Manx-Katze

Manx-Katze

Die Manx-Katze gilt als schüchternes, aber freundliches Tier. Ihr Hauptmerkmal ist ein fehlender oder stark verkürzter Schwanz. Durch diese rassetypische Fehlbildung erhält die Manx-Katze ihren hoppelnden, kaninchenähnlichen Gang. Da der Ausfall des Schwanzes mit erheblichen Schäden für die Nerven, die Skelettstruktur sowie den Magen-Darm-Trakt einhergehen kann, wird das Züchten von Manx-Katzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Qualzucht eingestuft und ist dementsprechend verboten.

Herkunft

Der Name der Manx geht auf die Insel Man in der Irischen See zurück. Hier soll die Manx-Katze erstmals gesichtet worden sein. Womöglich geht die Genmutation des fehlenden Schwanzes auf Jahre der Isolation zurück. Durch Inzucht ist es bei den einheimischen Katzen zu dieser Genmutation gekommen, die sich erhalten hat. Obwohl die Zucht nach deutschem, österreichischem und schweizerischem Tierschutzgesetz verboten ist, wird die Manx-Katze zum Teil in Großbritannien und Skandinavien noch gezüchtet. In der Regel wird dann eine Manx-Katze mit einer anderen Rassekatze (häufig Britisch Kurzhaar) verpaart, um weitere Missbildungen neben der Schwanzlosigkeit zu vermeiden. Ausschließen lässt sich dies dadurch jedoch nicht.

Das sogenannte Manx-Gen „M“ zeigt sich verantwortlich für das rassetypische Merkmal, den fehlenden Schwanz. Jede Manx trägt zumindest ein Allel „M“ in sich. Kommt es bei der Verpaarung von Manx-Katzen zur Kombination „M/M“, sterben die Embryos noch im Mutterleib. Ziel ist es, die Kombination „M/m“ zu erreichen, um so eine Katze ohne Schwanz zu erhalten. Doch auch die Mischung „m/m“ ist möglich. Dann hat die Katze jedoch einen Schwanz. Man unterscheidet Rumpies (ohne Schwanz) von Stumpies (mit Stummel) und Tailies (mit Schwanz). Einige Verbände erkennen die Manx bis heute nicht als eigenständige Rasse an. Mit der Manx verwandt sind die Cymric-Katzen. Der Name der langhaarigen Variante der Manx leitet sich von der walisischen Bezeichnung „Cymru“ für Wales ab.

Aussehen

Sowohl bei der Manx- als auch bei der Cymric-Katze sollte nach Zuchtstandards gar kein Schwanz vorhanden sein. Auch Knorpel oder hervorstehende Knochen entsprechen nicht dem Standard. Wird die Anurie (Schwanzlosigkeit) nicht durch Vererbung erreicht, kupieren Züchter mitunter den Schwanz. Die operative Amputation des Schwanzes ist jedoch nach Tierschutzgesetz in vielen Ländern untersagt. Um dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben und auch um das Ausweichverhalten ins Ausland zu vermeiden, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur die Zucht, sondern auch das Vorführen von Manx-Katzen auf Ausstellungen untersagt.

Neben dem fehlenden oder Stummelschwanz fällt der kompakte Körperbau der Manx-Katze auf. Kurze, stämmige Beine mit runden Pfoten und ein kurzer Rücken prägen das Erscheinungsbild der Manx, die meist ähnlich wie ein Kaninchen hoppelt. Durch den fehlenden Schwanz kann es zu einem gestörten Gleichgewichtsgefühl kommen. Außerdem dient der Schwanz zur nonverbalen Kommunikation mit Artgenossen, die somit gestört sein kann.

Der Kopf der Manx ist groß und rund, mit markantem Kinn und mittellanger Nase. Die Augen können verschiedene Farben aufweisen und sind meist harmonisch auf die Fellfarbe abgestimmt. Im Allgemeinen erinnert die Manx mit ihrem kräftigen Bau an die Britisch Kurzhaar. Das kurze Fell der Manx fühlt sich sehr weich an, denn die Katzen besitzen eine dichte Unterwolle. Bis auf Point-Farben sind alle Fellfarben zulässig.

Charakter

Die Manx-Katze ist ein intelligentes, liebevolles Tier, das meist mit einer Bezugsperson eine besonders enge Bindung eingeht. Manx-Katzen gelten als verträglich mit anderen Katzen sowie mit Hunden. Sie kommen mit Erwachsenen und Kindern gleichermaßen zurecht. Fremden können sie jedoch zunächst schüchtern bis scheu vorkommen. Die cleveren Manx-Katzen sind verspielt und apportieren auch gerne Katzenspielzeug.

Haltung

Die Manx-Katze ist wenig anspruchsvoll in der Pflege. Gelegentliches Bürsten, um totes Haar aus dem Fell zu lösen, genügt. Aufgrund der genetisch bedingten, möglichen Missbildungen benötigt die Manx-Katze jedoch wahrscheinlich tierärztliche Behandlungen, wobei auch operative Eingriffe nicht ausgeschlossen sind. Ob eine Operation im individuellen Fall sinnvoll bzw. nötig ist, sollte mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.

Gesundheit

Im „Gutachten zur Auslegung des § 11 b des Tierschutzgesetzes“ hält der deutsche Gesetzgeber über die Manx-Katze verschiedene Fehlbildungen fest, die auftreten können. Die Stärke der Ausprägung ist an die jeweilige Schwanzlänge gekoppelt, jedoch sind auch Tailies mit fast normal langem Schwanz nicht vor anderen Missbildungen gefeit. Genannt werden:

  • Deformationen der Hinterhand (Becken und Hintergliedmaßen)
  • asymmetrische und in ihrer Anzahl reduzierte Wirbelkörper
  • Symptomkomplex der Spina bifida, d.h. unvollständiger Schluss der Wirbelkörper mit Fehlbildung (Dysplasie) oder Vorwölbung (Protrusion) des Rückenmarks oder der Rückenmarksumhüllung (Meningen)
  • hoppelnder Gang bis zur Lähmung (Hinterhandparalyse)
  • Enddarmvorfall (Rectumprolaps)
  • Fistelbildung zwischen Darm und Scheide (recto-vaginale Fisteln)
  • Fehlen der Afteröffnung (Atresia ani)
  • Harn- und seltener Kotinkontinenz
  • Heraustreten der Augen aus der Augenhöhle (Exophthalmus)
  • Gehirnmissbildungen (Anenzephalie)
  • Schmerzen

Zusammenfassung

Die Manx-Katze ist ein freundlicher Stubentiger mit Köpfchen. Die einst wahrscheinlich spontan auftretende Mutation der Schwanzlosigkeit wird bei Manx-Katzen gezielt gezüchtet, was mit schweren Schäden für das Tier einhergehen kann. Da Qualzuchten nicht zulässig sind, ist die Zucht von Manx-Katzen im Interesse der Tiere in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht erlaubt.

Artikelbild: © sherryk / Bigstock.com

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