Katzenaids

Katzenaids FIV

Diagnose und Behandlung von FIV

Aids zählt seit den 1980er Jahren zu den bekanntesten und bedrohlichsten Infektionskrankheiten. Schätzungen von UNAIDS zufolge gibt es weltweit rund 35 Millionen Menschen, die mit HIV infiziert sind. Was wenige wissen: Aids ist eine Krankheit, die nicht nur Menschen plagt.

Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Viele von ihnen führen ein unbeschwertes Leben, andere leiden an einer Krankheit. Nur wenige ahnen, dass auch Katzen an Aids erkranken können. Der Feline Immundefizienz-Virus ist dem Aids-Virus, an dem Menschen erkranken, ähnlich. Als Retrovirus wird er über Blut und Speichel übertragen. Bei Katzen ist es hauptsächlich ein Biss. Eine Übertragung auf den Menschen ist ausgeschlossen.

Wie viele Katzen von Katzenaids betroffen sind, ist schwer zu sagen. Es gibt Schätzungen, die von einem Anteil von 1,5 Prozent weltweit ausgehen. Andere Studien nennen zahlen zwischen 3 und 26 Prozent. In Japan ist der Virus häufiger verbreitet als in Europa oder den USA. Da er das Abwehrsystem schwächt, äußert sie sich in unterschiedlichen Krankheitsbildern. Nicht selten wird FIV mit FeLV (Felines Leukose Virus) und FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) verwechselt, da die Krankheiten ähnliche Symptome teilen.

Wie sich Katzen mit Katzenaids anstecken

Wie bereits erwähnt, wird FIV in erster Linie über Bissverletzungen übertragen. Das geschieht bei Freigängern beispielsweise durch Revierkämpfe. Unkastrierte, freilaufende Kater sind in den meisten Fällen die klassischen Überträger der Krankheit, aber auch häufig Opfer.

Eine andere Übertragung kann von einer mit Katzenaids angesteckten Mutter an ihre ungeborenen Säuglinge erfolgen. Das Stichwort lautet kann, denn die Übertragung findet nicht automatisch statt. Im Idealfall gebärt die Mutter sogar gesunde, FIV-freie Kitten. Besitzer einer FIV-Katze sollten aus diesem Grund den Wunsch auf Nachwuchs nicht zwingend ablehnen. Sobald die Kleinen auf der Welt sind, ist mit einem Katzenaids-Test mindestens sechs Monate abzuwarten. Wer den Test zu früh ausführt, riskiert, ein falschpositives Ergebnis zu erhalten.

Abseits von Revierkämpfen wird Katzenaids in erster Linie über den Speichel übertragen. Eine kleine Entwarnung kann gegeben werden, denn der mit Katzenaids infizierte Speichel muss in den Blutkreislauf der gesunden Katze gelangen, um sie anzustecken. Auch dann erfolgt die Übertragung nur dann, wenn sich die infizierte Mieze in einem aktiven Stadium befindet. Aktiv ist das Stadium nur in der Anfangs- oder Endphase. Deshalb ist der Biss durch eine Aidskatze nicht automatisch mit einer FIV-Ansteckung verbunden.

Wie die Infektion mit FIV verläuft

Nachdem die Übertragung (über den Speichel oder das Blut) in den Körper der nicht infizierten Katze stattgefunden hat, nähert sich der Virus einem T-Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) an. Über spezielle Rezeptoren penetriert der Virus die Zelle, wo er seine Hülle beseitigt und Erbgut freisetzt. Das Virus-Genom wird anschließend in einen Doppelstrang DNS verwandelt. Ziel ist es, die Zelle zu versklaven, damit sie bis zu ihrem Tod Viren produziert. Da die Zellen den Körper nicht mehr verteidigen können, sondern FIV-Viren produzieren, haben Pilze, Bakterien und andere Viren leichtes Spiel. Sie attackieren den Organismus des Tieres, bis dieser versagt und die Katze stirbt. Da es sich um einen Lentivirus (langsamen Virus) handelt, beginnt die Krankheit zunächst langsam, bis sie durch andere Erreger immer schneller fortschreitet.

Katzenaids bei einer Katze erkennen

Die Erkrankung einer Katze mit Aids ist für Besitzer schwer erkennbar. Ein vermehrter Trähnen- und Nasenfluss könnte ein erstes Anzeichen sein. Diese Symptome erleiden aber auch Katzen mit FIP.

Monate nach der Infektion mit Katzenaids kann es vorkommen, dass die Katze an einem Fieber leidet oder ihre Lymphknoten anschwellen. Durch das geschwächte Abwehrsystem wird eine Immundefizienz deutlich. Bakterien, Pilze und Co., die für eine gesunde Katze keine Gefahr darstellen, können nun die Katze ernsthaft schädigen. Wo diese Schäden auftreten, ist schwer zu sagen. Sichtbar wären sie beispielsweise, wenn es zu einer Entzündung der Maulhöhle kommt. Sollte die Katze die Nahrungsaufnahme verweigern, ist dies auf Schmerzen in der Mundhöhle zurückzuführen.

