Rassekatze-Tierheim

Rassekatzen im Tierheim

Günstige Alternative?

Eine Rassekatze ist in der Anschaffung häufig teuer. Da liegt es nahe, eine Katze kostengünstig aus dem Tierheim zu adoptieren, doch handelt es sich hierbei um einen Trugschluss. Auch die Katzen aus dem Tierheim sind nicht gratis und haben meist spezielle Pflegeansprüche. Wenn eine Tierheimskatze lediglich aufgrund der Kostenersparnis aufgenommen werden soll, ist die Anschaffung eines Haustieres generell noch einmal zu überdenken. Wer hingegen ernsthaftes Interesse an einer Katze aus dem Tierheim hat, weiß, dass diese Tiere oft eine schlechte Vergangenheit hinter sich haben und besondere Ansprüche an den neuen Halter stellen. Folgendes gilt es zu beachten, wenn eine Rassekatze aus dem Tierheim ein neues Zuhause bekommen soll.

Eine Rassekatze aus dem Tierheim soll einziehen – die Vorbereitungen

Im Tierheim wartet ein bunter Mix von Katzen auf eine zweite Chance. Unter den gescheckten und getigerten Katzen sind zuweilen auch echte Rassekatzen zu finden. Wer sich für einen Bengalen interessiert, weiß in der Regel um das quirlig-aktive Temperament dieser sportlichen Stubentiger. Andere Rassen wie Russisch Blau, Maine Coon oder Nebelung bevorzugen tendenziell ein eher ruhiges Zuhause. Das geschulte Personal im Tierheim ist über diese rassetypischen Tendenzen hinaus stets bemüht, die individuellen Charakterzüge eines jeden Schützlings kennen zu lernen und an die Interessenten zu vermitteln. Nur so kann die Katze einen passenden Platz finden.

Bestimmte Katzen, darunter auch eher sanftmütige Rassekatzen, bevorzugen daher ein ruhiges Zuhause, ohne Kleinkinder und viel Lärm. Einige Katzen sind sehr gesellig und leicht an Katzengesellschaft oder Hunde zu gewöhnen. Katzen, die jedoch lange in Einzelhaltung gelebt haben, sind meist nur mit Schwierigkeiten an andere Tiere zu gewöhnen. Bestimmte Rassen wie etwa Siamesen sind für ihre Anhänglichkeit bekannt. Sie benötigen mehr Aufmerksamkeit als andere Rassen und sollten nicht lange allein gelassen werden. Die Verhaltensweisen jeder Katze sollten dennoch individuell bewertet werden. Neben der Rasse spielen viele weitere Faktoren wie Alter, vorheriger Umgang mit Menschen und anderen Tieren sowie individuelle Vorlieben eine Rolle.

Eine Katze – auch eine Rassekatze – sollte daher nicht einfach nach dem Aussehen ausgewählt werden. Damit sich beide, Katze und Mensch, am Ende in den eigenen vier Wänden wohlfühlen, müssen beide gut zusammenpassen. Überlegen Sie sich daher vor dem Besuch im Tierheim:

  • Wie viel Zeit kann ich mit der Katze aktiv verbringen?
  • Bevorzuge ich ein ruhiges oder ein eher aktives Tier?
  • Welche anderen Mitbewohner müssen sich mit dem Neuankömmling verstehen (Kinder, Partner, eventuell bereits vorhandene Haustiere)?
  • Bin ich bereit, eine chronisch kranke oder verhaltensauffällige Katze zu pflegen?

Vierbeiner im Tierheim haben nicht immer gute Erfahrungen mit Menschen gemacht. Einige Erlebnisse können tiefgreifende Spuren auf der Katzenseele hinterlassen haben. Manche Katzen sind daher verhaltensauffällig und müssen erst einmal Vertrauen zum Menschen fassen. Der Aufbau dieser Beziehung kann langwierig und kompliziert sein. Sind Sie bereit, sich aktiv und hingebungsvoll um die Katze aus dem Tierheim zu kümmern?

Manche Katzen sind außerdem chronisch krank. Seriöse Tierheime weisen Sie offen und ehrlich auf gesonderte Pflegeansprüche von chronisch kranken Tieren hin. Außerdem erfahren Sie, mit welchen zusätzlichen Kosten zu rechnen ist. In der Vergangenheit vernachlässigte oder nicht artgerecht gefütterte Katzen können verschiedene Beschwerden wie Nieren- oder Lebererkrankungen zeigen. Darüber hinaus neigen bestimmte Rassen durch Überzüchtung zu solchen Krankheiten. Beachten Sie dies, bevor Sie eine Katze zu sich nach Hause holen.

Muss es wirklich eine Rassekatze sein?

Es kommt immer wieder vor, dass Besitzer mit ihrem Haustier überfordert sind, sich die Lebensumstände ändern und die Katze im Tierheim landet. Vor diesem Schicksal sind auch Rassekatzen nicht gefeit. Trotzdem ist nicht jede Rasse im Tierheim vertreten. Wer sich dazu entschließt, eine Katze aus dem Tierheim bei sich aufzunehmen, sollte sich nicht im Vorhinein auf eine bestimmte Rasse versteifen. Stattdessen sollten Sie sich eine Vorstellung vom Wesen Ihrer zukünftigen Katze machen. Von schüchtern, über ruhig, bis hin zu quirlig aktiv, ist im Grunde jeder Typ im Tierheim vertreten – unabhängig von Rasse und Aussehen. Ob eine Katze zu einem passt, ist oft bereits nach Minuten entschieden. Manchmal ist es Liebe auf den ersten Blick.

