Singapura-Katze

Singapura-Katze

Alles über Herkunft, Charakter und Haltung

Die Singapura-Katze ist eine exotische Schönheit und etwas ganz Besonderes. Wer eine solche seltene Katze sein Eigen nennt, darf sich glücklich schätzen, denn er hat einen richtigen Schatz zu Hause. Die Singapura ist nicht nur sehr klein – sie hält sogar einen Rekord, denn sie gilt weltweit als die kleinste Rassekatze. Außerdem ist sie sehr teuer und sehr selten. Das Schwierigste an der Haltung einer Singapura-Katze ist, sie überhaupt erst einmal zu bekommen, denn es gibt nur wenige Züchter für diese besondere Rasse. Aber wer eine solche Katze findet und bei sich aufnimmt, hat einen liebevollen, verträglichen und anhänglichen Hausgenossen.

Übrigens hat die Singapura in Malaysia einen süßen Beinamen, und zwar „Kucinta“ – und das bedeutet „Liebeskatze“. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die Herkunft, den Charakter und die Haltung der Singapura-Katze.

Herkunft und Geschichte der Singapura

Über die Herkunft der Singapura-Katze herrscht bis heute Unklarheit. Es gibt dazu zwei verschiedene Versionen:

Eine Version besagt, dass eine amerikanische Familie im Jahr 1975 diese Katzenrasse aus Singapur in die USA mitbrachte, wo sie kurze Zeit darauf auf einer Ausstellung gezeigt wurde. In Singapur leben diese Katzen als „Straßenkatzen“, wo sie auf natürliche Weise zu ihrer geringen Größe gekommen sein sollen. Und zwar sollen sie dort in engen Abflussrohren (englisch: drains) gelebt und sich diesem Lebensraum angepasst haben. Daher bekamen sie auch den Beinamen „drain cat“.

Laut einer anderen Version soll die Singapura-Katze durch eine gezielte Kreuzung aus den beiden Rassen Abessinier und Burma entstanden sein.

Welche Variante auch die richtige ist – Fakt ist, dass die Singapura seit 1982 in den USA als Rasse anerkannt ist. Ende der 1980er Jahre kam die erste Katze dieser Rasse nach Europa, genauer gesagt, nach Großbritannien. Seit 2014 ist sie offiziell durch die FIFé anerkannt. Die FIFé steht für „Fédération Internationale Féline“ – hierbei handelt es sich um eine internationale Dachorganisation von Katzenzuchtverbänden.

Bis heute gilt die Singapura als Seltenheit, und die Anzahl ihre Züchter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nach wie vor sehr gering.

Wie sieht die Singapura-Katze aus?

Die Singapura ist von kleiner zierlicher Statur, jedoch gut proportioniert. Eine „echte“ Singapura-Katze hat eine einzige Farbe, und zwar ist das ein braunes Ticking auf elfenbeinfarbenem Grund. Diese Farbe nennt sich Sepia Agouti und ist auch die einzige anerkannte Farbe für diese Rasse.

Die Augen der Katze sind groß und leicht schräg. Die Farbe der Augen variiert von Grün über Goldgelb bis hin zu einem leichten Haselnussbraun. Die Ohren sind in Relation zum Körper groß und stehen vom Kopf ab. Das Hinterteil einer Singapura-Katze ziert ein langer und stumpf zugespitzter Schwanz mit einem dunklen Ende. Es handelt sich um eine Kurzhaarrasse, daher ist das Fell kurz, liegt eng am Körper an und hat einen seidigen Glanz.

Welchen Charakter haben die Singapuras?

Singapura-Katzen gelten als sehr verschmust und anhänglich. Diese Anhänglichkeit muss der Besitzer sich jedoch erst einmal erobern. Anfangs sind viele dieser hübschen Miezen eher schüchtern und zurückhaltend. Aber sobald sie sich in ihrem neuen Zuhause eingewöhnt und Vertrauen gefasst haben, sind es die treuesten und anhänglichsten Hausgenossen. Geben Sie der Samtpfote also ein bisschen Zeit, sorgen Sie dafür, dass Sie es bei Ihnen gut hat, dann werden Sie ganz sicher schnell das Vertrauen der Mieze gewinnen. Es wird nicht lange dauern, und Ihre exotische Schönheit wird ständig ihre Nähe suchen und Streicheleinheiten einfordern. Dies ist auch der Grund, warum eine Singapura nicht für Menschen geeignet ist, die den ganzen Tag außer Haus sind. Am wohlsten fühlt sie sich in einer Familie mit Kindern, in der sie fast immer Gesellschaft hat.

Halten Sie eine Singapura möglichst nicht als Einzelkatze. Diese Katzen sind sehr gesellig und einfach glücklicher mit einem Katzenkumpel.

Optimal sind zwei Katzen der gleichen Rasse, die sich perfekt in Temperament und körperlicher Beschaffenheit ergänzen.

Gegenüber Fremden ist die Singapura eher zurückhaltend, allerdings nicht unfreundlich oder aggressiv.

Was ist bei der Haltung einer Singapura-Katze zu beachten?

