Blut-Urin-Katzen

Blut im Urin bei Katzen

Wenn Ihre Katze plötzlich nicht mehr auf ihr Katzenklo geht, sondern überall in der Wohnung Pfützen hinterlässt, kann das sowohl harmlose als auch ernst zu nehmende Auslöser haben. Sind neue Tiere im Haus eingezogen? Haben Sie in letzter Zeit das Katzenstreu gewechselt? Oder hat Ihre Katze aus anderen Gründen Stress? Wenn Sie auf eine dieser Fragen mit „Ja“ antworten können, müssen Sie über die Unsauberkeit Ihres Stubentigers in der Regel nicht besorgt sein. In solchen Situationen nutzen Katzen die Katzentoilette häufig aus Protest nicht mehr.

Spätestens, wenn Ihre Katze beim Urinieren deutliche Schmerzen zeigt oder Sie Blut im Urin entdecken, sollten Sie sich jedoch Sorgen machen. Hinter einem solchen Verhalten stecken Krankheiten oder Infektionen, die tierärztlich abgeklärt und behandelt werden müssen. Ebenso wie wir Menschen können auch Katzen beispielsweise eine Blasenentzündung (Zystitis) bekommen. Darüber hinaus führen aber noch weitere Auslöser zu diesem Problem. Im heutigen Ratgeber gehen wir genauer auf die verschiedenen Erkrankungen ein, die blutigen Urin verursachen können.

Blut im Urin: Diese Ursachen kommen in Frage

Falls Sie kleine Mengen Blut im Urin der Katze finden, sollten Sie der Gesundheit Ihrer Samtpfote zuliebe nicht lange mit dem Tierarztbesuch warten. Fast immer stecken Erkrankungen der Blase, der Niere, der Harnröhre oder der Harnwege hinter diesem Symptom. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche Ursachen in Frage kommen und woran Sie die jeweiligen Krankheiten erkennen können.

Bakterielle Blasenentzündung

Am häufigsten leiden Katzen, die mit dem Urin Blut ausscheiden, an einer bakteriellen Blasenentzündung. Sie äußert sich zusätzlich durch folgende Anzeichen:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiges Absetzen von Urin
  • Die ausgeschiedenen Urinmengen sind sehr klein

Oftmals bevorzugen Katzen mit einer Blasenentzündung weiche Untergründe, weshalb sie das Katzenklo meiden und stattdessen auf Decken und Teppiche urinieren. Meist wirkt sich die Blasenentzündung nicht negativ auf das allgemeine Wohlbefinden und den Appetit der Katze aus. Die bakterielle Blasenentzündung wird durch Krankheitskeime ausgelöst. Sie reizen die Schleimhaut, sodass sie sich entzündet und die genannten Symptome verursacht. Häufig ist die bakterielle Blasenentzündung aber nur eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten. Bei älteren Katzen geht sie zum Beispiel oftmals mit Nierenschwäche oder Diabetes einher.

Damit der Tierarzt die Blasenentzündung diagnostizieren und behandeln kann, ist eine Urinprobe für die Urinuntersuchung erforderlich. Falls Ihre Katze auf dem Laminat oder den Fliesen Pfützen hinterlässt, können Sie den Urin mit einer Spritze aufziehen und zum Tierarzt bringen. Andernfalls sollten Sie das Katzenklo mit einem speziellen Katzenstreu befüllen, das den Urin nicht aufsaugt und ihn mit der Spritze aufnehmen. Der Tierarzt wird die Urinprobe untersuchen und ein Antibiotikum gegen die Bakterien verschreiben. Zusätzlich gibt er Ihnen unter Umständen auch Tabletten mit, die die Blasenschleimhaut stärken und wieder aufbauen.

Idiopathische Entzündung der Blase

Seltener sind Katzen auch von der idiopathischen Blasenentzündung betroffen. Dabei zeigen sie dieselben Symptome wie bei einer bakteriellen Entzündung. Idiopathisch bedeutet aber „ohne erkennbare Ursache“. Das heißt, dass die Blasenwand der Katze entzündet ist, aber keine Erreger dafür verantwortlich sind. Mediziner gehen mittlerweile davon aus, dass Stress bei dieser Form der Blasenentzündung ein wichtiger Faktor ist. Die Krankheit tritt insbesondere bei Katzen im jungen und im mittleren Alter auf. Stressanfällige Tiere sind häufiger betroffen. Zudem wird die Erkrankung offenbar durch Übergewicht, Fütterung mit Trockenfutter und Einzelhaltung in der Wohnung begünstigt. Wenn Sie mehrere Katzen oder Hunde im Haushalt haben, kann es sein, dass die Katze Stress mit einem tierischen Mitbewohner hat. Beobachten Sie deshalb genau, ob sich die Katze wirklich mit dem Hund oder dem Artgenossen versteht.

Es ist für den Tierarzt sehr schwierig, die idiopathische Blasenentzündung zu diagnostizieren. Zunächst müssen alle anderen Erkrankungen, die in Frage kommen können, ausgeschlossen werden.

Meist ist die Blase bei dieser Form der Blasenentzündung weich und klein und es gibt keine Stauungserscheinungen. Um Bakterien als Erreger auszuschließen, muss eine Urinprobe untersucht werden. Zudem empfiehlt sich ein Röntgenbild oder ein Ultraschall, um festzustellen, ob die Blasenentzündung durch Steine ausgelöst wird.

