Katzenfutter-Test

Katzenfutter-Test

Nur das Beste für die Mieze

Die Katze ist das beliebteste Haustier des Bundesbürgers. Rund 13 Millionen Katzen leben in Deutschlands Haushalten. Die Beliebtheit der Miezen kommt nicht von ungefähr: Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf sind Singles mit Katzen glücklicher – und alleine lebende Menschen gibt es in Deutschland immer mehr. Ob Single, Paar oder Familie – in jedem Fall sollte die Katze im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und nur das beste Katzenfutter erhalten. Doch das ist angesichts eines mit Tiernahrungsmitteln überfluteten Markt nicht ganz einfach. Insbesondere Erstbesitzer tun sich schwer, ein passendes Futter für ihre Katze auszuwählen.

Katzen benötigen fleischbasiertes Futter, um gesund zu bleiben

Mit Katzen ist es wie mit Menschen: Die Ernährung entscheidet über ihren Zustand und ihre Gesundheit. Eine Katze, die gutes Futter bekommt, hat ein glänzendes Fell, ist immer in guter Stimmung und hat starke Knochen.

Was aber soll ein Katzenbesitzer wählen? Futter vom Discounter oder hochwertige Nahrung von Markenherstellern? Laut der Stiftung Warentest muss gutes Futter nicht teuer sein. In der Ausgabe test 03/2014 gehörte der Testsieger zu den günstigsten Futterprodukten: Eine Tagesration kostet nur 21 Cent.

Nicht einfach nur blind einem Katzenfutter-Test trauen

Auch wenn Organisationen wie die Stiftung Warentest und viele weitere Unternehmen viel Zeit (und Geld) in ihre Testberichte investieren, sagen sie die Wahrheit nicht zu 100 Prozent aus. Denn alle am Markt erhältlichen Produkte kann kaum ein Unternehmen testen.

Es kann also vorkommen, dass gutes Futter an der Testlupe vorbeigeht, obwohl es von hoher Qualität ist. Aus diesem Grund müssen Katzenbesitzer lernen, wie sie gutes Katzenfutter erkennen können. Diese Informationen gibt es im Anschluss.

Welche Ansprüche hat eine Katze an sein Futter?

Katzenhalter müssen für eine artgerechte Ernährung ihres Tieres sorgen. Die Idealnahrung wäre eine Maus, schließlich sind Katzen berüchtigte Jäger. Natürlich wird aber niemand seiner Katze Mäuse kaufen. Besitzer können aber eine wichtige Erkenntnis ableiten: Katzen sind Fleischfresser.

Grundsätzlich gilt: Das artgerechteste Futter ist die reine Rohfütterung von Kleintieren – und dazu gehört auch der Mageninhalt mit allen darin befindlichen Inhalten. Diese Rohfütterung ist als BARF (Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung) bekannt, lässt sich aber recht schwer realisieren; zumal sie auch nicht ganz ungefährlich ist (Stichwort Krankheitserreger).

Für die meisten Katzenhalter bleibt nur die Verwendung von Fertignahrung übrig. Doch gerade in diesen ist selten das enthalten, was eine Katze benötigt: Fleisch.

Industriell hergestelltes Katzenfutter beinhaltet selten hochwertiges Fleisch

Ein Blick in die Futterdose zeigt, dass darin eine interessante Mixtur enthalten ist, die nicht nach Fleisch aussieht. Tatsächlich handelt es sich um einen Cocktail aus Abfällen, die von der Fleischindustrie stammen, darunter: Knochen, Federn, Schnäbel und vieles mehr. Zu den Abfällen gesellen sich Lockstoffe, Geschmacksverstärker und verschiedene Fette, aber auch künstliche Vitamine und Zusatzstoffe.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass nicht weniger als 400 Zusatzstoffe für Futtermittel zugelassen sind – einige davon werden nicht deklariert. Wer einen Blick auf die komplette Liste werfen möchte, findet sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Der Gedanke hinter dem sparsamen Umgang mit Fleisch ist simpel: Es ist teuer und würde die Kosten des Katzenfutterherstellers um ein Vielfaches erhöhen. Da eine Katze den Abfallcocktail nicht anrühren würde, kommen im Futter Konservierungs- und Geschmacksstoffe zum Einsatz, die den Instinkt des Tieres überlisten.