Singapuras sagen zu Freigang nicht Nein, können aber auch problemlos in der Wohnung gehalten werden. Allerdings sollten Sie in letzterem Fall darauf achten, dass es genügend Spielmöglichkeiten und Bewegung gibt. Achtung: Die kleinste Katze der Welt ist eine richtige Akrobatin und Weltmeisterin im Springen. Daher sollten sich keine gefährlichen oder zerbrechlichen Dinge in ihrer Reichweit befinden.

Braucht die Katze viel Fellpflege?

Die Fellpflege einer Singapura-Katze ist einfach und unaufwändig. Die Kurzhaarrasse verliert nur wenige Haare. Wenn Sie diese einmal pro Woche entfernen, ist das völlig ausreichend. Ansonsten kommt die Singapura mit ihrer Fellpflege sehr gut allein zurecht.

Welche Ernährung ist die richtige?

Auch in Fragen Ernährung ist diese Katze unkompliziert. Wie alle anderen Katzenrassen kann sie mit handelsüblichem Katzenfutter ernährt werden. Allerdings ist diese Katze ja wirklich etwas Besonderes – eine Seltenheit, und wahrlich keine billige. Vielleicht ein Anlass, sich auch um „besonderes“ Futter Gedanken zu machen?

Eine gute Möglichkeit ist Bio-Futter aus dem Fachhandel oder auch rohes Fleisch. Letzteres erfreut sich bei Katzen- und auch bei Hundehaltern immer größerer Beliebtheit. Es gibt dafür mittlerweile ein eigenes Wort, das sogenannten “Barfen“, was steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Barfen bedeutet, dass das Tier ausschließlich mit rohem Muskelfleisch, Innereien und anderen tierischen Bestandteilen gefüttert wird. Außer Schweinefleisch sind dafür alle Fleischsorten geeignet.

Inzwischen ist bekannt, dass „gebarfte“ Katzen gesünder und vitaler sind als Tiere, die Fertigfutter bekommen. Außerdem erkranken sie nicht so oft an Magen-Darm-Entzündungen oder an Nierensteinen. Und hier spreche ich nicht nur von Singapuras und anderen Rassekatzen, sondern von Katzen allgemein.

Noch ein Vorteil ist, dass solche Katzen weniger und geruchsneutraler koten. Gerade Halter einer Wohnungskatze, die täglich die Katzentoilette reinigen, werden dies sehr zu schätzen wissen.

Ganz wichtig: Eine Katze darf auf keinen Fall ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden. Bekanntlich sind viele Katzen „trinkfaul“, und eine einseitige Versorgung mit Trockenfutter kann zu Austrocknung und zu Nierenproblemen führen.

Wie auch immer Sie Ihre Samtpfote ernähren – geben Sie ihr das Futter niemals direkt aus dem Kühlschrank! Zu kalte Nahrung kann Übelkeit oder gar Erbrechen auslösen.

Wichtig ist auch, der Katze immer ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen.

Wie anfällig ist die Singapura für Krankheiten?

Da Singapuras so selten sind, haben sie ein höheres Inzestrisiko als andere Katzen. Aus diesem Grund haben sie oft Probleme mit ihrem Immunsystem. Gerade junge Katzen erkranken relativ häufig.

Lassen Sie eine Singapura erst impfen, wenn ihr Immunsystem aufgebaut ist!

Ansonsten gilt für diese Rasse das Gleiche wie für alle anderen auch: Sie benötigt eine regelmäßige Vorsorge und die üblichen Impfungen. Stellen Sie die Katze also einmal jährlich dem Tierarzt zu einem Check up vor. Und gegen folgende Krankheiten sollte das Tier geimpft werden:

Wenn Sie all dies berücksichtigen, werden Sie lange Freude an Ihrer exotischen Schönheit haben. Singapuras können bis zu 18 Jahren alt werden.

Was ist beim Kauf einer Singapura-Katze zu beachten?

Da diese Katze so selten ist, kann der Erwerb einer Singapura zu einer Herausforderung werden. Kaufen Sie unbedingt bei einem seriösen Züchter. Lassen Sie die Finger von Inseraten im Internet oder in der Zeitung. So vermeiden Sie das Risiko eines Fehlkaufes.

Rassekatzen vom Züchter haben ihren Preis, und das nicht ohne Grund. Für eine Singapura-Katze müssen Sie mit 1000 bis 1300 Euro Kaufpreis rechnen. Ein seriöser Züchter deckt mit diesem Preis sämtliche Kosten für Versorgung, Pflege und ärztliche Untersuchungen der Katzenbabies ab.

Wenn Sie sich für diese exotische Katzenrasse entschieden haben, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Elterntiere. Auf diese Weise können Sie im Vorfeld mögliche Fehler im Rassestandard erkennen. Ein solcher Fehler kann beispielsweise eine andere Farbe als Sepia Agouti sein.

Eine komplette Liste möglicher Fehler im Rassestand der Singapura können Sie auf der Internetseite der FIFé nachlesen: http://www.fifeweb.org

Zusammenfassung:

Die Herkunft der Singapura-Katzen ist nicht eindeutig geklärt, Fakt ist aber, dass es sich um die kleinsten Katzen der Welt handelt. Diese Katzen sind selten und haben ihren Preis. Singapuras sind anhänglich und verspielt und ein lebenslanger treuer Freund ihrer Besitzer.

Artikelbild: © Seregraff / Bigstock.com

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