In anderen Fällen entzündet sich die Haut der Katze, wo nach wenigen Tagen Wunden entstehen, welche schlecht oder gar nicht heilen. Auch eine Infektion der Harn- und Atemwege ist nicht auszuschließen. Weitere Symptome, die Katzenhalter aufmerksam machen sollten:

  • Fressunlust
  • Abmagerung
  • abnehmende Qualität des Fells
  • Apathie

Einige Katzen können durch die Erkrankung mit FIV psychische Veränderungen durchleben, beispielsweise werden sie aggressiv.

Wie der Arzt FIV diagnostiziert

Für Katzenbesitzer sind die oben genannten Dinge lediglich Anzeichen für eine Erkrankung mit dem FIV-Virus. Ob dieser das Tier tatsächlich befallen hat, muss ein Arzt herausfinden.

In Kliniken und bei Tierärzten kommt häufig ein Schnelltest zum Einsatz, der herausfinden kann, ob die Katze mit Aids infiziert ist. Der Test würde in diesem Fall positiv ausfallen. Der Katzenschutzbund Köln warnt jedoch vor diesen Schnelltests, da sie oft falschpositiv ausfallen. Eine sichere Methode ist der Western-Blot-Test. Diese wird erst dann ausgeführt, wenn der ELISA-Test positiv ausfällt. Da viele Tierärzte den Schnelltest ausführen, sollten Katzenbesitzer dringend auf den Western-Blot-Test bestehen.

Gibt es eine Impfung gegen FIV?

Es gibt einen Impfstoff gegen Katzen-Aids, welcher ursprünglich 2003 auf dem deutschen Markt erscheinen sollte. Da die Ergebnisse nicht zufriedenstellend waren, blieb die Veröffentlichung aus. Das Serum, welches in den USA unter der Bezeichnung Fel-o-Vax erhältlich ist, wurde von den Forschern Janet Yamamoto und Niels Pederson entwickelt. Da er aus zwei verschiedenen Katzenaids-Typen aus Asien und Nordamerika entwickelt wurde, wäre der Virus hierzulande nicht zu gebrauchen.

In den USA wurde die Wirksamkeit des Impfstoffes, dessen Entwicklung 1986 begann, als ausreichend befunden. Für zwei von drei Katzen (67 Prozent) stoppt der Impfstoff eine Infizierung mit Katzen-Aids.

Therapie für FIV-Katzen

Für Katzenaids positive Katzen kann das Leben je nach Entwicklung der Krankheit mehr oder weniger beschwerlich sein. Das größte Problem ist das schwache Immunsystem, welches Besitzer der Katze schützen müssen. Grundsätzlich können HIV-positive Katzen mit denselben Maßnahmen wie Menschen behandelt werden. Es gibt Medikamente wie AZT, die die Vermehrung von Viren unterdrücken, aber auch Antibiotika, Pilzmittel sowie Katzen-Interferon.

Die genannten Hilfsmittel erleichtern der Katze das Leben mit dem Virus, sie können die Krankheit jedoch nicht heilen.

Für Besitzer ist die Therapie mit den Medikamenten kostspielig. Zudem muss das Tier durch einen Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden. Des Weiteren müssen Besitzer auf eine gesunde Ernährung achten.

FIV vorbeugen

Die beste Vorbeugung ist die Kastration, was die meisten Tierärzte und -schützer aufgrund der Rolligkeit ohnehin empfehlen. Sollte eine Katze mit FIV diagnostiziert werden, sind entsprechende Maßnahmen einzuleiten, damit sie den Virus nicht überträgt. Freigänger müssen zu Hauskatzen werden. Ansonsten sollte das Tier seinem normalen Leben nachgehen. Die Krankheit ist kein automatisches Todesurteil. Viele mit Katzenaids infizierte Katzen haben ein normales Leben geführt und sind auf natürliche Weise oder einer anderen Krankheit gestorben.

Katzenbesitzer sollte die Infizierung mit FIV nicht beunruhigen. Die Krankheit ist nicht für Menschen ansteckend.

Auch wenn es gut gemeint ist, Freigänger zu Hauskatzen zu machen, ist das in der Praxis schwierig. Die Miezen haben sich an ihre Freiheit gewöhnt und könnten unter der neuen Einschränkung leiden. Wie mit der Krankheit umzugehen ist, sollten Besitzer einer Katzenaids-Katze mit dem Tierarzt abklären.

Zusammenfassung

FIV ist Form der Krankheit Aids, die Katzen befällt. Betroffen sind in erster Linie männliche Freigänger. Mit Vorsorgemaßnahmen können Katzenbesitzer das Risiko einer Infektion reduzieren. Wird die Katze angesteckt, sind entsprechend Maßnahmen einzuleiten, um dem Tier den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.

Artikelbild: © Shvaygert Ekaterina / Shutterstock

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