Pflanzliche Nebenerzeugnisse & Getreide

Neben den Abfällen im Katzenfutter gibt es ein weiteres Problem: Getreide sowie pflanzliche Nebenerzeugnisse. Diese Begriffe sind häufig auf dem Etikett von Katzenfutter zu finden. Gemeint sind Getreideabfälle, Soja und Erdnussschalen.

Während Hunden diese Stoffe benötigen könnten, ist das bei Katzen nicht der Fall: Sie decken ihren Energiebedarf mit Proteinen und nicht mit Kohlenhydraten. Das größte Problem ist die schwere Verdauung der Zusatzstoffe. Deshalb ist darauf zu achten, dass es möglichst wenige Getreidesorten im Katzenfutter zu finden sind und nur jene, die hochverdaulich sind (zum Beispiel Reis).

Katzenfutter-Qualitätskriterium Nummer 1: Fleisch in Lebensmittelqualität

Ein Blick auf das Etikett einer Dose oder Tüte Futter offenbart, was in dem Produkt steckt. Hochwertiges Katzenfutter enthält Fleisch in Lebensmittelqualität – und dieses kommt gibt es zum Beispiel beim Metzger.

Auch die Zusammensetzung ist aufgelistet, zum Beispiel: 90 Prozent Putenfleisch, davon 85 Prozent Muskelfleisch, 6 Prozent Herz, 6 Prozent Leber und 3 Prozent Magen. Der Rest kann Gemüse sein, aber nur jenes, welches die Katze verdauen kann, zum Beispiel:

  • Karotte (nicht roh)
  • Zucchini
  • Gurke

Auch gemahlene Eierschalen sind kein Grund zur Besorgnis.

Das zweitgrößte Qualitätskriterium im Katzenfutter ist die Zugabe von Meersalz. In billigen Produkten kommt, man mag es kaum glauben, Urin anstelle von Salz zum Einsatz.

Im Tierfutter sollte unbedingt Taurin zu finden sein, da Katzen es benötigen. Zu finden ist es im Herzmuskelfleisch sowie Meeresfrüchten wie der Grünlippmuschel.

Preis geringer als man denkt: Hochwertiges Futter wird in kleineren Mengen verabreicht

Hochwertiges Futter können Katzenbesitzer in kleinen Mengen verabreichen. Die Idealmenge beträgt rund vier Prozent des Körpergewichts. Einer 3,6 Kilogramm schweren Katze werden folglich 144 Gramm hochwertige Nahrung verfüttert; bei minderwertiger Nahrung wird die Katze erst satt, wenn sie rund 388 Gramm frisst (2,7 Mal mehr). Die kleine Portion wirkt sich natürlich positiv auf den Preis der Nahrung aus – hochwertiges Futter kostet nicht mehr als schlechte Ware.

Der Unterschied in der Futtermenge resultiert in der Zugabe der billigen Füllstoffe. Das gilt übrigens auch bei Trockenfutter, wobei man dann etwa doppelt so viel Nahrung benötigt wie bei einem hochwertigen Produkt.

Wie bereits erwähnt, frisst die Katze das günstige Produkt trotzdem. Aufgrund der Geschmacks- und Geruchsstoffe sowie der Zufuhr von Zucker riecht das Futter appetitlich.

Fleisch & tierische Nebenerzeugnisse meiden

Auf vielen Futterprodukten wird verschwiegen, welches Fleisch zum Einsatz kommt – und das ist ein Indiz dafür, dass fast kein Fleisch verarbeitet wurde. Ein weiterer Hinweis auf zu meidende Futterprodukte ist die Bezeichnung Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, welche einfach zusammengefasst und mit einem nichtssagenden Prozentwert verbunden wird. Ohne eine genaue Aufschlüsselung ist davon auszugehen, dass der Fleischanteil so gering ist, dass man ihn nicht mit gutem Gewissen nennen konnte.

Auch wenn gegen die Verwendung tierischer Nebenerzeugnisse nichts spricht, da dazu auch Herzen und Nieren gehören, kommen in Katzenfutter leider oftmals Nebenprodukte der Kategorie 3 zum Einsatz. Diese sind kein hochwertiges Fleisch und dürfen von Menschen nicht verzehrt werden. Es handelt sich um Abfälle aus Schlachthäusern, dazu zählen:

  • tote & kranke Tiere
  • Gedärme
  • Ohren & Augen
  • Hufe
  • Häute
  • Geschlechtsteile
  • Hörner
  • Euter
  • Blutkuchen
  • Federkiele
  • Lungen
  • Sehnen
  • Klauen

Auch das angesprochene Urin gehört in diese Kategorie.