Wird eine Katze Ihnen gegenüber mit Fauchen aggressiv, sollten Sie von einer Adoption eher absehen. Geht eine Katze jedoch von sich aus auf sie zu oder beginnt sie sofort zu schnurren, wenn Sie sie streicheln, sind das positive Anzeichen. Diese Katze fühlt sich wohl bei Ihnen und mag Sie. Sehr scheue Tiere erfordern meist erfahrene Katzenhalter, um sich beim Menschen wieder wohl zu fühlen und verstecken sich auch im Tierheim meist im Kratzbaum oder dem Katzenbettchen. Zuhause angekommen, kann es vorkommen, dass sich die Katze in der neuen Umgebung zunächst einmal unter dem Sofa oder einer anderen Höhle versteckt. Reden Sie der Katze ruhig zu, aber zwingen Sie sie nicht aus ihrem Versteck. Nach gewisser Zeit kommt der Stubentiger von ganz allein hervor. Jede Katze benötigt unterschiedlich viel Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Der Adoptionsprozess – die Katze zieht ein

Sie haben sich eingehend mit den Katzen im Tierheim beschäftigt und die Wahl ist auf ein Tier gefallen? Glückwunsch. Bevor der Stubentiger jedoch bei Ihnen einziehen darf, gibt es noch kleine Hürden zu nehmen. Bei den meisten Tierheimen ist eine sogenannte Vorkontrolle durch einen Mitarbeiter mittlerweile obligatorisch. Das potentielle neue Zuhause für die Katze wird dabei in Lokalaugenschein genommen.

Sie können bereits im vorhinein Katzenzubehör wie die Katzentoilette und einen Kratzbaum organisieren.

Ein Mitarbeiter des Tierheims wird Ihnen außerdem wertvolle Hinweise geben, wie Sie die Wohnung katzensicher machen können, wenn dies noch nicht geschehen ist. Vor allem Rassekatzen sollten aufgrund der Diebstahlgefahr nicht als Freigänger gehalten werden. Über einen gesicherten Balkon oder Garten freut sich allerdings jede Katze.

Bei einigen Organisationen sind Platzkontrollen nach Abgabe des Tieres ebenfalls üblich. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Schutzvertrag.

Wenn Ihr Zuhause durch das Tierheim abgenommen wurde, darf die Katze nach Entrichtung der sogenannten Schutzgebühr mitgenommen werden. Diese Gebühr deckt die Kosten für die Kastration und Impfung ab. Vor allem dient dieser Geldbetrag jedoch als symbolischer Wert für die Katze und soll unseriöse Tierhalter abschrecken. Im dazugehörigen Schutzvertrag sind die Haltungsvereinbarungen festgehalten, die von beiden Parteien, dem neuen Halter und der Tierschutzorganisation, gegengezeichnet werden.

Eine Katze aus dem Tierheim retten vs. eine Katze adoptieren

Wie bei der Übernahme von Katzen beim Züchter, gilt auch bei der Adoption aus dem Tierheim: Nehmen Sie das Heim stets selbst in Lokalaugenschein. Seriös geführte Tierheime stellen ihren Schützlingen saubere Räumlichkeiten mit Futter, Wasser und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Für Neuankömmlinge stehen Quarantäneräume zur Verfügung.

Finden Sie bei der Besichtigung stark verdreckte Räume vor, in denen offensichtlich kranke Tiere oder solche, die unter Parasiten leiden, leben, dann nehmen Sie von dort bitte kein Tier auf. Mitleid ist häufig der Gedanke. Man möchte wenigstens ein Tier „retten“. Jedoch wird den Tieren dort mehr geholfen, wenn Sie die vorherrschenden Zustände dem jeweiligen Amtstierarzt melden.

Zusammenfassung

Rassekatzen sind beliebt und – werden sie vom Züchter geholt – häufig teuer. Eine Rassekatze aus dem Tierheim kann finanziell als Schnäppchen erscheinen, da die einmaligen Anschaffungskosten gering ausfallen. Die Aufnahme eines Tieres, vor allem aus dem Tierschutz, bedeutet jedoch auch Verantwortung. Niemals sollte ein Tier nach finanziellen Gesichtspunkten ausgewählt werden. Ein Haustier kostet schließlich auch nach der Anschaffung Geld. Zu den laufenden Kostenpunkten gehört das Katzenfutter sowie die Streu. Im Bedarfsfall sollte Geld für den Tierarzt zur Verfügung stehen. Katzen aus dem Tierheim haben zuvor meist weniger schöne Erfahrungen gemacht. Sie benötigen besondere Aufmerksamkeit und Zuneigung. Über eine ernstgemeinte zweite Chance freut sich daher jede Katze, ganz gleich ob Haus- oder Rassekatze. Wählen Sie daher Ihren zukünftigen Liebling eher nach dem Wesen, denn nach dem Aussehen aus.

Artikelbild: © Nuclear_lily / Bigstock.com

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