Blasensteine, Harnsteine und Nierensteine

Blasen-, Harn- und Nierensteine treten bei Katzen vermehrt im höheren Alter auf. Die auch als Urolithiasis bezeichneten Blasensteine entstehen, wenn Mineralien im Harn als Kristalle ausfallen, sogenannte Harnkristalle. Am häufigsten kommen Struvitsteine oder Struvitkristalle vor. Im Laufe der Zeit bilden sich daraus Harnsteine in verschiedenen Größen. Bei einigen Tieren führen die Steine zu keinerlei Problemen und bleiben völlig symptomlos. Oft lösen sie aber einen Harnverhalt, eine Blasenentzündung oder Nierenprobleme aus. Steine können in der Harnblase, im Harnleiter oder in den Nieren der Katze vorkommen. Ob sie Beschwerden verursachen, richtet sich sowohl nach der Größe als auch nach der Anzahl. Zudem spielen die genaue Zusammensetzung und die Lage der Steine eine Rolle. So gibt es zum Beispiel Harnsteine, die den Harnleiter verstopfen und dann massive Probleme verursachen.

Wenn Ihre Katze oder Ihr Kater versucht, Urin zu lassen, aber keinen Urin mehr absetzen kann, sollten Sie unverzüglich einen Nottierarzt aufsuchen. Ein solcher Harnwegverschluss ist lebensgefährlich und muss schnellstmöglich durch eine Operation unter Narkose behandelt werden.

In der Regel sind die Steine gut therapierbar. Der Tierarzt wird die Zusammensetzung der Steine untersuchen und die Lage mit einem Ultraschall- oder Röntgenbild bestimmen. Anschließend verschreibt er Medikamente, um die Steine aufzulösen. Eine Umstellung der Ernährung auf spezielles Nassfutter oder Diätfutter ist in den meisten Fällen anzuraten. Manchmal ist die Lage der Harnsteine so ungünstig, dass sie immer wieder Probleme verursachen. Dann sollten Sie eine Operation in Erwägung ziehen.

Entzündungen oder Tumore der Gebärmutter

In sehr seltenen Fällen scheiden weibliche, nicht kastrierte Katzen Blut mit dem Urin aus, wenn sie an einer Entzündung oder einem Tumor der Gebärmutter leiden. Dann zeigt die Katze nicht die typischen Symptome wie vermehrtes Wasserlassen. Stattdessen wirkt sie apathisch, zieht sich zurück und stellt das Fressen ein. In diesem Fall sollten Sie unbedingt schnell handeln und einen Tierarzt aufsuchen, damit Ihre Katze operiert werden kann.

Die richtige Behandlung richtet sich nach der Art der Erkrankung

Je nachdem, welche Erkrankung der Tierarzt bei der Katze mit dem blutigen Urin feststellt, wird eine entsprechende Behandlung verordnet. Fast immer bekommt die Katze Tabletten wie beispielsweise Antibiotika. Falls Steine für die Beschwerden verantwortlich sind, werden Medikamente verordnet, die diese Kristalle auflösen.

Unterstützend zur Therapie des Tierarztes sollten Sie bei Katzen mit Blasenproblemen ein paar Tipps beachten, um für eine schnelle und dauerhafte Genesung zu sorgen. Generell sollten solche Samtpfoten viel trinken. Da die Tiere von Natur aus nur sehr wenig Wasser aufnehmen, sollten Sie die Ernährung so umstellen, dass der Großteil des Wasserbedarfs über das Futter gedeckt wird. Streichen Sie Trockenfutter möglichst komplett vom Speiseplan und bieten Sie der Katze ausschließlich Nassfutter an.

Wenn Ihre Katze nicht gerne aus dem Napf trinkt, können Sie sie mit einem Katzenbrunnen zum Trinken animieren. Viele Katzen trinken lieber aus fließenden Gewässern und nehmen den Brunnen daher gerne an.

Bei Katzen mit einer idiopathischen Blasenentzündung gilt es, den Stressauslöser herauszufinden und zu beseitigen.

Zusammenfassung

Harnwegs- und Blasenerkrankungen führen häufig zu Blut im Urin. Solche Krankheiten können bakteriell bedingt, aber beispielsweise auch durch Blasensteine ausgelöst werden. Generell ist eine Futterumstellung auf hochwertiges Nassfutter sinnvoll, wenn eine Katze unter Blasenproblemen leidet.

Artikelbild: © Dmitrij Skorobogatov / Shutterstock

3 Kommentare zu „Blut im Urin bei Katzen“

  1. Ingeborg Kölsche

    Mein kater macht seid wochen nicht mehr im katzenklo,sondern nur noch auf seinen platzt wo er liegt,er lieg nur noch auf den ofen,und wenn er groß muss macht er schon mal in den ecken oder da wo er lieg,und jetzt habe ich gesehen das er blut im urin hat,das schon seit zwei tagen dann wieder nicht,und gerade wieder.Was soll ich machen.

  2. Christiane Neidhardt

    Hallo
    Mein kastrierter Kater hat seit fast 3 Monaten Blut im Urin Tag hat clavaseptin U marbocyl verabreicht ,Blut abgenommen u Urin untersucht
    Angeblich ist nix zu finden.keine Kristalle vorhanden
    Nun denkt sie es kommt v Nieren
    Jetzt hat sie ein Röntgenbild gemacht
    Nix auffälliges sagt sie.jetzt bekommt er Suc alle 2 Tage 3ml auch das hilft nicht.er pieselt immer noch Blut unverändert .
    Was kann ich tun?achja Zähne sind i.o.
    Bitte um Rat

    1. Hallo
      Mich würde mal interessieren wie bzw was geholfen hat da meine 17 jährige katze auch seit 3 Monaten das Problem hat. Ich war bei verschiedenen Tierärzten und nix zu finden. Jetzt wird Stress vermutet und ich soll CALM Futter geben.
      Würde mich über Rück Info freuen
      LG

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