Neben den tierischen Nebenerzeugnissen müssen Katzenhalter auch bei dem Begriff Fleisch aufpassen, denn die Hersteller unterscheiden selten, um welche Art es sich handelt. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Bindegewebe wie Euter sowie Muskelfleisch in Lebensmittelqualität.

Der Gemüseanteil in Katzenfutter sollte gering sein

Gemüse mag für Menschen wichtig sein, wichtiger sogar als Fleisch; doch für Katzen gilt diese Regel nicht. Für Miezen ist einzig und alleine der Fleischanteil von Bedeutung. Dieser sollte möglichst groß sein und mindestens 80 Prozent betragen. Ideal ist ein Gemüseanteil von weniger als fünf Prozent.

Der Grund für den geringen Gemüsebedarf ist auf die Anatomie einer Katze zurückzuführen: Ihr Darm ist kurz und dient lediglich der Verdauung von Fleisch.

Neben einem geringen Gemüseanteil sollte in Katzenfutter kein Zucker enthalten sein, auch keine ähnlichen Zusatzstoffe wie Rübenschnitzel, Karamell, Melasse, Glucose, Sirup oder Ähnliches.

Getreide ist für Katzen kein wertvoller Inhaltsstoff

Die Darmlänge eines Säugetiers gibt Aufschluss darüber, welche Ernährung dieses benötigt. Bei Karnivoren, zu denen Katzen zählen, beträgt das Verhältnis der Darmlänge zur Körpergröße drei zu eins. Bei einem Pflanzenfresser wie dem Schaf liegt das Verhältnis bei 24 zu eins.

Rohe, pflanzliche Stoffe müssen über einen längeren Zeitraum verdaut werden, bis der Körper sie verwerten kann. Wenn sich im Katzenfutter Getreide befindet, kann die Mieze es nicht verwerten. Im Gegenteil: Der Organismus des Tieres wird belastet.

Zucker macht Katzen krank

Ein weiteres Problem in vielen Katzenfutterprodukten ist Zucker. Dessen Zugabe ist rein geschmacklich unnütz, denn Katzen sind nicht in der Lage, den süßen Geschmack zu identifizieren. Problematisch ist das Suchtpotenzial: Katzen können von Zucker abhängig werden.

Zucker kommt häufig nicht einmal in seiner reinen Form zum Einsatz, sondern in einem karamellisierten Zustand. Die tierischen Nebenprodukte sehen schöner aus und erhalten eine glänzende Textur.

Wie auch bei den minderwertigen tierischen Nebenprodukten kommt Zucker ebenfalls als Abfallprodukt zum Einsatz. Sogenanntes Zuckerrübenschnitzel sind Schalen, Wurzeln sowie Blätter von Zuckerrüben, die zur Herstellung von Zucker nicht erlaubt sind.

Gutes Trockenfutter ist ein Mythos

Aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es für Katzen kein gutes Trockenfutter. Der Fleischanteil beim Trockenfutter ist nicht hoch genug, um die Bedürfnisse einer Mieze zu erfüllen – es ist technisch nicht realisierbar. Und: Trockenfutter enthält viele Füllstoffe, darunter das genannte Getreide sowie der getarnte Zucker.

Die Tierärztin Dr. Bettina Brabänder vergleicht Trockenfutter mit Fast-Food: Auf Dauer ist es ungesund. Es kann die Nieren der Tiere schädigen und im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres (Nierenversagen) führen.

Immer wieder wird behauptet, Trockenfutter könnte die Zähne reinigen – genau das Gegenteil ist der Fall. Durch den enthaltenen Zucker steigt die Gefahr, dass die Katze an Karies leidet. Eine Katze kann sich die Zähne selbst reinigen, zum Beispiel mit Rindfleisch oder -herz zur natürlichen Zahnpflege. Wenn sie es nicht alleine bewerkstelligt, muss ihr Besitzer mit der Bürste die Zähne putzen.

Neben den genannten Nachteilen kommt der hohe Wasserbedarf zur Verdauung von Trockenfutter hinzu. Das trockene Futter entzieht dem Organismus der Katze Wasser. Das Problem: Die Tiere kennen kein Durstgefühl, sodass der Wassermangel zu einer Erkrankung der Nieren oder Harnwege führt. Um das Trockenfutter verdauen zu können, muss eine Katze die dreifache Menge an Wasser trinken[1].

