnell ab. Hier kann auch der Katzenhalter mit einigen Tricks und Tipps seinem Liebling helfen. Aber häufiger stecken ernsthafte Erkrankungen hinter dem Fieber. Darunter sind unter anderem:

  • bakterielle Infektionen
  • Virusinfektionen
  • Pilzinfektionen
  • Verletzungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Tumore
  • Krebs

Kurzfristiges Fieber selbst senken

Liegt der Verdacht nahe, dass lediglich Stress und Sommerhitze Ursache für die Temperaturerhöhung sind, kann der Katzenbesitzer seinem Liebling helfen, das Fieber zu senken. In vielen Fällen hilft es, wenn die Katze sich abkühlt. Ein dunkler, kühler Ort unterstützt dabei. Ebenso können kalte Fliesen oder Schieferplatten helfen, ein nasses Handtuch ist eine weitere geeignete Unterlage, auf die sich die Katze legen kann. Eisbeutel, ein Ventilator oder das vorsichtige Besprühen mit Wasser sind weitere Möglichkeiten. Wichtig ist, dem Tier genügend Wasser zur Verfügung zu schnellen. Denn Fieber kann zu Flüssigkeitsmangel führen.

Fällt es der Katze schwer, zu trinken, dann kann der Besitzer mit einer Spritze ohne Nadel Flüssigkeit ins Maul tröpfeln. Dem Wasser kann eine Elektrolytlösung zugegeben werden. Diese bringt den Nährstoffhaushalt des Tieres wieder ins Gleichgewicht. Auch die Nahrung sollte beobachtet werden. Fieber kostet den Katzenkörper Kraft. Weiche Speisen erleichtern es dem kranken Tier, sich zu stärken. Hier sind weiches Rührei und zerkleinerte Nahrung hilfreich. Nahrungsmittelmischungen mit Vitamin B und Energieergänzungen bekämpfen Müdigkeit und Nährstoffmangel.

Der Weg zum Tierarzt

Ist das Fieber jedoch stärker und nicht kurzfristig, sollte der Weg zum Tierarzt führen. Dieser wird ebenso noch mal die Temperatur messen und das Fieber feststellen. Danach folgen weitere Untersuchungen, um die Ursache für die hohe Temperatur herauszufinden. Viele Krankheiten können mit Antibiotika behandelt werden, die der Tierarzt verschreiben muss. Diese Medikamente müssen meist über eine Woche verabreicht werden. Erfolgt jedoch zu häufig eine Antibiotikakur, kann das Tier resistent werden oder sogar erneute Infektionen dadurch bekommen. Daher setzen Ärzte manchmal auch nur fiebersenkende und andere unterstützende Mittel ein, damit der Körper die Erreger auch ohne Antibiotika besiegt.

Der Katze sollte niemals ein Medikament gegeben werden, von dem sich der Besitzer sicher ist, dass es für das Tier auch geeignet ist. Viele Arzneimittel des Menschen können nicht einfach auf die Katze übertragen werden, da ihr manche Enzyme in der Leber fehlen. Das falsche Mittel kann die Katze töten.

Zusammenfassung

Fieber ist meist ein Symptom und keine eigene Krankheit, es deutet auf andere Ursachen hin. Diese können kurzfristig aber auch ernsthaft und dauerhaft sein. Bei der Katze tritt Fieber auf, wenn die Körpertemperatur über 39,2 Grad Celsius liegt. Die Temperatur bei Katzen wird am besten rektal gemessen. Bei länger auftretendem Fieber sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.

FAQ

Warum hat die Katze Fieber?

Fieber ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion des Immunsystems, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Durch Ankurbeln des Stoffwechsels und vermehrter Muskelarbeit wird die Körpertemperatur angeheizt. Die hohe Temperatur verhindert außerdem die Vermehrung von Bakterien und Viren. Weiterhin wird der Blutfluss erhöht und Immunzellen können besser transportiert werden. Auch verletztes Gewebe heilt bei einer erhöhten Körpertemperatur schneller als sonst. Es können also verschiedene Krankheitserreger oder Krankheiten hinter Fieber stecken. Fieber ist immer nur ein Symptom für eine Grunderkrankung des Tieres.

Was sind mögliche Ursachen für Fieber bei einer Katze?

Eine kurzzeitige Erhöhung der Temperatur kann auch durch Stress, Hitze, körperlicher Anstrengung oder nach einer Impfung ausgelöst werden. In diesen Fällen wird das Fieber bald wieder sinken und es gibt in der Regel keinen Grund für den Katzenbesitzer, sich weitere Sorgen zu machen. Im Normalfall ist hier auch nicht unbedingt ein Tierarztbesuch erforderlich.