Welche Vorteile hochwertiges Futter mit sich bringt

In Premium-Futter kommen größtenteils Inhaltsstoffe zum Einsatz, die die natürlichen Nahrungsgewohnheiten einer Katze erfüllen. Auch wenn diese Produkte mehr kosten, gleicht sich der Preis durch die angesprochene Reduktion der Futtermenge aus.

Der größte Spareffekt ist die Gesundheit des Tieres: Es erkrankt seltener und leidet nicht an Krankheiten, die seine Lebenszeit verkürzen. Da die Inhaltsstoffe problemlos verdaulich ist, entsteht sogar weniger Kot; ergo ist der Katzenstreuverbrauch kleiner.

Im Vergleich zu Nassfutter hat Trockenfutter zwei Vorteile:

  1. es ist hygienischer
  2. der Kaumuskel wird trainiert

Leider enthalten viele Trockenfutterprodukte große Mengen Getreide, welches nicht der natürlichen Ernährungsform einer Katze entspricht. Es gibt aber Marken, die auf Getreide verzichten. Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass die Katze ausreichend trinkt. Sie nimmt nämlich weniger Flüssigkeit auf als beim Verzehr von Nassfutter.

Katzen kann man mit einem sogenannten Trinkbrunnen zum Trinken animieren.

Ein weiterer Vorteil des hochwertigen Katzenfutters ist die Abstimmung der Futtersorte auf die Lebenssituation und das Alter des Tieres. Für Katzen gilt dasselbe wie für Menschen: Ein Freigänger hat andere Ansprüche an seine Ernährung als ein Stubenhocker; selbes gilt für ein junges und ein altes Tier.

Gutes Katzenfutter kaufen

Nachdem die Eigenschaften des guten Futters genannt wurden, stellt sich nun die Frage, wo man es kaufen kann. Es gibt durchaus einige Hersteller, die viel Zeit und Geld investieren, um solche Produkte zu entwickeln. Sie arbeiten mit Fachleuten zusammen und beziehen ihr Fleisch von spezialisierten Fleischermeistern.

Wie bereits erwähnt, sollte man sich die Produktbeschreibung genau ansehen und darauf achten, dass der Hersteller klar und deutlich die Verwendung von Fleisch in Lebensmittelqualität nennt. Je höher der Fleisch- und je geringer der Gemüseanteil ist, desto besser ist das Futter für die Katze.

Die Alternative zu den fertigen Produkten ist die genannte BARF-Ernährung sowie natürliches Fressen für Miezen: Mäuse, Ratten, Vögel – aber wer möchte diese schon opfern? BARF ist ohnehin ein großer Aufwand, sowohl aus organisatorischer, finanzieller sowie zeitlicher Sicht – in der heutigen Welt ist dieser Ernährungsstil für Katzen nur für eine ausgewählte Menschengruppe praktikabel.

Zusammenfassung

Das Angebot an hochwertigem Katzenfutter ist gering. In den meisten Futterprodukten kommen überwiegend die Abfälle der Fleischindustrie zum Einsatz. Katzen sind auf eine hochwertige, fleischbasierte Ernährung angewiesen – und diese gibt es nur in ausgewählten Produkten.


  1. Dr. med. vet. Ziegler 2011

Artikelbild: © Murika / Bigstock.com

2 Gedanken zu „Katzenfutter-Test“

  1. Bei dem Thema „gutes Katzenfutter“ auf eine amazon Seite zu verlinken, wo es unter anderem das ungesündeste Futter für Katzen gibt wie z.B. Felix, Sheba, Whiskas (mit Zucker 🙁 ; nur Fleischnebenerzeugnisse, davon auch nur wenig und keiner weiß wirklich, was drin ist; mit Getreide und einem Haufen Zusatzstoffe…) das hat nichts mit gesundem Futter zu tun. Man muss ja nicht gleich barfen, aber zumindest sollte man drauf achten, dass kein Zucker und kein Getreide enthalten ist und mind. 30% Fleischanteil dabei ist.

    1. Hallo Katja,
      das ist ein Plugin, welches automatisch Produkte verlinkt. Darauf haben wir aktiv keinen Einfluss.
      Welche Produkte kannst Du denn so empfehlen? Hast Du ein Lieblingsfutter für deine Katze(n)? 🙂
      Deine Smart-Animals-Redaktion!

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