Weiterhin kann Fieber durch bakterielle Infektionen ausgelöst werden oder durch Entzündungen, wie z.B. Herz-, Darm- oder Lungenentzündungen o.ä. Hinter einem Fieberschub kann auch ein viraler Infekt stecken. Möglich wäre hier beispielsweise der Katzenschnupfen, die Katzenseuche (Feline Panleukopenie), FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) oder auch die Leukose (Felv). Diese ansteckenden Katzenkrankheiten kommen überwiegend bei Freigängern vor. Gegen diese Krankheiten ist eine vorbeugende Impfung empfehlenswert.

Weitere Ursachen, die möglicherweise Fieber bei einem Kätzchen auslösen können, sind Parasiten, Autoimmunerkrankungen, Immunschwäche, Tumore, Krebs, Tollwut und weitere Infektionskrankheiten. Da dies der Laie unmöglich feststellen kann, ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich. Nur so ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. Es ist wichtig, die Grunderkrankung festzustellen, die hinter dem Fieber liegt.

Welche Symptome zeigt die Katze bei Fieber?

Die Symptome bei Fieber sind bei der Katze ähnlich wie beim Menschen. Beispielsweise können auftreten:

  • Teilnahmslosigkeit/Apathie
  • Appetitlosigkeit/Fressunlust
  • Schwäche/Abgeschlagenheit
  • Antriebslosigkeit
  • Zittern bis Schüttelfrost
  • schnelle Atmung
  • schwache Atmung
  • Rückzug
  • Fellverlust

Die Katze macht in der Regel einen schwachen Eindruck und schläft sehr viel. Sie wirkt schlapp und antriebslos, in den meisten Fällen verweigert ein Tier mit Fieber auch das Fressen und lässt das Futter stehen, weil sie einfach keinen Appetit hat. Zeitweise kann man auch an den Gelenken des Stubentigers eine gewisse Gelenksteifigkeit beobachten.

Ab welcher Temperatur spricht man von Fieber bei der Katze?

Die normale Körpertemperatur (Normaltemperatur) bei der Katze liegt zwischen 38,1 und 39,2 Grad. Ist die Temperatur etwas darüber, spricht man von einer erhöhten Körpertemperatur. Bei ca. 40 Grad kann man von Fieber sprechen, ab ca. 41 Grad dann von sehr hohem Fieber. Ab 41,6 Grad kann es für das Tier sehr gefährlich werden, ab 43 Grad Celsius ist Fieber für eine Katze tödlich.

Wie kann man bei einer Katze Fieber messen?

Idealerweise verwendet man ein Digitales Fieberthermometer zur Fiebermessung bei einer Katze. Dieses sollte zuerst desinfiziert und dann mit einem Gleitmittel rektal eingeführt werden. Es ist von Vorteil, wenn die Messung von zwei Personen durchgeführt wird, damit eine Person die Katze halten und beruhigen und die andere Person die Messung durchführen kann.

Des Weiteren gibt es auch Infrarot-Fiebermessgeräte, mit denen man die Temperatur der Katze im Ohr durchführen kann. Diese sind jedoch relativ ungenau und zeigen nicht die präzise Temperatur an, weswegen ein normales Digitales Fieberthermometer die bessere Wahl ist.

Was kostet ein Fieberthermometer für die Katze?

Für die Fiebermessung bei der Katze kann ein ganz normales Digitales Thermometer verwendet werden, wie man sie auch für sich selbst benutzt. Diese sind im Handel erhältlich für ca. 5 – 12 Euro. Weiterhin gibt es auch spezielle Haustierthermometer, hier liegt der Preis bei ungefähr 10 – 15 Euro.

Was gibt es für verschiedene Arten an Fieber?

Es gibt vier unterschiedliche Arten von Fieber bei Katzen:

  • Ephemeres Fieber: Dauert nur einen Tag.
  • Akutes Fieber: Von akutem Fieber wird gesprochen, wenn die Katze zwischen 7 und 14 Tage lang erhöhte Temperatur hat.
  • Subakutes Fieber: Diese Form von Fieber kann zwei bis drei Wochen andauern.
  • Chronisches Fieber: Bei chronischem Fieber ist die Temperatur des Stubentigers länger als drei Wochen erhöht.

Artikelbild: © 135pixels / Shutterstock

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert